Bundesrat Stenographisches Protokoll 663. Sitzung / Seite 35

Home Seite 1 Vorherige Seite Nächste Seite

betreffend die Natur gab, immer in der besten Absicht, das ist klar, aber die Einsichten ändern sich erfreulicherweise oftmals, so hoffen wir es, zum Guten  mit dazu beitragen soll, dass gerade bei der Wildwasserverbauung und Ähnlichem zu einem naturbezogenen Bau geschritten wird. Es wird so manches, was wir in den vergangenen Jahren mit vielen staatlichen Geldern finanziert haben, rückgebaut, und dieser Rückbau trägt dazu bei, dass die österreichische Landschaft ihre liebliche und dem Fremdenverkehr bekömmliche Gestalt wiederum annimmt.

Dieser ökologische Systemansatz soll ein ganzheitlicher sein; hoffentlich ist er es. Es wird nicht ganz einfach sein, diesen Kompromiss mit den verschiedensten Interessen zu koppeln, aber da sind wir Österreicher, so glaube ich, europaweit führend.

Die ökologische Funktionsfähigkeit wird als Fähigkeit zur Aufrechterhaltung des Wirkungsgefüges zwischen einem Gewässer und seinem Umland, dem umgebenden Lebensraum, bezeichnet. Ich glaube, es ist sehr wichtig, dass wir diesen Lebensraum, in dem die Wasserbewirtschaftung stattfindet, genau betrachten.

Ziel dieser Gewässerbetreuung ist es und wird es sein, die Sicherung der ökologischen Funktionsfähigkeit, die Minimierung der Eingriffe in die Natur, den Hochwasserrückhalt und die Anpassung der Anforderungen des Hochwasserschutzes an die Raumordnung zu gewährleisten. Ich glaube, es ist ein wesentlicher Punkt, dass die Anforderungen der Raumordnung im Zusammenhang mit dem Hochwasserschutz nicht zu großdimensioniert angesetzt werden, sondern dass kleindimensionierte Einheiten für den Hochwasserschutz geschaffen werden, denn diese sind übersichtlich und die Eingriffe in die Natur sind nicht zu groß.

Welches Problem haben wir aber?  Wir haben dieses Problem vielfach schon von unseren Vätern und Großvätern geerbt, und zwar die Belastung der Böden durch Überdüngung. Das ist ein langfristiger Prozess, den wir nicht von heute auf morgen regulieren, regeln können. Das regelt zum Teil der Markt, weil die Preise für Düngemittel inzwischen eine Höhe erreicht haben, bei denen sich jeder Landwirt überlegt, Düngemittel einzusetzen, und daher tut er dies für seinen Kulturbereich meist nur im gerade notwendigen Ausmaß.

Es gibt einen Unsicherheitsfaktor, den Kollege Koller schon angesprochen hat, und zwar die Kanalisierung im ländlichen Bereich. Diesbezüglich ist man bereits zur Erkenntnis gelangt, man erkennt, nicht Großkläranlagen sind das, was die Bevölkerung wünscht beziehungsweise was für die Natur notwendig ist, sondern es sind die kleinen, spezifischen Anlagen, die nicht unbedingt gemeindeumfassend, sondern bestenfalls katastralgemeindespezifisch angelegt werden.

Es gibt dabei Lösungen, die weit einfacher sind als die rein technischen Lösungen, etwa die Grün-Kläranlagen, die sich in manchen Bereichen bewähren  auch wenn Herr Kollege Neuner jetzt etwas zurückweisend oder ablehnend den Kopf schüttelt. Ich glaube, es gäbe viele Möglichkeiten für einfache Lösungen in jenen ländlichen Bereichen, in denen es keine Industrieanlagen gibt, zum Beispiel gibt es auch die Möglichkeit, Klärschlamm verwendbar zu machen, und Kollege Koller hat bereits gemeint, diesen als Düngemittel verwenden zu können.

Grundsätzlich, muss ich sagen, ist der Gewässerschutzbericht 1999 eine sehr gute Arbeit, und ich hoffe auf eine Weiterentwicklung. Zur Frage, ob wir an die 100 Prozent herankommen werden, meine ich, das ist keine Notwendigkeit, denn es gibt einzelne Gehöfte, für die solch eine Lösung absolut nicht zielführend wäre. (Beifall des Bundesrates Ing. Gruber. )   Danke vielmals für den angekündigten Applaus. Sie können ihn jetzt weiterführen. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)   Danke.

Ich komme nun zum Landwirtschaftsbericht, zum Grünen Bericht 1998. Dieser ist insoferne etwas weniger erfreulich, als die Einkommensentwicklung für die landwirtschaftliche Bevölkerung doch zu wünschen übrig lässt. Wir haben in diesem Bereich einen Rückgang um 3,8 Prozent zu verzeichnen  in einer EU-Statistik wird sogar von 4,2 Prozent gesprochen , und das ist natürlich für die betroffene ländliche Bevölkerung schmerzlich.

Der Anteil der ländlichen Produktion am Bruttoinlandsprodukt beträgt 1,4 Prozent. Die Erzeugerpreise sind im Durchschnitt um 4,3 Prozent zurückgegangen. Zwei Beispiele: Die Preise für


Home Seite 1 Vorherige Seite Nächste Seite