RN/201

15. Punkt und 16. Punkt

Bericht des Sportausschusses über den Sportbericht 2024, vorgelegt vom Bundesminister für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (III-225/239 d.B.)

Bericht des Sportausschusses über den Antrag 492/A(E) der Abgeordneten Christoph Zarits, Maximilian Köllner, MA, Mag. (FH) Janos Juvan, Kolleginnen und Kollegen betreffend Stärkung des Spitzensports durch moderne Sporttechnologie und bestmögliche Trainingsbedingungen (240 d.B.)

Präsidentin Doris Bures: Damit gelangen wir zu den Tagesordnungspunkten 15 und 16, über welche die Debatten unter einem durchgeführt werden.

Auf eine mündliche Berichterstattung wurde verzichtet.

Ich begrüße sehr herzlich Frau Staatssekretärin Michaela Schmidt in unserer Mitte.

Frau Staatssekretärin, ich wünsche Ihnen zu Ihrem heutigen Geburtstag alles erdenklich Liebe und Gute! Schön, dass Sie ihn mit uns verbringen! (Beifall bei ÖVP, SPÖ, NEOS und Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)

Erster Redner: Herr Abgeordneter Markus Leinfellner.

RN/202

20.23

Abgeordneter Markus Leinfellner (FPÖ): Danke, Frau Präsidentin! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Liebe Österreicher! Also ich freue mich wirklich, dass ich heute zu diesen Tagesordnungspunkten sprechen kann, nämlich einerseits zum Sportbericht 2024, andererseits zum Antrag zur Stärkung des Spitzensports.

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Grundsätzlich wäre dieser Antrag ja nichts Besonderes, und ja, wir werden diesem Antrag natürlich auch zustimmen. Das Besondere an diesem Antrag ist, dass es ein gemeinsamer Antrag der Regierungsfraktionen ist, also der SPÖ, der ÖVP und der NEOS. Ich sage, grundsätzlich ist es ja Aufgabe der Opposition, die Bundesregierung zum Arbeiten aufzufordern, aber wenn inzwischen sogar schon die Regierungsfraktionen gesehen haben, dass diese Bundesregierung gerade im Bereich Sport in der Pendeluhr schläft, dann, muss ich sagen, ziehe ich wirklich meinen Hut und sage auch ein großes Danke für diesen Mut, den Sie da zusammengenommen haben, um die Bundesregierung endlich aufzufordern, in die Gänge zu kommen. (Beifall bei der FPÖ.)

Gerade im Bereich des Sports gibt es ja wirklich genug zu tun, und deswegen möchte ich auch ein paar Worte zum Sportbericht 2024 verlieren (Zwischenruf des Abg. Zarits [ÖVP]): ein ehrliches Danke für diesen Sportbericht an alle Mitarbeiter, die diesen Sportbericht erstellt haben, in dem nämlich wirklich übersichtlich sämtliche Aktivitäten, Maßnahmen und Förderungen der Sportlandschaft im Jahr 2024 ersichtlich sind. Dafür darf ich mich wirklich bedanken.

Wofür die Mitarbeiter aber nichts können, das ist der Inhalt dieses Sportberichts. Zum Inhalt dieses Sportberichts hätte ich schon noch das eine oder andere anzumerken. Meine sehr geehrten Damen und Herren, dieser Sportbericht zeigt eines klar auf – (in Richtung Staatssekretärin Schmidt) Sie haben mit dem Jahr 2024 ja nichts zu tun, das war noch die schwarz-grüne Bundesregierung; das macht es aber nicht besser, denn man sieht, wie diese schwarz-grüne Bundesregierung den Sport nutzte, um politische Ideologien im Sport umzusetzen –: Während viele Sportvereine inzwischen Trainer nicht mehr bezahlen können, die Nachwuchsarbeit darunter leidet, finanziert man Projekte wie das Projekt Flinta* – Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nichtbinäre, Trans- und agender Personen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, wo hat uns diese Randgruppenpolitik inzwischen hingebracht? – Dieser ganze woke Wahnsinn wird uns im Sport nicht weiterbringen, Frau Staatssekretärin. (Abg. Lukas Hammer [Grüne]: Das wird uns zur Fußballweltmeisterschaft führen!) Man hat es im Jahr 2024 ja gesehen, als auf einmal ein biologischer Mann bei Olympia das Frauenboxen gewonnen hat. Meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist ja ein Irrsinn, und das hat mit Frauenförderung nichts mehr zu tun! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Lukas Hammer [Grüne].)

Alle reden von Frauenförderungen, von Frauenförderprogrammen. Sie haben heute eines präsentiert, da muss ich sagen: Ja, das ist großartig, diese 3 Millionen Euro sind gut eingesetztes Geld. Man darf ja, wenn etwas positiv ist, auch das Positive einmal erwähnen und loben. Viele andere Dinge sehe ich aber nicht so positiv, nämlich diesen ganzen Transgenderwahnsinn. Deswegen bin ich froh, dass meine Kollegin Rosa Ecker heute diesbezüglich noch einen Antrag einbringen wird, und dann, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Regierungsparteien, können Sie zeigen, ob Sie Frauen wirklich fördern und stärken wollen und für Gerechtigkeit und Fairness im Frauensport zu haben sind. (Beifall bei der FPÖ.)

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Tageszeitung „Heute“ hat ja auch berichtet, dass diese gesamte Asylindustrie – ich möchte nur einige Beispiele bringen: Muslimische Pfadfinder, Muslimische Jugend, Vienna Institute for International Dialogue and Cooperation – mit Unsummen aus dem Sportressort heraus gefördert wurde. Frau Staatssekretärin, ich weiß schon, Sie werden uns sagen, sie haben sich auf einen Fördercall beworben, und ja, es ist auch ihr Recht, sich auf einen Fördercall zu bewerben. Eines kann ich Ihnen aber nicht nehmen: nämlich die Verantwortung, dann zu beurteilen, ob diese Projekte tatsächlich förderwürdig sind, ob sie wertvoll für den Sport sind oder eben nicht. (Zwischenruf der Abg. Gewessler [Grüne].) 

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das Budget wäre in vielen anderen Bereichen des Sports ja weit besser eingesetzt. Im Sportbudget hat man hinsichtlich der täglichen Bewegungseinheit gekürzt. Ich weiß schon, dass man Dachverbände in die Pflicht nimmt, zuzuzahlen, aber im Sportbudget, Frau Staatssekretärin, da haben Sie bei der täglichen Bewegungseinheit gekürzt. Aufgrund dieser Kürzungen wird es nicht möglich sein, dass zwei von drei Kindern in Sportvereinen aktiv sind – wobei zwei von drei Kindern noch immer zu wenig wären: Drei von drei Kindern müssen in Sportvereinen aktiv sein! Dafür müssen Sie aber die budgetären Mittel zur Verfügung stellen und sie nicht für irgendwelchen woken Transgenderwahnsinn einsetzen! – Vielen Dank. (Beifall bei der FPÖ.)

20.28

Präsidentin Doris Bures: Nun gelangt Frau Abgeordnete Petra Tanzler zu Wort.

RN/203

20.28

Abgeordnete Petra Tanzler (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Frau Staatssekretärin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Der Sportbericht 2024 zeigt eindrucksvoll, was den österreichischen Sport ausmacht, und das sind Erfolge, Vielfalt und das enorme Engagement von Menschen, die Tag um Tag ihr Herzblut investieren. Das Jahr 2024 mit den Olympischen Spielen in Paris hat uns wieder gezeigt, was möglich ist, wenn Talent, Wille und Strukturen zusammenkommen, und genau da setzt unser Antrag an. 

