Das Veranstalten von Zeltfesten war in der Vergangenheit in den meisten Bundesländern überhaupt kein Thema. Viele Vereine finanzieren dadurch ihren Aufwand, denn sonst müßten sie von den Gemeinden, vom Land oder vom Bund zusätzliche Förderungsmittel beanspruchen. Es könnten zahlreiche Trachten, Musikinstrumente oder lebensrettende Gerätschaften der Feuerwehren nicht angeschafft werden, wenn diese Einnahmen nicht vorhanden wären. Es gäbe auch manches neue Feuerwehrauto und manches Feuerwehrhaus nicht, wenn nicht die Mitglieder der Feuerwehren durch die Abhaltung solcher Feste einen großen Anteil selber aufgebracht hätten.
Ich denke dabei nur an den enormen Aufwand der Sportvereine, die sehr viel Geld in die Jugendförderung investieren. Ein kleines Beispiel aus der Praxis zeigt, wie groß der Finanzierungsaufwand für diese Sportvereine ist. So hat in meiner Nachbargemeinde ein kleiner Fußballverein, der in der untersten Liga spielt – also wirklich ein kleiner Verein –, alleine an Fahrtkosten jedes Jahr 200 000 S zu berappen; für die Buskosten hat er 200 000 S auf den Tisch zu legen, die vom Verein natürlich selber aufgebracht werden müssen.
Es ist eine Tatsache, daß hier, wie auch in vielen anderen Vereinen, sehr viel von ehrenamtlichen Funktionären für die Jugend getan wird, die wirklich eine sinnvolle Beschäftigung in diesen Vereinen findet. Ansonsten müßten wir für Drogenprävention oder für die Bekämpfung der Jugendkriminalität aus der öffentlichen Hand sicher mehr Geld ausgeben, wenn man den jungen Menschen in unserem Land, in diesen Vereinen, nicht Gelegenheit böte, mitzumachen.
Meine Damen und Herren! Wer selber einmal ein Fest organisiert hat, weiß, welcher Arbeitsaufwand wirklich dahintersteckt. Kollegin Haunschmid! Es stimmt einfach nicht, daß Zeltfeste nicht dieselben Auflagen erfüllen müssen, wie sie die Gastronomie erfüllen muß. Es ist so, daß eine Bauverhandlung für die Errichtung des Zeltes abgehalten werden muß. Es sind dieselben Hygienevorschriften erforderlich. Ich weiß von einem Fest, bei dem alle, die mit der Essensausgabe zu tun hatten, vorher zum Amtsarzt vorgeladen wurden und sich dort untersuchen lassen mußten. Daß ein Geschirrspüler und entsprechende WC-Anlagen vorhanden sind, ist ja sowieso schon selbstverständlich.
Glauben Sie ja nicht, meine Damen und Herren, daß diese Auflagen nicht entsprechend überwacht werden! Die Gesundheitsbehörde der Bezirkshauptmannschaft ist sehr streng – zumindest in meinem Bereich. Sie schaut sehr darauf, daß diese Auflagen auch erfüllt werden.
Was wäre der Tourismus in unserem Land ohne die zahlreichen traditionellen Feste? Kollege Pfeifer hat auch schon darauf hingewiesen. Gerade diese Feste sind ein Teil unseres Tourismus, wobei viele Gäste nur zum Zwecke des Besuches dieser Feste in unser Land kommen. Daß dabei auch die Zusammenarbeit zwischen Festveranstaltern und Wirten funktioniert, habe ich erst am letzten Sonntag in meinem Heimatbezirk erleben können, als eine Musikkapelle ihr 100jähriges Bestehen feierte und im Rahmen des Bezirksmusikfestes dieses Jubiläum begangen hat. Schon Wochen vorher hat der regionale Tourismusverband im deutschen Fernsehen, in SAT 1, mit großem Erfolg dieses Fest beworben. Es sind zahlreiche Gäste nur zum Zwecke des Besuches dieses Festes in die Gemeinde gekommen.
Daß natürlich auch einige Gastkapellen vorher angereist sind und dies mit einem Vereinsausflug verbinden, ist fast selbstverständlich. Daß diese wiederum den Tourismus und den Umsatz der Gastwirte in diesem Bereich beleben, ist klar. Jeder, der vergangenen Sonntag in die umliegenden Gasthäuser zum Mittagessen gehen wollte, hat Pech gehabt, weil alles überfüllt und kein Platz mehr zu ergattern war.
Aber auch die ortsansässigen Wirte haben selbst mit Hand angelegt, und jeder hat zusätzlich noch – man höre und staune! – zwei Leute von seinem Mitarbeiterstab zur Verfügung gestellt, damit dieses Fest ohne Probleme abgewickelt werden konnte. Es geht also auch gemeinsam. Die Wirte wissen die Arbeit unserer Traditionsvereine zu schätzen. Schützen-Musikkapellen wären in unserem Land nicht denkbar, wenn die Wirte sie nicht unterstützten.
Ich bin aber dagegen – ich möchte das klarstellen –, wenn es nur Pseudovereine sind, die diese Feste nur deswegen veranstalten, um Geld in die Kasse zu bekommen, also nur für sich selbst dieses Geld beschaffen. Dagegen muß man strikt auftreten.
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