10.08
Bundesrätin Dr. Andrea Eder-Gitschthaler (ÖVP, Salzburg): Sehr geehrter Herr Präsident, auch von meiner Seite herzlichen Glückwunsch zu der gestrigen Enquete! Sie haben damit wieder einmal Geschichte hier in diesem Haus geschrieben. Man sieht, der Bundesrat beschäftigt sich mit wirklich essenziellen Themen und der Bundesrat ist wichtig und notwendig hier im Haus. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.)
Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren hier im Saal und via Livestream! Public Viewing, das ist dieser magische Ort, an dem wildfremde Menschen plötzlich zu besten Freunden werden, zumindest bis zur 89. Minute, wenn dann der Elfmeter entweder eingeschossen oder verfehlt, verschossen wird. (Heiterkeit bei ÖVP und SPÖ.) Jeder weiß plötzlich alles besser – vom Abseits bis zur Weltpolitik. Im Winter tauschen wir das Trikot gegen Daunenjacken, das Bier gegen Glühwein und zittern nicht nur wegen der Spannung, sondern auch wegen der Kälte. Beim Skifahren freunden wir uns auch mit Leuten an, die wir nie zuvor gesehen haben, beim Biathlon halten wir plötzlich kollektiv den Atem an, als würde unser Mitatmen helfen, dass sie ja treffen.
Genau das macht es aus: dieses kollektive Zittern, Jubeln, Fluchen für 90 Minuten oder für zwei Durchgänge plus Zeitstrafen. Da sind wir jetzt alle nicht nur Kolleginnen, Kollegen, nicht nur Nachbarinnen, Nachbarn und auch nicht nur Fremde, sondern wir sind einfach nur Fans. Das ist Public Viewing, das ist das Schöne. Ich hoffe, jeder von Ihnen, von euch hat das schon einmal erlebt. Wir in Salzburg können da bei der Ski-WM – Saalbach 2025 – wirklich auf erfolgreiche Public-Viewing-Veranstaltungen hinweisen.
Jetzt steht die Fußballweltmeisterschaft von 11.6. bis 19.7.2026 in Amerika vor der Tür, und damit dieses gemeinsame Erleben auch während der kommenden Fußballweltmeisterschaft funktioniert, müssen wir die Gewerbeordnung ändern. Bis jetzt dauerten solche Großveranstaltungen in der Regel nur vier Wochen, daher gilt diese Genehmigung für Public Viewing auch nur für vier Wochen. Damit wir weiterhin diese öffentlichen Veranstaltungen durchführen können, müssen wir das in der Gewerbeordnung auf sechs Wochen ausdehnen. – So weit, so gut.
Wir haben das auch im Ausschuss zu diskutieren versucht. Herr Minister, als Vorsitzende des Ausschusses für Tourismus, Kunst und Kultur erlaube ich mir dazu eine kleine Anmerkung: Leider hatten wir diesmal keine Auskunftsperson. Wir haben dann einige Fragen deponiert, von denen wir hoffen, dass sie auch beantwortet werden. Das ist also nicht sehr positiv aufgefallen, denn auch wir haben in den Ausschüssen Fragen. Wir hoffen, dass in der nächsten Zeit dann auch wieder Auskunftspersonen kommen, denn das ist wichtig.
Wir tun das also auch, um dem Tourismus, dem Tourismusland Österreich etwas Gutes zu tun, denn der Tourismus ist – speziell bei uns in Salzburg – ein ganz wichtiger Wirtschaftsfaktor und Motor, ein wichtiger Arbeitgeber, gerade für abgelegene Gebiete und Täler, wie wir sie eben in Salzburg, in Tirol, in Vorarlberg haben. Wir hatten in Österreich letztes Jahr ein All-time-High von über 157 Millionen bei den Nächtigungen, das war ein Plus von 1,9 Prozent bei den Nächtigungen, und das ist sehr, sehr erfreulich in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten.
Als Salzburgerin muss ich natürlich schon sehr stolz auf den Tourismus in meinem Bundesland sein. Wir hatten einen Rekordwinter zu vermelden: Von November bis Jänner hat es fast acht Millionen Nächtigungen gegeben, das ist ein Anstieg um beinahe 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Da ja auch Ostern gut gelaufen ist, gehen die Touristiker von einer sehr, sehr guten Wintersaison aus, was natürlich auch für uns alle ganz, ganz notwendig und wichtig ist.
Stärkster Bezirk in Bezug auf die Nächtigungszahlen – vielleicht für Sie zur Information – ist der Pinzgau mit mehr als vier Millionen Nächtigungen. Unsere Gäste kommen aus Deutschland, den Niederlanden, Tschechien, aus dem Vereinigten Königreich, aus Dänemark – das sind die wichtigsten Herkunftsländer. Im Tourismusjahr 2024/25 besuchten 1,8 Millionen Menschen die Stadt Salzburg und verbrachten 3,2 Millionen Nächte dort. Damit ist Salzburg – natürlich die Stadt Salzburg – eine Topattraktion, im Winter ist Saalbach-Hinterglemm die Topregion. Da verdrängt sie die Stadt auf Platz 2. Das Pinzgauer Glemmtal ist aber auch im Sommer aktiv, die Gästeankünfte summierten sich im abgelaufenen Tourismusjahr auf knapp 485 000 beziehungsweise auf 2,8 Millionen Nächtigungen.
Also, liebe Kolleginnen und Kollegen, wir leben in einem so schönen Land mit sauberer Luft, klarem Wasser, Sicherheit, einem funktionierenden Gesundheitssystem. Wie gesagt, wir haben ja bereits einen Lottosechser, weil wir hier in Salzburg geboren sind. Also, genießen Sie Public Viewing im schönen Bundesland Salzburg! (Bundesrat Tiefnig [ÖVP/OÖ]: Du bist in Oberösterreich geboren! – Heiterkeit bei der ÖVP.) Kommen Sie zu uns und stimmen Sie bitte dem beiliegenden Entwurf zu. (Beifall bei der ÖVP.)
10.14
Präsident Markus Stotter, BA: Herzlichen Dank.
Als Nächster zu Wort gemeldet ist Bundesrat Martin Peterl. Ich erteile dieses.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 65 Abs. 2 GO-BR autorisiert.