Wir wollen, dass Österreichs Spitzensport auch künftig auf Augenhöhe mit den Besten der Welt bleibt: mit moderner Technologie, verlässlichen Strukturen und einem starken Fundament aus Vereinen und Ehrenamt, denn Spitzensport entsteht ja nicht zufällig; er braucht Technologie und Wissen sowie den Ort, an dem beides zusammenkommen kann. Unser Antrag verbindet daher zwei zentrale Säulen, das sind die moderne Sporttechnologie und starke Bundesstützpunkte. Die Technologie alleine gewinnt natürlich auch keine Medaillen, aber dort, wo digitale Analyse, Leistungsdiagnostik, Ernährung, Regeneration und Coaching zusammenfließen, entsteht nachhaltiger Erfolg. 

Das heißt, Spitzensport braucht Strukturen und Technologie, nur so ist Erfolg möglich. Darum wollen wir die Bundesstützpunkte als Kompetenzzentren des Hochleistungssports gezielt weiterentwickeln: mit dem besten Fachpersonal, mit der modernsten Ausstattung und in enger Vernetzung mit den Landes- und Olympiazentren. So schaffen wir ein System, das es möglich macht, unsere Athletinnen und Athleten bestmöglich auf Welt- und Europameisterschaften und auch auf die kommenden Olympischen Spiele in Mailand und Cortina 2026 und auch in Los Angeles 2028 vorzubereiten. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abg. von Künsberg Sarre [NEOS].)

So wichtig Technologie und Strukturen sind: Am Ende sind es aber doch die Menschen, die Erfolge möglich machen. Das sind die Trainerinnen und Trainer, die Betreuerinnen und Betreuer, die Eltern und die unzähligen Ehrenamtlichen, die den österreichischen Sport tragen. Ohne Ehrenamt gibt es keinen Spitzensport, denn keine Medaille glänzt ohne die Hände, die sie erst möglich machen. (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)

Diese Menschen sind die Basis für alles, was den Sport ausmacht und was auch im Sportbericht 2024 steht: Leidenschaft, Werte, Vorbilder und die Gemeinschaft. Ihnen allen gilt ein aufrichtiges Dankeschön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)

Sport ist Leidenschaft, und die Politik muss die Basis dafür schaffen. Der Sportbericht 2024 zeigt, was möglich ist, und unser Antrag soll dafür sorgen, dass es auch in Zukunft möglich bleibt, damit Athletinnen und Athleten wie zum Beispiel Lisa Hauser, Janine Flock, Vanessa Herzog, Gabriel Odor oder Marco Schwarz und viele mehr unter den besten Bedingungen trainieren können und Österreich auch künftig mit Stolz vertreten.

Der Sport steht für das, was unser Land stark macht: Respekt statt Spaltung, Leistung statt Lautstärke und Teamgeist statt Egoismus. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)

Zum Schluss meiner Rede freut es mich sehr, dass ich an dieser Stelle stellvertretend für uns alle unserer Staatssekretärin zum heutigen Geburtstag gratulieren darf. – Wir haben nicht nur den Sportbericht als Geschenk, sondern auch Blumen für dich. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von FPÖ und ÖVP. – Die Rednerin überreicht Staatssekretärin Schmidt einen Blumenstrauß.)

20.32

Präsidentin Doris Bures: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Rosa Ecker.

RN/204

20.32

Abgeordnete Rosa Ecker, MBA (FPÖ): Danke, Frau Präsidentin! Geschätzte Staatssekretärin! Der Sportbericht 2024 zeigt ganz deutlich: Frauen sind im Sport weiterhin benachteiligt.

Das sieht man erstens an den Förderungen: Klassische Männersportarten erhalten viel höhere Beträge, bei Frauensportarten bleibt bei den Vereinen pro Sportlerin kaum etwas übrig. Das ist eine klare Schieflage, die sich im Bericht ganz deutlich zeigt.

Zweitens zeigt sich diese Schieflage auch durch die unklaren Regeln im Frauensport: Immer öfter treten biologische Männer, die sich als Frauen identifizieren, in offiziellen Frauenteams an. Ja, die Wokeness-Ideologie hat auch diesen Kuriositäten Tür und Tor geöffnet. Das zeigt, wie dringend klare gesetzliche Regeln auch in Österreich notwendig sind, um Frauen im Sport vor Benachteiligung, vor Verletzungen und vor dem Verlust ihrer sportlichen Chancen zu schützen. (Beifall bei der FPÖ.)

Daher bringe ich folgenden Entschließungsantrag ein:

RN/204.1

Entschließungsantrag

der Abgeordneten Markus Leinfellner, Kolleginnen und Kollegen betreffend „Schutz des Frauensports – Teilnahmepflicht nach dem biologischen Geschlecht

Der Nationalrat wolle beschließen:

„Die Bundesregierung, insbesondere der Bundesminister für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport, wird aufgefordert, die Teilnahme an geschlechtergetrennten Wettbewerben und Vereinsbewerben nach dem biologischen Geschlecht verbindlich zu regeln. Es ist sicherzustellen, dass biologische Männer nicht bei reinen Frauenwettbewerben antreten dürfen, um Sportlerinnen vor Benachteiligung, Gesundheitsgefährdung und Verlust von Chancengleichheit zu schützen.“


Sorgen wir damit für ein sportlich gerechtes, sicheres Umfeld! (Beifall bei der FPÖ.)

20.33

Der Gesamtwortlaut des Antrages ist unter folgendem Link abrufbar:

RN/204.2

TOP15 Unselbständiger Entschließungsantrag: Schutz des Frauensports - Teilnahmepflicht nach dem biologischen Geschlecht von Markus Leinfellner

Präsidentin Doris Bures: Der Entschließungsantrag ist ordnungsgemäß eingebracht und steht daher auch mit in Verhandlung.

Nächster Redner: Herr Abgeordneter Christoph Zarits.

RN/205

20.34

Abgeordneter Christoph Zarits (ÖVP): Danke, Frau Präsidentin! Frau Staatssekretärin! Auch von meiner Seite natürlich alles, alles Gute zum heutigen Geburtstag! Was kann es Schöneres geben als Sportausschuss und Geburtstag zusammen? (Heiterkeit bei den NEOS sowie der Abg. Gewessler [Grüne].) Das fällt heute wirklich gut.

Wir diskutieren heute über den Sportbericht 2024, wie auch schon vorhin von meinen Vorrednerinnen und meinem Vorredner angesprochen wurde. Für mich ist dieser Bericht ein Leistungsbericht, er ist aber auch ein Transparenzbericht, und er gibt einen guten Überblick über den organisierten Sport in ganz Österreich.

Der Bericht zeigt auch eindrucksvoll, dass der organisierte Sport in Österreich gut funktioniert. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 225 Millionen Euro an Bundesmitteln für den Sport aufgewendet. Wir wissen alle, dass es zwei verschiedene Bereiche gibt: auf der einen Seite die besondere Sportförderung und auf der anderen Seite die allgemeine Sportförderung. Die 225 Millionen Euro wurden in 98 Millionen Euro für die besondere Sportförderung und 120 Millionen Euro für die allgemeine Sportförderung aufgeschlüsselt; 7 Millionen Euro wurden dann auch noch für Bundessporteinrichtungen aufgewendet.

Alles ist abgebildet: die verschiedensten Verbände, die Dachverbände, auch die Fachverbände, Special Olympics, Behindertensportverband, Sport Austria – wie gesagt, die gesamte Palette, die gesamte Breite des österreichischen Sports.

Auch wichtig für uns sind die Spitzensportler im BMF, die sogenannten Finanzsportler, der Polizeisport und der Heeressport. Durch die Zusammenarbeit des organisierten Sports und der Verbände mit den Ministerien ist es möglich, Höchstleistungen und auch tolle Erfolge unserer österreichischen Athletinnen und Athleten in der Gegenwart und auch für die Zukunft zu garantieren.

