14.16

Abgeordnete Elisabeth Köstinger (ÖVP): Geschätzter Herr Bundespräsident! Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Österreicherinnen und Österreicher! Heute ist ein sehr großer Tag für uns alle, die angelobt wurden. Jeder von uns trägt als Abgeordneter eine sehr, sehr große Verantwortung, und ich darf allen hier herinnen sehr herzlich gratulieren: allen, die es neu ins Parlament geschafft haben – wir haben ja noch nie so viele Junge und vor allem auch so viele Frauen in diesem Hohen Haus haben dürfen –, und vor allem aber auch allen, die es wieder geschafft haben, in das Parlament gewählt zu werden.

Jeder von uns hat einen sehr intensiven Wahlkampf hinter sich. Jeder hat für seine Überzeugungen geworben, hat für seine Ideen geworben, und die Bevölkerung hat entschieden. An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an alle Österreicherinnen und Österreichern, die zur Wahl gegangen sind, und vor allem auch an all jene, die uns als Volkspartei ihre Stimme gegeben haben. (Beifall bei der ÖVP.)

Ich glaube, das, was wir vor allem in den letzten Tagen erlebt haben – wir als Volkspartei haben unseren Klub konstituiert –, ist ein Gefühl, das fast ein bissl an den ersten Schultag erinnert: eine Aufgeregtheit, viel Freude, einander wiederzusehen, aber vor allem eben auch Neue kennenzulernen. Der Beginn einer neuen Legislaturperiode ist immer auch so ein kleiner politischer Neuanfang, manchmal ist es auch ein größerer. Was aber für uns alle immer gleich bleibt, ist die große Verantwortung, die dieses Haus für die Wählerinnen und Wähler, für die Bevölkerung, für die Menschen da draußen trägt. Jeder fühlt sich seiner Region, seiner Herkunft, seiner Überzeugung verpflichtet. Was uns aber alle mit Sicherheit eint, ist der Auftrag und die Pflicht, dieses Land für unsere Kinder und für die nächste Generation zu gestalten.

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, ich bin Mama eines 15 Monate alten Sohnes, und Tag für Tag entdeckt dieses kleine, wunderbare Wesen die Welt, lernt Neues dazu, fällt hin, haut sich den Kopf an, merkt: Das geht so nicht, ich muss etwas ändern!, und Tag für Tag hält er uns auf Trab und erfreut uns einfach mit einer grenzenlosen Neugier und Energie. Immer wenn ich seine Freude beobachten kann, wenn etwas gut schmeckt, seine Ungeduld, wenn etwas nicht klappt, oder eben auch seine unendliche Freude, wenn er mit anderen Kindern spielt, dann ist genau das jeden einzelnen Tag der Auftrag, für dieses Land zu arbeiten, gescheite Politik zu machen und vor allem, dieses Land zum Besseren zu verändern. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)

So, wie ich das als Mama als meinen Auftrag sehe, geht es auch Ihnen und euch allen. Und die Herausforderungen der Zukunft sind groß, egal ob das das Wirtschaftssystem betrifft, das Prognosen zufolge nicht mehr so weiterwachsen wird, wie wir es erlebt haben – dieses Wirtschaftssystem ist auch eine tragende Säule unseres Wohlstands, unserer Sozialpolitik –, oder die Bildung, die Ausbildung, die Lehre, die Weiterbildung. All diese großen Zukunftsfragen bis hin zu dem großen Bereich des Klimawandels müssen wir in diesem Haus behandeln, all das braucht Lösungen mit Hausverstand, das braucht einfach auch Überzeugung und ein gutes Miteinander.

Ich freue mich sehr, diesem Haus angehören zu dürfen. Ich wünsche uns allen und vor allem auch den drei Präsidenten, die heute gewählt werden, eine glückliche Hand, ein gutes Miteinander, manchmal auch, wenn es sehr emotionale Debatten gibt, ein Wiederzueinanderfinden, damit wir unsere Verantwortung für dieses Land und die nächsten Generationen gut und richtig wahrnehmen können und für dieses Land und für die Zukunft arbeiten können. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)

14.21

Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Heinisch-Hosek. – Bitte.