Bundesrat Stenographisches Protokoll 663. Sitzung / Seite 54

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Ich möchte vielleicht ein Dichterwort voranstellen: "Was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es täglich, um es zu besitzen"  und mit diesem Bericht wird das gemacht. Es ist vielleicht etwas vermessen, diesen Bericht diskutieren zu wollen.

Ich möchte nur ein paar  scherzhafte  Anmerkungen dazu machen, dass man in diesem Bericht natürlich eine Unzahl von fachlichen Fremdwörtern kennen lernt, deren deutsche Bedeutung zum Glück auch immer dabeisteht. So heißt etwa "künstlich verändert" euhemerob, "natürlich" heißt ahemerob . Das sind schöne Begriffe. Und es gibt eine ganze Liste solcher Begriffe, ich habe mir das einmal angeschaut und muss sagen, da ist wirklich ein Bericht erstellt worden, dem viele Stunden wissenschaftlicher Arbeit vorangegangen sind.

Wir wissen, dass aus dem Anlass, Umwelt ernst zu nehmen, auch viele internationale Konferenzen stattgefunden haben, von denen es dann viele Protokolle, die mit den Namen hübscher Hauptstädte auf unserem Erdball bestückt sind, gibt.

Es ist erfreulich, dass es, wie man dem Bericht auch entnehmen kann, dem Wald international besser geht  trotzdem es noch immer Umweltverschmutzungen gibt. Aber was ist es, was eigentlich diesen Bericht über das Handeln um die Umwelt so wichtig macht?  Es ist doch die Angst vor den Klimaänderungen, auch Klimaänderungen, die wir befürchten!

Und so kommen die Klimaforscher zu einigen Resultaten, die nicht immer ganz unseren Absichten entsprechen. Klimaforscher haben überraschend deutlich eingestanden, dass sie den menschlichen Einfluss auf das Klima in ihren Modellen noch immer nicht eindeutig ausmachen konnten. Das bedeutet aber nicht, dass es diesen menschlichen Einfluss nicht gibt  das sagen sie gleich dazu! Weiters gehört es seit einiger Zeit zu den Gepflogenheiten dieser Zunft, nämlich der Klimaforscher, den anthropogenen Treibhauseffekt für jedes Hochwasser, für jeden Wirbelsturm und für jede Hitzeperiode verantwortlich zu machen  und das, so meinen viele Forscher, ist natürlich nicht ganz sinnvoll. Aber ein Körnchen Wahrheit wird schon darin stecken, dass der Klimafaktor Mensch dabei auch im Spiel ist.

Es wird kaum noch wahrgenommen, dass das Klima von Natur aus und stets und in den letzten Jahrtausenden durchaus nachweisbar ständig geschwankt hat. Wer will sich denn daran erinnern  keiner von uns kann es auf Grund seines Lebensalters , dass man im Spätmittelalter auf Grönland Wein gepflanzt hat, auch in der Höhe von Stockholm? Und diese Klimaänderungen müssen auf natürliche Art und Weise stattgefunden haben!

Daher meine ich, dass wir uns durch manche nicht immer erfreulichen Daten nicht schrecken lassen sollen, durch manche Ereignisse nicht immer schrecken lassen sollen. Es ist nicht alles vom Menschen gemacht  erfreulicherweise! Wir wissen, dass manche der großen Vulkanausbrüche  und eben jetzt erleben wir wieder einen auf einer japanischen Insel  viel mehr zu Klimastörungen beitragen, als es Menschenhand in der Lage ist zu tun.

Es soll uns jedoch  schon aus rein ökonomischen Gründen  nicht von unseren Bemühungen, das Klima, die Umwelt zu schonen, abhalten. Denn das, was man in der Luft abfackeln kann, könnte man unter Umständen auch ökonomisch verwerten, das, was in das Abwasser fließt, könnte man wahrscheinlich auch ökonomisch verwerten. Der Sparsamkeitstrieb des Menschen also, die Produkte  auch die Abfallprodukte  zu verwerten, wird in Zukunft dazu beitragen, unsere Umwelt weiter und vielleicht noch vermehrt lebenswert zu erhalten.

Die Umweltsituation mag manchmal bedrohlich ausschauen, mancher Lawinenabgang lässt uns vielleicht erschauern und fragen, was wieder los ist, aber daran erkennen wir, dass die Möglichkeiten des Menschen, auf das Klima Einfluss zu nehmen, begrenzt sind. Nehmen wir manches auch als fast gottgegeben hin, aber achten wir darauf, dass das, was der Mensch verbessern kann, auch stetig verbessert wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Bundesräten der ÖVP.)

12.35

Präsidentin Anna Elisabeth Haselbach: Herr Bundesminister! Ich erteile Ihnen das Wort. Bitte.


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