Was wollen wir alle miteinander für den Sport erreichen? – Ich denke, wir haben ein gemeinsames Ziel: Wir wollen Österreich vom Sportland zur Sportnation machen. Wir wollen, dass sich so viele Menschen wie nur möglich bewegen, und nicht nur, wenn sie jung sind, sondern auch bis ins hohe Alter – das hält fit und gesund. Das Stichwort tägliche Bewegungseinheit wurde ja von meinen Vorrednern auch angesprochen.

Drittens brauchen wir eine Sportinfrastruktur. Die, die wir haben, muss aufrechterhalten werden, und natürlich muss die Sportinfrastruktur in ganz Österreich ausgebaut werden. Im Jahr 2024 war ein wichtiges Projekt für den Österreichischen Fußball-Bund der ÖFB-Campus in Aspern. Im Jahr 2024 wurden auch die Vorbereitungsarbeiten – das wurde heute auch schon angesprochen – für die Ski-WM in Saalbach durchgeführt. Die WM in Saalbach – das wissen wir alle, und an die Bilder können wir uns noch erinnern – war eine tolle Veranstaltung und wirklich auch eine Werbung für den österreichischen Sport und für das Tourismusland Österreich. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) – Danke schön.

Die Nachwuchskompetenzzentren – das ist für uns wichtig – in allen Bundesländern beherbergen derzeit sozusagen 2 946 Talente von 14 bis 17 Jahren. Das ist wichtig, denn wir brauchen den Nachwuchsleistungssport, um sozusagen die Medaillengewinner der Zukunft zu garantieren.

Was wir brauchen, sind Sportgroßveranstaltungen – das wurde von mir schon angesprochen –: Im vorigen Jahr war es beispielsweise die Skiflug-WM am Kulm.

Weiters wollen wir die Spitzensportlerinnen und Spitzensportler, die an der Weltspitze sind, an der Weltspitze etablieren und jene, die noch nicht ganz an der Weltspitze sind, an die Weltspitze heranführen. Darum ist unser Antrag, den wir heute gemeinsam gestellt haben und der im Ausschuss einstimmig – auch mit den Stimmen der Freiheitlichen – beschlossen wurde, auch wichtig, nämlich dass wir für mehr Sporttechnologie und für bestmögliche, modernste Trainingsbedingungen für die Athletinnen und Athleten sorgen müssen.

Wir wissen alle, dass sich beispielsweise bei den Skispringern die Anzüge Jahr für Jahr verändern, um Höchstleistungen zu garantieren. Beispielsweise wird in der Schweiz im Bereich des Skiverbandes mit Virtual Reality gearbeitet: Bevor die Skifahrer, die Abfahrer auf die Piste gehen, sind sie das in der virtuellen Welt schon einmal durchgegangen, sind sie die Piste schon hinuntergefahren. In diese Richtung müssen wir arbeiten, denn das entscheidet neben dem Talent der Athletinnen und Athleten, neben dem Fleiß und neben der harten Arbeit in Zukunft natürlich auch über Medaillen oder keine Medaillen, sprich, das entscheidet in Zukunft über Sekunden, über Meter und über Erfolge.

Was wir brauchen – und das ist mir und vor allem der Volkspartei wichtig –: Wir müssen die Autonomie des Sports stärken, und das geht nur über eine Stärkung des Ehrenamtes. Ich bitte Sie, unseren Antrag zu unterstützen.

Den Antrag, den Kollegin Ecker vorhin eingebracht hat, können wir inhaltlich unterstützen, weil wir natürlich auch für Chancengleichheit und für keine Wettbewerbsverzerrung vor allem im Frauensport stehen. Eines muss man aber sagen – und Kollege Leinfellner weiß es auch –: Wir können diese Dinge nicht gesetzlich regeln, weil das der autonome Sport und die internationalen Verbände selbst regeln müssen. Das haben wir auch bei unseren Koalitionsverhandlungen, die wir mit den Freiheitlichen und auch mit Kollegen Leinfellner geführt haben, so besprochen, und das war eigentlich auch klargestellt. Inhaltlich sind wir dabei, wir lehnen den Antrag aber ab – oder müssen ihn ablehnen –, weil es keine gesetzlichen Regelungen geben kann, weil es eben die internationalen Verbände für sich selbst entscheiden. Ich bin überzeugt davon, da ich mich schon länger mit den Verbänden und mit der Sportpolitik beschäftigt habe, dass die Verbände in Zukunft auch nachvollziehbare und angemessene Regelungen in diesem Bereich finden werden.

In diesem Sinne: Arbeiten wir alle zusammen für den Sport in Österreich! Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um mich für die konstruktive Zusammenarbeit ganz herzlich zu bedanken – über alle Fraktionen, und ich nehme da die Freiheitlichen diesmal auch mit, weil im Sportausschuss wirklich teilweise sehr, sehr sachlich gearbeitet wird –, und bedanke mich für die gute Zusammenarbeit auch noch einmal bei der Frau Staatssekretärin. Happy Birthday! (Beifall bei der ÖVP.)

20.40

Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Martin Graf. 

RN/206

20.40

Abgeordneter Mag. Dr. Martin Graf (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Wir verhandeln heute den Sportbericht 2024. Das ist dieses Elaborat oder Buch (den entsprechenden Bericht in die Höhe haltend), ein ganz gutes Nachschlagewerk. Ich habe das extra mit herausgenommen, damit man es auch einmal sieht. 

Frau Staatssekretär, es tut mir leid, dass Sie sich jetzt an Ihrem Geburtstag anhören müssen, was ihr Vorgänger, Herr Minister Kogler, der beim Sportbericht heute das Weite gesucht hat (Abg. Gewessler [Grüne]: Der seinen Job als Kultursprecher macht!) – im Sportausschuss hat er es sich ja noch angehört –, letztlich aus den Mitteln gemacht hat, die ihm zur Verfügung gestanden haben. Ich glaube, das ist es schon wert, und ich bin auch dankbar, dass dieser Bericht so abgefasst ist, weil man das auch nachlesen kann. 

Neben den guten Dingen, die die Regierungspolitiker ja schon betont haben, die in den letzten Jahren in der Infrastrukturförderung, in den Fachverbändeförderungen passiert sind – da gibt es ja nichts einzuwenden –, ist es so, dass nach wie vor ein verfassungsrechtliches Ungleichgewicht bei Förderungen besteht. Die politischen Dachverbände verbraten ungefähr ein Drittel dieser ganzen 250 Millionen Euro – nämlich Askö, Union und ASVÖ, die politisch schön eingeordnet sind –, und als nicht politisch gebundener oder organisierter Sportverein hat man auch keine Aktivlegitimation, Anträge zu stellen. Das ist schade, das werde ich immer wieder ansprechen, habe ich auch in der Vergangenheit angesprochen. 

Was aber Herr Kollege Kogler in den letzten fünf Jahren da gemacht hat, wirft auch Fragen in der Förderpolitik auf. Die erste Frage ist immer – und davon lassen wir uns leiten, es geht um Steuergeld, um Geld der österreichischen Steuerzahler –: Wem dienen diese Sportförderungen? Wenn man sich dann die Einzelprojekte, die in diesem Bericht kolonnenweise angeführt sind (den Bericht neuerlich in die Höhe haltend), einmal genau anschaut – in diesem Zahlenfriedhof muss man letztlich ein bisschen nachgraben –, sieht man, dass der Schwerpunkt von den Grünen auf Integrationsprojekte, auf Migrationsprojekte, Genderpolitik, Beschäftigungsprogramme für die eigene Klientel, Vereine, die offensichtlich nur deshalb existieren, um Fördergelder abzugreifen, und vieles andere mehr gelegt wurde. (Abg. Voglauer [Grüne]: ... Vereine ...! – Zwischenruf des Abg. Lukas Hammer [Grüne].) Die Grünen haben Gesellschaftspolitik aus dem Sport gemacht und nicht Sportpolitik oder Sport gefördert, das sag’ ich jetzt hier einmal. (Beifall bei der FPÖ.) 

