RN/222
22.26
Abgeordnete Mag. Karin Greiner (SPÖ): Vielen Dank. – Ja, dieser Bericht hat einen Punkt aufgegriffen, der wirklich virulent ist, und zwar den Fachkräftemangel in der Gerichtsmedizin, vorwiegend aufgrund zahlreicher Pensionierungen. Die Justizministerin hat im Ausschuss ausgeführt, dass ihr Ministerium strukturierte Dialoge verstärkt, nämlich mit den Leitungen der Institute der Gerichtsmedizin der Universitäten, aber auch zwischen den einzelnen Ressorts Justiz und Wissenschaft. Worum geht es dabei? – Es geht darum, das Interesse an den Berufsfeldern, die innerhalb der Gerichtsmedizin in Wirklichkeit zahlreich sind, zu steigern, zu wecken und diese Vielfalt auch aufzuzeigen. Man sieht bereits erste Erfolge, man hat nämlich bereits gesteigertes Interesse an diversen Berufen innerhalb des gerichtsmedizinischen Feldes geortet. Dieser Weg sollte unbedingt fortgesetzt werden, um dem Fachkräftemangel beizukommen. (Beifall bei der SPÖ.)
Der Bericht zeigt aber eines ganz deutlich, nämlich wie wichtig eine verlässliche Infrastruktur im Gewaltschutz respektive in der Prävention ist. In der Gerichtsmedizin geht es ja darum, dass mögliche relevante Beweise möglichst wenig beanspruchend für die Opfer rasch, professionell und lückenlos gesichert und erfasst werden können.
Ich möchte da schon auf das erfolgreiche Pilotprojekt in Graz, nämlich die dortige Gewaltambulanz, zu sprechen kommen. Diese Gewaltambulanz wird sehr gut bewertet, gerade wissenschaftlich evaluiert, wie auch schon erwähnt wurde, und sie ist nicht nur regional von hoher Bedeutung, sondern auch überregional, sprich: in dem Fall für die ganze Steiermark. Warum? – Weil dank moderner telemedizinischer Einrichtungen und Notfalltoolkits wirklich die gesamte Steiermark bedient werden kann. Wie kann man sich das vorstellen? – Beispielsweise indem bei einer gerichtsmedizinischen Untersuchung Fachärzte via Telemedizin – die haben dafür eine Spezialbrille auf – beigezogen werden und diese sofort Dinge erkennen können oder auch unmittelbar ein fachliches Urteil abgeben und die Gerichtsmedizin in der Expertise verstärken können.
Wichtig ist, dass wir diesen Weg gemeinsam gehen, nämlich Gewaltschutz und Gewaltambulanzen österreichweit voranzutreiben, damit wirklich eine gesicherte und qualitätsvolle Opferversorgung und Beweiserfassung gewährleistet ist. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Bravo!)
22.29
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Als Nächste ist Frau Abgeordnete Wotschke mit 3 Minuten eingemeldeter Redezeit zu Wort gemeldet. – Bitte sehr.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.