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9.39
Bundesrätin Dr. Andrea Eder-Gitschthaler (ÖVP, Salzburg): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren via Livestream oder wo immer Sie uns auch zusehen und zuhören! Wer von Ihnen, von euch hat heute nicht schon aufs Handy geschaut, etwas gegoogelt? Das ist alles selbstverständlich. Das heißt, die Digitalisierung ist schon da, und zusammen mit KI verändert sie unseren Alltag, unser Leben – oder hat es schon getan.
Wir haben es heute schon gehört: Digitale Souveränität ist das Gebot der Stunde, und da bin ich sehr froh, Herr Staatssekretär, dass Sie sich zusammen mit der Bundesregierung diesen Herausforderungen stellen und liefern, konkrete Antworten geben und auch Aktivitäten setzen. – Vielen, vielen Dank dafür. (Beifall bei der ÖVP und bei Mitgliedern des Bundesrates von der SPÖ.)
Und auch wir Älteren sind flott dabei: 75 Prozent der 65- bis 84-Jährigen sind online. Wir verschließen uns diesen neuen Technologien nicht, wiewohl diese Entwicklung für uns Seniorinnen und Senioren natürlich nicht nur Fortschritt, sondern manchmal auch Verunsicherung bedeuten. Ich denke da an Bankgeschäfte, die dann nur mehr online zu bewältigen sind, an Behördentermine und auch an andere Informationen.
Daher ist es umso wichtiger, uns ältere Menschen auf diesem Weg mitzunehmen, verständliche Hilfestellungen anzubieten und digitale Angebote so zu gestalten, dass sie gerade für uns, aber auch für alle anderen Generationen zugänglich sind, denn ich sage: Wir sind immer Vorreiter. Es gibt auch viele junge Menschen, die da nicht mitkommen, und da sind sie sehr froh, dass wir Senioren so aktiv in die Bresche springen.
Daher bedeutet das für uns Seniorinnen und Senioren, dass es benutzerfreundliche Angebote braucht, niederschwellige, kostenlose Schulungen, Ansprechpartner. Wir haben zum Beispiel in Salzburg über den Seniorenbund und auch über das Bildungswerk immer digitale Stammtische, Aktivitäten. Ich bin Ihnen auch sehr dankbar dafür, Herr Staatssekretär, dass – zusammen mit dem Seniorenrat – das Digi-Seniorenpaket auf den Weg gebracht wurde. Ziel ist es, digitale Services verständlich zu vermitteln und deren Vorteile konkret leichter erlebbar zu machen.
Ein wichtiger Bestandteil sind auch diese Workshops, die jetzt bundesweit angeboten werden. Da haben Sie schon 6 000 Kurse angeboten, und mehr als die Hälfte der Teilnehmer:innen sind 65 plus. Da danke ich Ihnen auch sehr herzlich, denn Sie haben immer wieder ein offenes Ohr für unsere Anliegen. Kollege Himmer hat es schon gesagt: Sie sind zwar ein junger Mensch, aber Sie verstehen uns, und das ist wichtig und notwendig, um uns gemeinsam weiterzuentwickeln. – Vielen, vielen Dank. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Ja, und da muss ich Kollegen Gradwohl recht geben: Es braucht auch ein Recht auf analoges Leben. Ich glaube, auch das muss immer wieder erwähnt werden sein. Es kann nicht sein, dass alles nur mehr digitalisiert gemacht wird, denn manche Menschen können und wollen das nicht, und da müssen wir ihnen helfen, dass sie nicht abgehängt werden. Da gibt es auch schon Initiativen des Seniorenrates.
Sehr gut finde ich auch, Herr Staatssekretär, dass Sie jetzt ein neues Gesprächsformat auf den Weg gebracht haben. Sie laden Bürgerinnen und Bürger zu persönlichen Sprechstunden rund um Fragen der Digitalisierung und der Zukunft Österreichs ins Bundeskanzleramt ein. Dafür kann man sich jetzt anmelden – vielleicht noch ein kleiner Hinweis: Vielleicht geht das auch telefonisch und nicht nur digital, das wäre ein Wunsch von uns. (Heiterkeit bei der FPÖ. – Bundesrat Himmer [ÖVP/W]: Digitaltelefon!)
Abschließend darf ich auch noch auf das gestrige Expertinnen- und Expertenforum hinweisen, bei dem unter dem Titel „Digitale Gemeinde 2035“ Fachleute aus Theorie und Praxis erörtert haben, wie Gemeinden den digitalen Wandel aktiv, sicher und gemeinwohlorientiert gestalten können. Es ist wichtig, dass junge Menschen als Grundlage dafür attraktive Lebens- und Arbeitsräume vorfinden und es natürlich dann auch uns Alten gut geht, denn wir Seniorinnen und Senioren wollen ja, dass es uns allen gut geht. – Vielen Dank, Herr Bundesratspräsident Markus Stotter für deine Initiative, auch dass du dieses Thema Digitalisierung so prominent hier im Bundesrat aufs Tapet gebracht hast. Man sieht, der Bundesrat beschäftigt sich mit Zukunftsthemen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Digitalisierung und KI haben unser Leben bereits verändert und werden es auch weiter tun. Daher sind der Umgang damit und die digitale Souveränität längst zu einer Schlüsselfrage für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes und Europas geworden. Wir haben es schon gehört: Ziel muss es sein, die Abhängigkeiten zu reduzieren, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und alle mitzunehmen, ob jung, ob alt, in der Stadt oder am Land - -
Präsident Markus Stotter, BA: Bitte den Schlusssatz!
Bundesrätin Dr. Andrea Eder-Gitschthaler (fortsetzend): - - egal mit welchem Bildungsstandard; gehen wir gemeinsam diesen Weg bewusst und informiert. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie der Bundesrätin Deutsch [NEOS/W].)
9.45
Präsident Markus Stotter, BA: Danke.
Als Nächste zu Wort gemeldet ist Bundesrätin Bernadette Kerschler. Ich erteile dieses.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 65 Abs. 2 GO-BR autorisiert.