Wenn Sie das bezweifeln: Deswegen habe ich es mit herausgenommen, damit jeder das einmal nachverfolgen kann. Was ist denn da zum Beispiel mit diesen Sonderförderungen aus Geldern der Steuerzahler gefördert worden? – „Förderung von Fußball für Mädchen in Tahoua, Niger“, nur 15 000 Euro; ein Land, das im Index der menschlichen Entwicklung auf Platz 188 ist, wird gefördert. 15 000 Euro ist dort viel Geld, bei uns ist es auch relativ viel Geld, manche Sportvereine würde davon träumen, so etwas zu kriegen. 

Oder, nächstes Projekt: „Soziale Teilhabe durch Sport in Bo, Sierra Leone“, 50 000 Euro. – Für das alles haben wir Geld. Wir haben zwar kein Geld für die eigenen Leute, müssen denen ein bisschen ins Börsel hineingreifen, wie wir ja sehen, aber für solche Sachen ist Geld da. 

Aber es hört ja nicht auf: „Inklusiver Sport für junge saharauische Geflüchtete“, 25 000 Euro. – Saharauische Geflüchtete – das ist ein Land, das von der internationalen Community nicht einmal anerkannt wird (Zwischenruf des Abg. Gasser [NEOS]), die Westsahara; 25 000 Euro. 

Oder gehen wir weiter: „Gewaltprävention und Selbstbewusstseinsstärkung durch Sport für Kinder und Jugendliche in Tshumbe“ in der Demokratischen Republik Kongo, 50 000 Euro. Voriges Jahr hat der Herr Kogler das noch schnell rausgehaut. 

Also immer, wenn ein Land demokratisch in seiner Länderbezeichnung führt, dann können wir davon ausgehen, dass das ganz und gar nicht demokratisch ist (Heiterkeit bei der FPÖ), und all diese Länder führen dieses Wort Demokratie. Das ist die Demokratie, die offensichtlich Sie meinen, aber nicht wir. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Stögmüller [Grüne]: Wer denn?) Wir stehen da auf einem anderen Standpunkt. – Ein kleiner Auszug nur, ein ganz kleiner Auszug. (Zwischenruf des Abg. Stögmüller [Grüne].)

Jetzt gehen wir weiter: Was macht die Asylkoordination Österreich, ein Verein in Österreich? – Sie kriegt 97 000 Euro, die erste Rate, für „LebensLauf: gemeinsam trainieren, gemeinsam laufen“; ein Verein im 10. Bezirk. Dann gehen sie gemeinsam joggen. (Abg. Stögmüller [Grüne]: Besser als Messer ...! Besser als stechen!) Die kriegen 97 000 Euro, das müssen Sie sich einmal vorstellen! Dem nicht genug, kriegen sie im gleichen Zeitraum – nächste Zeile –: Asylkoordination Österreich, „Sport verbindet: gemeinsam trainieren“ – wieder – „gemeinsam laufen“ (Zwischenruf des Abg. Lukas Hammer [Grüne]), noch einmal 274 000 Euro nachgeschoben. Das muss man sich einmal vorstellen! (Abg. Gewessler [Grüne]: Ja, stell dir vor, die machen Sport gemeinsam!) Das ist Geld, das der Steuerzahler hart erarbeitet, für das Joggen von Leuten, damit dort Trainer aus Ihrer Klientel vielleicht mitfinanziert werden.

Es wird ja noch besser, keine Sorge. Die Muslimische Jugend Österreich, Wintercamps werden da organisiert: 492 000 Euro im letzten Jahr! Wenn man sich das durchdividiert, es sind immerhin 500 Kinder gefahren (im Bericht blätternd) – 600, Entschuldigung, da habe ich mich geirrt –: 912,20 Euro pro Kind pro Woche wurden da gefördert. Wo sind sie denn da hingefahren, auf welches Camp? Hoffentlich nicht nach Palästina! (Abg. Voglauer [Grüne]: Geh, bitte! – Zwischenruf der Abg. Disoski [Grüne].) Ja, Wintercamps. 

Aber dem nicht genug. Die Muslimische Jugend ist das eine, die kriegen also knapp 500 000 Euro. (Zwischenruf des Abg. Schallmeiner [Grüne].) Im gleichen Zeitraum kriegen die Muslimischen Pfadfinderinnen und Pfadfinder für das Projekt „Gemeinsam extrem sportlich“ – da fahren sie auch auf Camps – 501 000 Euro. Das ist also eine schlanke Million, die eine Religionsgemeinschaft bekommt. (Abg. Gewessler [Grüne]: Nein, Sportförderung ...!) Das hat doch mit dem Sport nichts zu tun, überhaupt nichts! (Beifall bei der FPÖ.

Frau Staatssekretärin, ich bitte Sie und wünsche mir zu Ihrem Geburtstag (Heiterkeit bei der FPÖ), dass Sie das abstellen, bitte. Stellen Sie das ab! Der Verein Fremde werden Freunde, „Sport – Freunde – durch Sport zu gesellschaftlicher Inklusion von Menschen mit Migrationsbiografie“, Flüchtlingshintergrund, kriegt auch einmal schlanke 407 000 Euro. (Abg. Gewessler [Grüne]: Vielleicht den Bericht lesen!) Für was denn überhaupt? Für was? – Dass sie sich treffen und dort vielleicht indoktriniert werden.

Übrigens ich habe bei der Muslimischen Jugend nachgelesen. Wissen Sie, was dort an allererster Stelle steht, bei den Camps, die sie machen? – Religiöse Erziehung. – Das fördern wir. Wir fördern – oder der Herr Sportminister Kogler hat es gefördert – Parallelgesellschaften, die alles machen, nur nicht verbinden, sondern in Wirklichkeit sind das Closed Shops in ihrer Community, bei denen die Leute sich auch bis zu einem gewissen Grad bereichern. 

Weder dem Breitensport noch dem Spitzensport ist damit gedient. (Zwischenruf der Abg. Krisper [NEOS].) Dass dann Ende 2024 offensichtlich dem Herrn Bundesminister bekannt wurde, dass kurz danach gewählt wird, hat ihm dann auch noch die Börse aufgehen lassen; und wenn ich mir dann anschaue, wie kolonnenweise – kolonnenweise! (im Bericht blätternd und diesen neuerlich in die Höhe haltend) –, über mehrere Seiten Vereine über Vereine alle 95 000 Euro bekommen haben, seitenweise, habe ich mich gefragt: Warum kriegen die alle 95 000 Euro, Ende 2024, so kurz vor den Wahlen? – Ah ja, Wahljahr, habe ich mir dann gedacht; und warum jeder geradeaus 95 000 Euro? Warum nicht der eine 17 000 und der nächste 120 000, bedarfsgerecht, weil man vielleicht in der Infrastruktur etwas machen wollte? – Nein, man hat schnell noch das bissel vorhandene Geld, das man nicht der Parallelgesellschaft in den Rachen geworfen hat, an alle Vereine aufgeteilt. Wahrscheinlich hat man sich erhofft, die eine oder andere Wählerstimme damit zu lukrieren. – Alles ein Wahnsinn! (Zwischenruf der Abg. Disoski [Grüne].)

(In Richtung Grüne:) Was ist daran nachhaltig, bitte? (In Richtung NEOS:) NEOS, Deregulierungspartei, angebliche, frühere, in Worten zumindest? Frau Bundesminister, so etwas will ich im nächsten Sportbericht nicht mehr lesen! Das sind ja Aber-, Aber-, Abermillionen. Ich habe hier ja nur einen ganz minimalen Auszug gebracht. 

Also wenn organisierter politischer Fördermissbrauch in Österreich strafbar wäre, müsste Herr Bundesminister außer Dienst Kogler meiner Meinung nach lebenslang einsitzen gehen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Linder [FPÖ]: Unsere Volksschulkinder freuen sich, wenn sie 25 Euro zum Skikurs dazukriegen!)

20.50

Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Janos Juvan. – Bitte. 

