Bundesrat Stenographisches Protokoll 615. Sitzung / Seite 133

Home Seite 1 Vorherige Seite Nächste Seite

Das sind Sparmaßnahmen am falschen Platz. Eine Katastrophe könnte nämlich das Zigfache kosten, und es könnte auch die dort wohnende Bevölkerung in Bedrängnis gebracht werden. Ich denke nur an die Fläche Ramingstein, betreffend welche man sich erst in den letzten Tagen im Fernsehen mit Sorge geäußert hat.

Aus diesem Bericht ist zu ersehen, daß viele Punkte der Vision nach vorne fehlen. Deswegen wird die freiheitliche Bundesratsfraktion diesem Bericht nicht zustimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)

18.52

Vizepräsident Dr. DDr. h. c. Herbert Schambeck: Zu Wort gemeldet ist weiters Herr Bundesrat Ferdinand Gstöttner. Ich erteile es ihm.

18.52

Bundesrat Ferdinand Gstöttner (SPÖ, Oberösterreich): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Der heute vorliegende Waldbericht 1994 gibt uns viele Informationen und auch eine recht gute Übersicht über die aktuellen Fragen der österreichischen Forstwirtschaft. Der Bericht auch das soll man sagen ist wieder sehr gut gemacht worden. Er ist in einer Art und Weise zusammengestellt, daß auch diejenigen, die nicht so spezialisiert sind, wertvolle Daten zur Hand haben. Besonders betonen möchte ich und auch dafür möchte ich mich bedanken , daß dieser Waldbericht 1994 auch von der Gestaltung und vor allem von den Berichten her übersichtlich, interessant, gut verständlich geschrieben und gestaltet ist.

Wenn Kollege Eisl die verspätete Vorlage etwas kritisiert hat, so darf ich annehmen, daß das nicht so heiß gegessen wird. Denn ich nehme stark an, daß der Herr Bundesminister und seine Mitarbeiter schon bei der Vorlage des Rohkonzeptes ihre Arbeit begonnen haben und nicht erst jetzt, wenn bei uns im Bundesrat berichtet wird. Ich richte jedenfalls ein Danke an alle Damen und Herren, die im Ministerium und auch an allen anderen Stellen daran mitgearbeitet haben und für diesen Bericht verantwortlich sind.

Ich möchte ein paar Details erwähnen, zunächst zur Waldinventur: Die seit 1961 auf mathematischen und statistischen Grundlagen durchgeführten Erhebungen geben uns Auskunft über die wesentlichen Merkmale der Struktur und der Entwicklung des österreichischen Waldes. Die Ergebnisse der vorangegangenen Auswertungsperioden weisen einerseits zunehmende Waldflächen, Holzvorräte und Zuwächse auf, andererseits treffen sie die Feststellung, daß die Bestandesschädigungen vor allem beim Schutzwald besorgniserregend sind.

Ich möchte zum Schutzwald bemerken, daß es in Österreich nach dem Waldbericht zirka 4 Millionen Hektar Wald gibt, davon sind ungefähr 161 000 Hektar Schutzwald, der zu einem großen Teil überaltert und geschädigt ist. In diesem Lichte erhält das im Sinne der Alpenkonvention unter österreichischer Federführung erarbeitete Bergwaldprotokoll eine besondere Bedeutung. Ziel ist die Erhaltung, Stärkung und Wiederherstellung der Waldfunktionen, insbesondere natürlich auch der Schutzfunktionen durch Verbesserung der Widerstandskraft und der Waldökosysteme. Dabei ist die Reduktion der Luftverschmutzung, der Schalenwildbestände, der Waldweide und Erholungsnutzung erforderlich. Die bisherigen Bemühungen und Anstrengungen des Bundes, bei denen man auch um grenzübergreifende Lösungsansätze bemüht war und die inzwischen ausgearbeiteten Konzepte und Detailplanungen der Bundesländer miteinbezogen hat, kann man als durchaus positiv einstufen.

Was die Waldschadenbeobachtung anlangt, so zeigen die Untersuchungen, daß sowohl der Zustand der Waldböden, der Baumkronen, auch was die Auswirkungen der Luftverschmutzung anlangt, nicht befriedigend sind. Sehr ernst ist die Lage in der ehemaligen DDR, in der CSSR und auch in Polen.

Die bisher in Österreich gesetzten Maßnahmen gegen das Waldsterben können durchaus als meßbarer Erfolg bezeichnet werden. Katalysatorregelung, Reduktion der Schwefelemissionen, Entstickungs- und Entstaubungsanlagen, Schutzwaldprogramm, Waldverbesserungsmaßnahmen haben zwar da und dort zu heißen Diskussionen, aber letzten Endes doch zum Erfolg


Home Seite 1 Vorherige Seite Nächste Seite