Bundesrat Stenographisches Protokoll 620. Sitzung / Seite 59

Home Seite 1 Vorherige Seite Nächste Seite

Was auch im Gesetz verankert ist, ist, daß die Bundesforste AG in Zukunft an Naturschutzprogrammen und Nationalparks mitwirken soll. Das ist ebenso gut gewählt.

Ein weiteres Ziel, das heute schon kurz angesprochen wurde, ist, daß auch in der Wildbewirtschaftung ökologisches Gleichgewicht vorherrschen soll. Das heißt im Klartext, daß der Wald grundsätzlich auch Heimat der wildlebenden Tiere sein und bleiben muß, daß es aber auch klare Obergrenzen des Wildbestandes geben muß, um Schäl- und Verbißschäden hintanzuhalten. Ganz auszuschließen wird das nie sein. (Beifall bei der ÖVP.)

Ich glaube aber auch, daß es für künftige Generationen ein Ziel sein muß, die Vielfalt an Flora und Fauna zu erhalten. Manchmal mache ich mir diesbezüglich schon Sorgen, weil ich in meiner täglichen Tätigkeit doch auch tiefer in Forstverwaltungen und Reviere hineinsehe, und es gibt bedauerlicherweise das eine im Übermaß und auch das andere. Manchmal ist es so, daß große Verwaltungen kaum noch Schalenwild aufweisen können, daß in die Bestände des Wildes zu tief eingegriffen wurde. Ich sage es aber auch ganz klar, es gibt auch das andere, wo durch Höchstbestände der Wald gefährdet ist. Ich glaube, hier ist die Ziellinie, ein ausgeglichenes Verhältnis zu finden, der richtige Weg.

Was mich ganz besonders freut, ist, daß die Dienstnehmer, die derzeit dort ihren Arbeitsplatz haben ich betone nochmals: zirka 2 300 , mit allen Rechten und Pflichten übernommen werden konnten, daß eine der Grundsäulen die eigene Kollektivvertragsfähigkeit auch in Zukunft gegeben sein wird, daß als nächstes die Bildung eines österreichweiten Zentralbetriebsrates gewährleistet ist und daß die Zugehörigkeit zur gesetzlichen Interessenvertretung wie bisher aufrechtbleibt.

Natürlich hat sich das Team und der Herr Minister auch einer Reihe von Problemen gegenüber gesehen. Das sogenannte Salzburger Problem, das ja seit einem dreiviertel Jahrhundert besteht, konnte dennoch so gelöst werden, daß alle zufrieden sind. Diese Klippe wurde klar und deutlich umschifft, damit die AG mit 1. 1. 1997 ihre Tätigkeit aufnehmen kann.

Ein großes Problem stellt auch Abs. 2 im § 1 dar, bei dem es darum geht, daß auch andere Flächen des Bundes in die Verwaltung der Bundesforste AG übertragen werden können. Ich bin froh, daß es nunmehr die Formulierung "können" geworden ist, denn hier sehe ich doch als Kenner beider Situationen ich werde das noch etwas näher ausführen eine Reihe von Problemen. Wenn ich an die Heeresforstverwaltung Allentsteig denke und die sonstigen Aufgaben und Ziele der Bundesforste laut Gesetz und auch bisher vor mir sehe, dann ist es für mich unvereinbar, daß hoheitliche Aufgaben des Bundesheeres, des Militärs mit wirtschaftlichen Zielüberlegungen der Bundesforste in Einklang gebracht werden können. Ich warne die Österreichische Bundesforste AG vor Übernahme dieser Flächen, denn es würde zu ständigen Reibereien führen, und ich glaube, daß die Trennung, wie wir sie bisher kennen, für beide Seiten das Beste ist.

Der Minister und sein Team mußten sich auch mit krausen Ideen herumschlagen. So zum Beispiel mit der generellen und kostenlosen Zurverfügungstellung von Forststraßen für die relativ kleine Gruppe der Mountainbiker. Auch das wurde bewältigt, und es wurde gut bewältigt.

Ich habe an und für sich die Hoffnung, daß sich die bisherige jahrelange Tendenz, Entscheidungen mehr und mehr in den Zentralbereich zu verlagern, in Zukunft etwas ändern wird, damit den modernen Grundsätzen einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung in unterschiedlichen geographischen Lagen Rechnung getragen wird, daß rasche Entscheidungen vor Ort gefällt werden können. Ich weiß, daß das hochqualifizierte Forstpersonal bereit ist, Entscheidungen zu treffen und auch die Verantwortung zu übernehmen, so wie es einem modernen Management entspricht.

Die Förster, im speziellen die Staatsförster, haben das bei ihrem Förstertag im Oktober 1996 in Krems klar zum Ausdruck gebracht und eine Resolution verabschiedet, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.


Home Seite 1 Vorherige Seite Nächste Seite