RN/207

20.50

Abgeordneter Mag. (FH) Janos Juvan (NEOS): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Frau Staatssekretärin, auch von mir alles Gute zum Geburtstag! Hohes Haus! Es ist mittlerweile fast 9 Uhr abends, die Sitzung dauert fast 12 Stunden, und ich weiß, Sie alle sind gespannt wie die Gummiringerl, jetzt von mir noch die letzten Details zu hören, die Kollege Graf in seinem fast halbstündigen Vortrag – zumindest gefühlt – aus dem Sportbericht nicht vorgelesen hat. Ich muss Sie leider enttäuschen, ich werde Ihnen nicht verraten, was da noch alles an Details drinnen steht, weil: So spannend das ist, was im Sportbericht steht, manchmal ist das, was nicht drinnen steht, fast sogar noch spannender. 

Wissen Sie, was nicht drinnen steht? – Es steht nicht drinnen, wie viele Sportanlagen wir gesamtheitlich in Österreich überhaupt haben. Da kann jetzt der Bericht nichts dafür, das ist im vorigen Bericht auch schon nicht drinnen gestanden. Das ist überhaupt noch nie drinnen gestanden, obwohl es seit 2012 eine Initiative gibt, die versucht, genau das zu erreichen. Seit 2012 versuchen wir, das in Österreich zusammenzubekommen. Das ist ewig lange her, da haben Sie alle übrigens die Vignette beim Auto noch auf die Scheibe geklebt. (Heiterkeit bei den NEOS.)

Man muss sich das einmal vorstellen: Wenn ich heute einen Sportverein habe und wissen möchte, wo ich mit meinem Verein eine Sportart ausüben kann, dann gibt es eigentlich keine Möglichkeit für mich, wirklich herauszufinden, welche Infrastruktur eigentlich vorhanden ist. Der Grund ist nicht, dass es die Infrastruktur nicht gibt, davon gibt es nämlich in Wahrheit, ich will jetzt nicht sagen, mehr als genug, aber zumindest gibt es sehr viel und sehr viel mehr, als wir tatsächlich den Vereinen zur Nutzung zur Verfügung stellen. Wenn sich diese Vereine dann mühsam irgendwie durchgefragt haben und einen passenden Platz für sich gefunden haben, dann kommen sie aber nicht hinein, weil diese Sportstätte, diese Turnhalle, dann nämlich zugesperrt ist. Da kommt man nicht hinein.

Deswegen bin ich Ihnen, Frau Staatssekretärin, sehr dankbar dafür, dass Sie gemeinsam mit Bildungsminister Wiederkehr jetzt endlich Tempo machen, dass wir da etwas weiterbringen, dass wir nämlich genau das ändern. Das ist nämlich genau das, was niemand versteht, und nicht das, was Kollege Graf da jetzt minutenlang herumgeschwafelt hat. Es versteht niemand in den Sportvereinen in Österreich, warum man die viele Infrastruktur, die mit Steuergeld erschaffen wurde, nicht ganz einfach nutzen kann. Das ist ein super erster Schritt, dass das jetzt passiert. 

Aber an Sie alle gerichtet: Das ist eben auch nur das, nämlich ein erster Schritt. Deswegen geht mein Appell an alle Sportverbände, an alle Fraktionen hier herinnen und auch an alle Länder, ganz egal, aus welcher Partei der Landeshauptmann kommt: Es heißt jetzt mitzumachen, zusammenzuarbeiten und für einen echten Schulterschluss im Sport zu sorgen, damit im nächsten Sportbericht dann das, was momentan noch fehlt, auch endlich drinnen steht. Dann werden wir gut überprüfen können, ob das alles nur leere Worthülsen, insbesondere auch von der FPÖ, waren, oder ob sie mit dabei waren und auch mit in die Gänge gekommen sind (Zwischenruf des Abg. Deimek [FPÖ]) – wenn ja, wenn sie dabei sind, dann können wir es ja ganz einfach im Sportbericht nachlesen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Deimek [FPÖ]: Kannst du was anderes auch als Herumflegeln, oder muss das sein?)

20.53

Präsidentin Doris Bures: Nun hat sich Frau Staatssekretärin Michaela Schmidt zu Wort gemeldet. – Bitte. 

RN/208

20.53

Staatssekretärin im Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport MMag. Michaela Schmidt: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Hohes Haus! Es freut mich wirklich sehr, dass ich heute mit Ihnen meinen Geburtstag hier verbringen darf! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP, NEOS und Grünen.)

Das Jahr 2024 war wirklich ein außergewöhnliches Jahr sowohl für den internationalen, aber auch für den österreichischen Sport. Es war ein Jahr voller Emotionen, Höchstleistungen und auch von gesellschaftlichen Signalen, die weit über den Sportplatz hinaus strahlen. Die Olympischen Sommerspiele 2024 in Paris waren nicht nur ein sportliches Großereignis mit schönen Medaillengewinnen für Österreich, sie waren vor allen Dingen auch ein Meilenstein für die Gleichstellung. Erstmals in der Geschichte der Olympischen Spiele waren gleich viele Frauen wie Männer vertreten. Das ist nicht nur symbolisch bedeutsam, das ist ein Fortschritt, auf den wir alle lange hingearbeitet haben, und zeigt: Sport kann Vorreiter sein, wenn es um Gleichberechtigung und um Sichtbarkeit geht. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Disoski [Grüne]. – Zwischenruf des Abg. Linder [FPÖ].)

Auch die Paralympischen Spiele haben neue Maßstäbe gesetzt. Sie haben uns eindrucksvoll vor Augen geführt, was möglich ist, wenn Inklusion nicht nur versprochen, sondern auch gelebt wird. Der internationale Sportverband hat eine klare Botschaft gesendet und wir in Österreich schließen uns dieser Entwicklung mit voller Überzeugung an. 

Überhaupt möchte ich an dieser Stelle sagen, dass wir in Österreich auf unsere Sportlerinnen und Sportler wirklich stolz sein dürfen. Unsere Fußball- und Handballnationalteams haben bei den Europameisterschaften groß aufgespielt, und im Winter hat der ÖSV wieder einmal eindrucksvoll gezeigt, dass Österreich zur Weltspitze gehört. (Zwischenruf des Abg. Stefan [FPÖ].) Vieles von dem, was ich Ihnen jetzt erzählt habe, können Sie in diesem eindrucksvollen Sportbericht nachlesen, wofür ich mich auch ganz herzlich bei den Mitarbeiter:innen bedanken möchte. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten von ÖVP und NEOS sowie der Abg. Disoski [Grüne].)

Und ja, viele der Maßnahmen wurden unter der Verantwortung von Sportminister Werner Kogler auf den Weg gebracht, und viele davon werden wir mit großem Engagement weiterführen. Eines steht nämlich ganz oben auf unserer Agenda: Der Zugang zum Sport muss für alle Menschen offen sein, egal wo sie leben, egal wie alt sie sind, woher sie kommen oder wie viel ihre Eltern verdienen. Nur dann ist der Sport wirklich für alle da, und das muss unser gemeinsames Ziel sein. 

Darüber hinaus setzen wir uns mit Nachdruck für mehr Vielfalt, Chancengleichheit und vor allem für Sichtbarkeit von Frauen im Sport ein, nicht nur am Spielfeld, sondern auch dort, wo die Entscheidungen im Sport getroffen werden – in den Gremien, in den Entscheidungsebenen –, weil der Sport eine enorme gesellschaftliche Strahlkraft hat, die wir nutzen müssen, um die Gleichstellung nicht nur zu fordern, sondern auch täglich zu leben. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und NEOS.)

