Nationalrat, XXI.GP Stenographisches Protokoll 24. Sitzung / Seite 156

Home Seite 1 Vorherige Seite Nächste Seite

Österreich eine wichtige Rolle. Dazu hat die langjährige Regierungsführung der SPÖ wesentlich beigetragen. (Beifall bei der SPÖ.)

Ich möchte betonen, dass ich mit Sport nicht nur jenen Sport meine, der von den Medien favorisiert wird, wie zum Beispiel Fußball, Tennis, Autorennen und Skisport. Auch alle anderen Sportarten, die in der Öffentlichkeit oft unbemerkt bleiben, haben für mich den gleichen Stellenwert.

Für uns Sozialdemokraten bedeutet Sport einen wichtigen Teil der Lebensgestaltung. Vor allem war es eine unserer wichtigsten Aufgaben, den Breiten- und Gesundheitssport besonders zu fördern, was uns auch sehr gut gelungen ist. Das auch weiterhin zu betreiben, möchte ich Sie bitten, sehr geehrte Frau Bundesminister!

Aber gleichzeitig ist der Sport Gefahren ausgesetzt, die nicht zu unterschätzen sind, insbesondere dann, wenn Gewaltausübung sowie Doping die Kultur des Sports bedrohen. Daher muss die staatliche Sportpolitik sicherstellen, dass die Sportverbände Regeln zur Verhinderung des Dopings schaffen und auch durchsetzen können.

Angesichts der gesundheitspolitischen und sozialen Bedeutung des Sports ist die Regierung aufgefordert, durch entsprechende Fördermaßnahmen und Rahmenbedingungen den Sport zu schützen, zu fördern und seine Autonomie zu gewährleisten, aber nicht, wie absehbar ist, den Wirtschaftsfaktor des Sportes als Handlungsmaxime zu nehmen. Privatisierungen gehen da in die falsche Richtung. Besonders die angedachte Privatisierung der Bundessporteinrichtungen ist kontraproduktiv. Ich weiß, Frau Minister, Sie haben im Ausschuss versichert, dass eine Privatisierung nicht in Frage kommt. Ich wünsche mir, dass das so bleibt.

Unter der sozialdemokratischen Regierung wurde eine Ausgliederung beschlossen, die sicherstellt, dass die sozialen und sportpolitischen Aspekte bei der Führung der Bundessporteinrichtungen gewährleistet sind und dass diese nicht zu Sporthotels umgewandelt werden.

Als langjährige Sportfunktionärin  ich bin eine der wenigen, und ich glaube, man hat unseren Entschließungsantrag etwas missverstanden  möchte ich sagen, was wir wollen. Die Frauen sind im Vereinsgeschehen unterrepräsentiert, und wir wollen, dass mehr Frauen als Funktionärinnen im sportlichen Bereich mitwirken. (Abg. Fischl: Weil der Grabner nicht mehr zulässt!)

Als langjährige Sportfunktionärin, wenngleich in den Randsportarten Judo und Jiu-Jitsu, sowie als Vorstandsmitglied des Allgemeinen Sportverbandes Burgenland weiß ich aus eigener Erfahrung, wie wichtig die Bundessporteinrichtungen für unsere Vereine und vor allem für unsere Sportlerinnen und Sportler sind. Der Aufenthalt in diesen Einrichtungen ist eine Sportförderung im besonderen Sinn. Diese Heime sind keine Beamtenheime, das möchte ich hier festgestellt haben!

Meine besondere Beziehung gilt dem Bundessport- und Freizeitzentrum Hintermoos. Diese Bundessporteinrichtung hat lange Zeit ein Mauerblümchendasein geführt, wurde aber in den letzten Jahren saniert und dem heute erforderlichen Standard angepasst. Vor allem die Dreifach-Turnhalle bietet Trainingsmöglichkeiten für viele Sportarten. Die fünf Tennisplätze und die wunderschöne Landschaft des Salzburger Landes werden von den Mitgliedern der Vereine gerne in Anspruch genommen. Die Ausgliederung hat auch bewirkt, dass man sich um den Gast und vor allem um die Auslastung des Hauses bemüht. Das ist, finde ich, sehr positiv. Eine Privatisierung wäre aber sicherlich fehl am Platz. Ich bitte, dies zu bedenken.

Jeder von uns weiß, wie wichtig die finanzielle Unterstützung für unsere Vereine ist. Ich fürchte aber, dass die Schwerpunkte, die hier von der Regierung gesetzt werden, unsere Sportvereine  immerhin sind es 12 000  um das Überleben zittern lässt. Sport muss man sich weiterhin leisten können, er darf und soll nicht einer Elite vorbehalten werden! (Beifall bei der SPÖ.) Wir sind daher für die Förderung der Vereine des Breitensports, diesem darf nicht das Schicksal des Kahlschlags drohen. Das wollen und das werden wir nicht zulassen, Frau Bundesminister!  Ich danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Khol. )

19.38


Home Seite 1 Vorherige Seite Nächste Seite