11.17

Bundesrat Mag. Harald Himmer (ÖVP, Wien): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren hier im Saal und vor den Bildschirmen! Ich muss gestehen, es gibt manchmal Gesetzesvorlagen, zu denen ich nicht automatisch eine pointierte Meinung habe, so dass ich sage, das ist jetzt notwendig oder unnötig, und gerade, was das Thema Quoten betrifft, gibt es aus meiner Sicht tatsächlich Argumente, die dafür, und solche, die dagegen sprechen. Ich habe mir jetzt ganz entspannt die Diskussion angehört, und da muss ich schon sagen, dass dabei die Damen, Andreas, deutlich gegen dich gewonnen haben, wie ich das für mich abgewogen habe. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen sowie der Bundesrätin Deutsch [NEOS/W]. – Zwischenruf bei der FPÖ.)

Ich bin also bei dem Teil der Rede von Andreas Spanring, dass man sich durchaus dazu bekennen kann, dass zwischen Mann und Frau ein Unterschied ist. Die meisten von uns wissen das, aber er hat es sehr gut herausgearbeitet. (Heiterkeit bei der ÖVP.) Auch diese biologischen Unterschiede – dass man die akzeptieren soll, dass die da sind, ist auch überhaupt keine Frage. Mir wäre aber nicht aufgefallen, dass wir hier jetzt zum Beispiel die Quote für Holzhacker gefordert haben oder für sonst irgendetwas (Heiterkeit bei der ÖVP) – was natürlich ein extrem schlechtes Beispiel ist, was Viki Hutter betrifft, weil die mit der Motorsäge ganze Wälder umreißt. Aber generell, sage ich, bei diesem klassischen, alten Rollenbild vom Holzhacker – mit einem Holzhackerleiberl, der so fest reinhacken muss und dann sehr viel essen darf und trotzdem nicht dick wird, weil er den ganzen Tag reinhaut –, bei solchen Berufsgruppen zum Beispiel würde ich es, trotz allem, trotz Viki, die das super kann und, glaube ich, auch noch Europameisterin im Baum-Umsägen ist (anhaltende Heiterkeit bei der ÖVP), noch verstehen. 

Natürlich ist es schade, dass man das braucht. Ich bleibe auch skeptisch, dass es Sinn ergibt, das überall zu regeln und zu normieren. Da kommt man natürlich an Grenzen, wo es wenig Sinn ergibt, aber ich denke, bei den Aufsichtsräten größerer Unternehmen hat man aufgrund dieser statistischen Grundlage, dass es in der Gesamtmenge ungefähr so viele Männer wie Frauen gibt, gute Chancen und eigentlich fast eine Sicherheit, immer auch eine gute Frau zu finden. 

Wenn Kollegin Jäckel sich da durchgesetzt hat und sagt, ja, bei euch passt das eh alles mit der Frauenquote, sie ist da, die anderen fehlen, ist es halt trotzdem so, dass das natürlich stimmt. Aber man darf das schon hinterfragen, wenn es bestimmte Einheiten gibt, wo die Männerdominanz ganz stark ist.

Lustig finde ich es auch immer, wenn Männer für Frauen reden, die dann als Nachfolger kommen sollen. Es stimmt nämlich nicht, dass die Männer immer nur Männer als Nachfolger haben wollen. Ich kenne auch Beispiele, wo Männer immer dann für eine Frau sind, wenn sie selbst abtreten, und dann beim Nachfolger für die Frau sind, nachdem sie zuerst noch gegen eine Frau gewonnen haben. Das sind für mich überhaupt die besten Feministen, die es immer wieder gibt. Ich erspare es mir jetzt, namentliche Beispiele anzuführen.

Ich darf an der Stelle wieder einmal erwähnen – ich habe es das eine oder andere Mal auch schon gemacht –: Ich bin ja auch stolzer Vater einer sehr intelligenten Tochter, und ich kenne mich bei Medizin, Biologie und solchen Dingen nicht so aus, aber sie hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass angeblich bei Menschen 70 Prozent der Intelligenz von der Mutter kommt. (Bundesrätin Eder-Gitschthaler [ÖVP/Sbg.]: Ah!) Das habe ich an sich nicht gewusst. Ihr könnt alle nachschauen, ob das so stimmt, ich weiß es nicht genau, aber angeblich gibt es diesbezüglich Untersuchungen. Es kann jetzt jeder seine Ableitungen machen, es kann jetzt natürlich auch jeder präpotent sagen, was allein seine 30 Prozent ausmachen, aber man kann auch eine andere Betrachtungsweise anlegen. 

Abschließend möchte ich sagen: Dieses Gesetz hat im Gegensatz zu anderen Reformvorhaben und Dingen, die wir beschließen, einen großen Vorteil: Es kostet nicht viel Geld. – Ich bitte um Unterstützung. (Beifall bei der ÖVP, bei Mitgliedern des Bundesrates von der SPÖ sowie der Bundesrätin Deutsch [NEOS/W].)

11.22

Vizepräsident Daniel Schmid: Zu Wort gemeldet hat sich Frau Bundesministerin für Justiz Dr. Anna Sporrer. Ich erteile ihr dieses.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 65 Abs. 2 GO-BR autorisiert.