Gleichzeitig müssen wir noch mehr dafür tun, dass unsere Kinder sich schon in jungen Jahren für den Sport begeistern. Und ja, ein besonderes Herzensanliegen ist mir die tägliche Bewegungseinheit für Kinder und Jugendliche. Trotz der angespannten Haushaltslage haben wir die Maßnahmen daher ausdrücklich von den Kürzungen ausgenommen und investieren da sogar zusätzlich, und das mit gutem Grund. (Abg. Darmann [FPÖ]: Deswegen gibt es sie noch immer nicht!) Da darf mir nur eine Anmerkung erlaubt sein: Der Antrag der FPÖ, der in der allgemeinen Bundesförderung die Mittel für den organisierten Sport auf 20 Prozent beschränken würde, würde die tägliche Bewegungseinheit in der Form, wie wir sie heute erleben, getragen durch den organisierten Sport, von heute auf morgen beenden. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Obernosterer [ÖVP].)

Bewegung ist eben mehr als nur Sport, ist mehr als nur Wettbewerb, sie ist Gesundheitsvorsorge, stärkt das Selbstbewusstsein und fördert die Konzentration, die Teamfähigkeit und auch die Integration in unsere Gesellschaft. Sie schafft eine dauerhafte Begeisterung für ein gesundes und aktives Leben. Deswegen freut es mich sehr, dass es gelungen ist, den ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick für die Schirmherrschaft als Botschafter der täglichen Bewegungseinheit zu gewinnen. Und es freut mich sehr, dass es uns heute gelungen ist, mit dem ÖFB ein großes Projekt zur Förderung des Mädchenfußballs auf den Weg zu bekommen. (Beifall bei SPÖ und Grünen.) Fußball ist die Breitensportart in Österreich und sollte nicht nur 50 Prozent der Gesellschaft zur Verfügung stehen. (Präsident Rosenkranz übernimmt den Vorsitz.)

Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig es ist, wenn man frühzeitig und in der Schule mit Sport in Berührung kommt. Ich selbst habe durch eine engagierte Turnlehrerin zu meiner Sportart gefunden und dann jahrelang Leistungssport betrieben. Ohne diesen entscheidenden Impuls der Turnlehrerin hätte ich diesen Weg mit Sicherheit nicht eingeschlagen. Deswegen freut es mich sehr, dass wir auch die tägliche Bewegungseinheit um eine vierte Säule erweitern und in einer Pilotphase die Sportfachverbände noch stärker in die Schulen einbinden und es so den Kindern ermöglichen, aus einer Vielzahl von Sportarten hoffentlich diese zu finden, für die sie sich begeistern können. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Bogner-Strauß [ÖVP].)

Sehr geehrte Damen und Herren, der Sport in Österreich steht dank unzähliger engagierter Menschen, mutiger Athleten und natürlich nachhaltiger politischer Weichenstellungen auf einem starken Fundament. Die Medaillengewinne der Spitzensportler, der Athleten und Athletinnen sind immer ihr eigenes Werk, niemand kann den Athlet:innen die mentalen und körperlichen Herausforderungen, die notwendig sind, um Olympiamedaillen zu gewinnen, abnehmen, aber was wir alle gemeinsam tun können, ist, ein politisches Umfeld zu bieten, das die Infrastruktur sichert, das engagierte Trainer und Trainerinnen sichert und das alles tut, damit unsere Athlet:innen sich auf das konzentrieren können, was notwendig ist, um diese Medaillen auch zu machen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)

Deswegen möchte ich heute im Namen der gesamten Bundesregierung klar sagen: Danke an alle, die ihre Zeit, ihr Wissen, ihre Energie für den Sport geben. Rund 600 000 Ehrenamtliche im Sport sind das Rückgrat unseres Sportsystems und ohne sie wäre das alles nicht möglich. 

Ich hoffe darauf, dass wir diesen Weg gemeinsam weitergehen können – mit Energie, mit Leidenschaft und mit dem festen Glauben an das, was der Sport für unsere Gesellschaft und für unser aller Zukunft leisten kann. – Vielen Dank. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der NEOS.) 

21.00

Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Danke, Frau Staatssekretärin. 

Als Nächster zu Wort gemeldet: Herr Abgeordneter Pfeifer. Eingemeldete Redezeit: 3 Minuten. 

Ich möchte diese besondere Konstellation hier zum Anlass nehmen, um nicht nur der Frau Staatssekretärin, sondern auch dem nächsten Redner zum Geburtstag zu gratulieren. (Beifall bei SPÖ, FPÖ, ÖVP und NEOS sowie bei Abgeordneten der Grünen.)

Herr Abgeordneter, Sie gelangen zu Wort.

RN/209

21.00

Abgeordneter Manuel Pfeifer (FPÖ): Herr Präsident, besten Dank! Frau Staatssekretärin, alles Gute zum Geburtstag! Ich glaube, wir haben nicht nur den Geburtstag gemeinsam, sondern auch das Engagement für den Sport. Österreich, wie man auch in dem Bericht liest, ist eine Sportnation. Danke an die vielen Ehrenamtlichen, die Tag für Tag in ihren Vereinen Großartiges leisten. Ihr seid die, die die Nachwuchssportler von morgen ausbilden, unterstützen und begleiten. Danke für euren Einsatz; es ist nicht selbstverständlich. (Beifall bei der FPÖ.)

Zum Antrag: Die Stärkung des Spitzensportes durch moderne Sporttechnologien und bestmögliche Trainingsbedingungen ist nur zu unterstützen. Unsere Sportler gehören unterstützt. Ohne Training, ohne Fleiß kann man keine Medaillen gewinnen. Wir in der Politik sollten dafür die bestmöglichen Rahmenbedingungen schaffen, um unsere Sportler an die Spitze des weltweiten Sports zu bringen. 

Investitionen in den Sport sind Investitionen in die Zukunft und in die Gesundheit unserer Gesellschaft. Deswegen ist es wichtig, den Sport für alle Gesellschaftsschichten, von Jung bis Alt zugänglich zu machen und zu unterstützen. Da muss man bei den Kleinsten anfangen, sowie auch bei den Älteren, damit sie fit und gesund bleiben. 

Wichtig ist auch eine nachhaltige und transparente Finanzierung, wie mein Vorredner Abgeordneter Graf schon festgestellt hat. Frau Staatssekretärin, ich glaube, da muss man einmal genauer hinschauen, vielleicht die eine oder andere Förderung einmal durchleuchten, aber ich glaube, mit Ihnen sind wir da auf einem guten Weg. Danke dafür. – Danke. (Beifall bei der FPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Silvan [SPÖ]. – Abg. Zarits [ÖVP]: Das war die positivste Rede der Freiheitlichen heute!)

21.02

Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Nächste Wortmeldung: Frau Abgeordnete Prammer. Eingemeldete Redezeit: 4 Minuten. – Bitte, Frau Abgeordnete, Sie gelangen zu Wort. 

RN/210

21.02

Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Vielen Dank, Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Der Sportbericht: 240 Seiten darüber, was sich im Jahr 2024 alles im Sport getan hat – und es ist ziemlich viel. Man muss schon sagen, den Sportbericht zu sehen, ist nicht nur für Menschen, die dem Sport sehr verbunden sind, etwas sehr Positives, sondern es ist generell etwas sehr Positives. Wie wir alle wissen, ist Sport ein wichtiges Medium in unserem Leben, in unserer Gesellschaft, das Menschen zusammenbringt, das zeigt, was man mit Leistung, mit Willen erreichen kann, das aber genauso auch zeigt, wie wichtig es ist, Talente zu sehen, Talente überall zu finden und diese Talente zu unterstützen. All das ist es, was den Sport ausmacht, und all das wird in diesem Bericht präsentiert. 

Ich möchte ein paar Dinge herausgreifen. Es ist eh schon sehr viel darüber gesagt worden, wie wichtig die Projekte im Bereich der Frauenförderung waren, wie wichtig die Projekte im Bereich der Inklusion waren – dazu werden wir dann bei einem späteren Tagesordnungspunkt auch noch kommen. Ich wünsche mir wirklich, dass all diese guten Projekte weitergeführt werden. 

Wir haben in diesem Tagesordnungspunkt zwei Punkte. Das eine ist der Sportbericht, das andere ist ein wesentlicher Teil, der dieses Anliegen auch begründet – denn es ist ein Antrag der Regierungsparteien, dem no na net zuzustimmen ist, weil er einfach sagt: Wir müssen das, was jetzt schon gut läuft, weitermachen. – Gratuliere, super Antrag! Darum wird er auch mit dem Sportbericht unter einem besprochen, weil es eigentlich sonst nichts mehr dazu zu sagen gäbe. In dem Antrag heißt es, wir müssen Technologie fördern und Talente fördern. Im Sportbericht – wenn wir wieder darauf zurückkommen – steht, dass wir zwei Goldmedaillen in den Bereichen Segeln und Kitesurfen gewonnen haben. Das sind Disziplinen, bei denen es nur um Technik geht, bei denen es ausschließlich darum geht, dass man in der technischen Ausfeilung am besten ist – nur dann können die besten Sportlerinnen und Sportler in diesem Gebiet Topleistungen erreichen. Wenn man das jetzt erst erfinden müsste, dann hätten wir doch diese Medaillen nicht. Also wir haben da einen Antrag, der sagt, machen wir das, was schon gut funktioniert hat, bitte weiter. Ja, bitte, macht es weiter! Das ist auch von mir eine ganz große Bitte. Wenn ihr euch schon extra dazu auffordert, dann macht es auch.

In dem Sportbericht stehen auch weitere, andere Dinge. Wir haben heute, wie gesagt, schon sehr viel darüber gehört (Abg. Darmann [FPÖ]: Noch nicht von jedem!), und ich möchte sicherlich nicht alles kommentieren, was wir heute gehört haben, aber gewisse Dinge kann ich einfach nicht so stehen lassen. Denn jedes einzelne Projekt, das gefördert wurde, wurde geprüft – und zwar nicht von der Politik, sondern von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Förderabteilung. Jedes einzelne Projekt wurde nach Kriterien ausgewählt und nach Kriterien gefördert. Diejenigen, die die Kriterien erfüllt haben, haben Förderungen bekommen. Die, die sie nicht erfüllt haben – und auch davon gibt es viele, das schreibt man halt nicht in einen Bericht hinein –, haben nichts bekommen. So funktioniert das. Das ist keine – so wie Sie es sich vielleicht gerne vorstellen oder gerne hätten – Daumen-hoch-oder-Daumen-runter-Politik. Man fördert nicht jemanden, den man mag oder den man nicht mag (Abg. Deimek [FPÖ]: Bei uns geht das nach objektiven Kriterien!), jemanden, dem man nahesteht oder dem man nicht nahesteht, sondern diejenigen, die mit ihren Projekten die Ziele erreichen, denen man sich verschrieben hat. (Abg. Deimek [FPÖ]: Nicht von der Förderpraxis auf Ziele rückschließen! Das wäre schlecht für die Politik!)

Ich glaube, man kann, wenn man den Bericht ordentlich und normal liest, genau das herauslesen, und das ist auch genau das, wie die Sportpolitik in den letzten fünf Jahren funktioniert hat, wie sie bei einigen Regierungen davor funktioniert hat und wie sie auch, davon gehe ich fix aus, jetzt wieder funktionieren wird. – Danke für Ihr Zuhören. (Beifall bei den Grünen.)

21.07

Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Nächste Wortmeldung: Herr Abgeordneter Höfler. Eingemeldete Redezeit: 4 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. 

RN/211

21.07

Abgeordneter Bernhard Höfler (SPÖ): Danke, Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Auch von meiner Seite alles, alles Gute zum Geburtstag! Ich bin jetzt doch ein bisschen überrascht von den Vorrednern – bei beiden Kolleg:innen, also von den Grünen und von den Freiheitlichen –, weil ihr da etwas verwechselt habt, Kollege Graf, Kollegin Sirkka Prammer. Auf der einen Seite: Man hätte Geld übriglassen können, das wäre halt auf der anderen Seite für ein Budget ganz gut gewesen. Das andere: Ich glaube, ihr habt da etwas vertauscht. Wenn man nicht Geburtstag hat, dann wünscht man sich nicht etwas vom Geburtstagskind. Das sollte eigentlich umgekehrt sein, weil die Kollegin Staatssekretärin Geburtstag hat – und nicht ihr zwei. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Hechenberger [ÖVP]. – Abg. Darmann [FPÖ]: Du bist aber ein Lustiger!) – Ich bin ganz lustig, ja – im Gegensatz zu dir, wenn ich das sagen darf. Deine Ausführungen waren auch grenzwertig heute, aber ich habe es mir auch gegeben. (Heiterkeit bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)

Der Punkt ist der: Ja, ich verstehe es schon, aber wenn man sich den Sportbericht 2024 anschaut, dann redet man nicht nur über Zahlen oder Tabellen, sondern es geht im Prinzip auch um Menschen, um Leidenschaft, um Zusammenhalt, und das sollte uns in diesem Hohen Haus doch auch einen. (Zwischenruf des Abg. Lausch [FPÖ].) Wir haben das im Sport auch schon sehr intensiv diskutiert. Bei dem, was ich von der Freiheitlichen Partei zum Bericht 2024 gehört habe, ist es im Prinzip nur darum gegangen: Wokeness, Gendern und Asyl. Das waren im Prinzip die drei Wörter. Ich habe den Sportbericht so nicht gelesen, aber ich bin doch überrascht. (Abg. Martin Graf [FPÖ]: Ich hab nur daraus zitiert! Hab nur zitiert daraus! Musst du halt lesen!) Ich lerne ja auch mit heutigem Tag zur späten Stunde noch etwas von euch. Ich bin sehr, sehr dankbar für eure Ausführungen. (Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ.)

Ich möchte nur dazusagen: Man muss den Trainerinnen und Trainern, Funktionärinnen und Funktionären, aber auch den Eltern und den Ehrenamtlichen danken, denn wenn wir sie nicht hätten, dann würde in Österreich kein Ball rollen, kein Tor fallen und keine Medaille glänzen. Sie sind im Prinzip das Rückgrat des gesamten Sportes in Österreich (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen) und, damit verbunden, auch oft unbezahlt, oft unsichtbar, aber unverzichtbar. Das hat nichts mit irgendwelchen Stellen und Förderungen aus der Vergangenheit zu tun, sondern es geht darum, dass wir unsere Kinder im Bereich des Sportes gesellschaftspolitisch, solidarisch weiterbringen

Sport ist nicht nur Wettkampf (Zwischenruf des Abg. Graf [FPÖ]) – Entschuldigung! – Sport ist Lebensschule, Verantwortung und Teamgeist. Kinder lernen, wie man mit Niederlagen umgeht und daraus auch stärker wird. Das sind Werte, die in keiner App, auf keinem Bildschirm und in keinem Algorithmus abgebildet werden. Das sollte auch für die Freiheitliche Partei gelten. Als Ehrenamtssprecher möchte ich abschließend sagen, dass das Ehrenamt in diesem Bereich gestärkt gehört. Es braucht im Bereich des Sports nicht nur den Breitensport, sondern auch den Spitzensport. Beides ist notwendig und essenziell, damit wir in Österreich auch zukünftig erfolgreich sein werden.

Jetzt kommt wieder ein Punkt mit Gendern – das sei mir doch erlaubt, denn ich habe noch eine Minute Zeit; jetzt keinen Herzpatschen kriegen bei den Freiheitlichen! (Heiterkeit bei der SPÖ–: Es ist mir persönlich wichtig, das auch noch zu erwähnen, denn wir haben jetzt mehr Frauen als Trainerinnen, in Verbänden, in Führungspositionen, und das Gendertraineeprogramm hat doch gezeigt, wenn man das Angebot schafft, dass es schlussendlich auch angenommen wird und abschließend auch erfolgreich ist. In diesem Sinne möchte ich mich bei allen Frauen bedanken, dass ihr diesen Weg gegangen seid! (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen sowie bei Abgeordneten der NEOS.)

Eines sollte man schon noch erwähnen, und das gilt hoffentlich für alle Parteien in diesem Haus: Sport verbindet Generationen, baut Brücken, bringt Menschen zusammen – unabhängig von Herkunft, Einkommen oder Beeinträchtigung. (Zwischenruf des Abg. Lausch [FPÖ].) Das sollte man sich mit diesem Sportbericht 2024 auch merken, denn wir haben Gutes getan. Wir sind noch nicht am Ziel, wir haben noch einiges vor uns. – In diesem Sinne einen schönen Abend und danke fürs Zuhören. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und NEOS.)

21.11

Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Grünberg. 2 Minuten eingemeldete Redezeit. (Abg. Martin Graf [FPÖ]: Der hat das Zeug zum Pastor! – Abg. Lausch [FPÖ]: Ist ja unfassbar!)

RN/212

21.11

Abgeordnete Kira Grünberg (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Frau Staatssekretärin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Der Sportbericht bietet auf mehr als 400 Seiten einen sehr guten Überblick über das sehr intensive Sportjahr 2024. Die Highlights waren auf jeden Fall die Olympischen und auch die Paralympischen Spiele, von denen unsere österreichischen Athletinnen und Athleten ganze neun Medaillen mit nach Hause gebracht haben. Liebe Frau Staatssekretärin, vielen Dank Ihnen, aber vor allem auch dem gesamten Ressort für diesen ausführlichen Bericht!

Wer selbst sportlich aktiv ist, spürt, wie sich der Sport positiv auf Körper und Geist auswirkt. Eine der größten Stärken des Sports, die meiner Meinung nach viel zu oft unterschätzt wird, ist die einzigartige Kraft, Menschen zu verbinden. In einer Welt, die oft von Unterschieden geprägt ist, spricht der Sport eine universelle Sprache. Er überwindet Barrieren und baut Brücken zwischen Kulturen, Generationen und auch Nationen.

Der Sport verbindet, er verbindet Jung und Alt. Ich glaube, viele von uns haben von unseren Großeltern irgendeine Sportart beigebracht bekommen, bei mir war es das Skifahren von meinem Opa, aber genauso werden das Schwimmen und das Radfahren oft durch die Großeltern an die Enkelkinder übergeben. Diese gemeinsamen Momente schaffen Erinnerungen, die Generationen verbinden.

Der Sport verbindet aber auch Nationen. Bei all den Großereignissen, wenn ich an die Ski-WM, an die Frauenhandballeuropameisterschaft oder – ganz groß – die Fußballeuropameisterschaft 2008 in Österreich zurückdenke: Menschen aus unterschiedlichsten Nationen haben gemeinsam gefeiert, friedlich und voller Begeisterung. Deswegen ist es weiterhin wichtig, dass solche sportlichen Großereignisse in Österreich stattfinden, damit junge Menschen diese besondere Atmosphäre selbst erleben können.

Sport verbindet auch Menschen mit und ohne Behinderungen, es gibt immer mehr Sportarten, die unified gespielt werden, also Menschen mit Behinderungen und ohne Behinderungen gemeinsam im Team, Seite an Seite, mit demselben Ziel und der gleichen Leidenschaft. Zusammen erleben sie die vielen positiven Eigenschaften des Sports.

Kurz gesagt: Sport stärkt den Zusammenhalt und erinnert uns immer wieder daran, dass wir trotz unserer Unterschiede ganz vieles gemeinsam haben. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der NEOS.)

21.14

Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Als Nächster zu Wort gemeldet: Herr Abgeordneter Hechenberger. Eingemeldete Redezeit: 2 Minuten. – Herr Abgeordneter, Sie gelangen zu Wort.

RN/213

21.14

Abgeordneter Ing. Josef Hechenberger (ÖVP): Geschätzter Herr Präsident! Geschätzte Frau Staatssekretärin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Besucherinnen und Besucher, Zuseherinnen und Zuseher! Als zwölfter Redner zum Sportbericht denke ich, es ist alles gesagt.

Wir haben heute schon über 600 000 ehrenamtlich Tätige, die sich im Sport aktiv beteiligen und unsere Kinder und Jugendlichen unterstützen. Mir ist es wichtig, stellvertretend für diese 600 000 eine hervorzuheben, und das ist Geli Hechenblaikner. Sie unterstützt und trainiert unsere Kinder in meiner Heimatgemeinde Reith im Alpbachtal beim WSV, sie unterstützt, fördert und fordert die Jugendlichen. Da ist wirklich ein Danke angebracht für diese einzigartige Person des WSV, stellvertretend für alle Ehrenamtlichen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)

An und für sich wissen wir, Sport ist auch Teil der Gesundheit. (Abg. Herr [SPÖ]: Genau!) Ich darf Sie zitieren, Frau Staatssekretärin: Sie sagen immer, wir müssen unsere Kinder bewegen, denn nur „bewegte Kinder sind gesunde Kinder“. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)

Was auch wichtig ist: Wir bringen mit dem Sport unseren Kindern den Leistungsanreiz bei und entwickeln damit Leistungsträger für die Zukunft. Sport ist aber auch gesellschaftlich wichtig. Wir haben heuer den Tag des Sports am Heldenplatz mit über 200 000 Besucherinnen und Besuchern erleben dürfen. Und: Der Sport ist auch kein unwesentlicher Wirtschaftsfaktor. Wenn wir zum Beispiel nächste Woche am Rettenbachferner in den Skiweltcup einsteigen – wo, wie ich überzeugt bin, vom Team von Jack Falkner alles bestens vorbereitet ist –: Wir wissen, dass der Sport in den Seitentälern der Alpenregionen auch ein wichtiger Wirtschaftsimpuls und -motor ist.

Summa summarum muss man sagen, der Sport ist unverzichtbar. Es braucht aber neben dem Breitensport auch unsere Idole, unseren Spitzensport, unsere Weltcupsieger, unsere Weltmeister, unsere Olympiasieger. Genau aus dem Grund bin ich als Tiroler schon einigermaßen stolz, dass am 8. Oktober bei der großen Sporthilfe-Gala in Wien unsere Steffi Venier, unsere Tirolerin Steffi Venier, zur Sportlerin des Jahres gekürt worden ist. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)

21.17

Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Zu Wort ist dazu niemand mehr gemeldet. Die Debatte ist geschlossen.

Ist seitens der Berichterstattung ein Schlusswort gewünscht? – Ich sehe, das ist nicht der Fall.

RN/214

Abstimmung

Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Wir kommen zur Abstimmung, die ich über jeden Ausschussantrag getrennt vornehme.

RN/214.1

Wir kommen jetzt zur Abstimmung über Tagesordnungspunkt 15: Antrag des Sportausschusses, den Sportbericht 2024, vorgelegt vom Bundesminister für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport, III-225 der Beilagen zur Kenntnis zu nehmen.

Ich bitte jene Damen und Herren, die für diese Kenntnisnahme eintreten, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist mit Mehrheit angenommen.

RN/214.2

Wir gelangen nunmehr zur Abstimmung über den Entschließungsantrag der Abgeordneten Markus Leinfellner, Kolleginnen und Kollegen betreffend „Schutz des Frauensports – Teilnahmepflicht nach dem biologischen Geschlecht“.

Ich bitte jene Damen und Herren, die für den Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit, abgelehnt.

RN/214.3

Wir kommen jetzt zur Abstimmung über Tagesordnungspunkt 16: die dem Ausschussbericht 240 der Beilagen angeschlossene Entschließung betreffend „Stärkung des Spitzensports durch moderne Sporttechnologie und bestmögliche Trainingsbedingungen“.

Ich bitte jene Damen und Herren, die hiefür eintreten, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist einstimmig angenommen. (40/E)