Bundesrat Stenographisches Protokoll 668. Sitzung / Seite 88

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Zum Schluss bleibt eines übrig, und das hat, so glaube ich, Herr Minister Scheibner zu verantworten. Zum Ersten hat er zu verantworten, dass die einschlägige Industrie der Zulieferanten im militärischen Bereich auf Grund der Kompensationsgeschäfte jetzt leider nicht zum Zug kommt. Da hat er sicherlich Erklärungsbedarf. Zum Zweiten wird er gegenüber dem österreichischen Steuerzahler Erklärungsbedarf haben, warum er ein um 530 Millionen Schilling teureres Gerät kauft.  Danke. (Beifall bei der SPÖ. Zwischenruf des Bundesrates Dipl.-Ing. Missethon. )

15.48

Vizepräsident Jürgen Weiss: Als nächstem Redner erteile ich Herrn Bundesrat Dr. Vincenz Liechtenstein das Wort. Bitte.

15.48

Bundesrat Dr. Vincenz Liechtenstein (ÖVP, Steiermark): Herr Präsident! Herr Minister! Verehrte liebe Kolleginnen und Kollegen! Es wurde schon etliches gesagt. Ich muss sagen, da ich für eine starke Landesverteidigung bin, tut es mir sehr Leid, dass wir nicht beide Hubschraubertypen für unsere Armee haben: den sehr effizienten Kampfhubschrauber, der auch Transporthubschrauber ist, den amerikanischen "Black Hawk" und auf der anderen Seite den französisch-deutschen Puma "Cougar". Es ist auch die Argumentation völlig richtig, dass wir in Europa natürlich auch die europäische Basis sehen müssen.

Aber ich glaube, wir müssen uns darüber im Klaren sein: Wir haben in Wahrheit schon seit Jahren einen Bedarf an Hubschraubererneuerung. Der schwere Unfall in Galtür hat das vor Augen geführt, und wir haben unmittelbar anschließend  das liegt jetzt schon über eineinhalb Jahre zurück  beschlossen, sofort Hubschrauber zu kaufen  Hubschrauber für das Bundesheer, die auch für solche Katastrophenfälle zur Verfügung stehen und helfen können.

Die Entscheidung ist jetzt für den "Black Hawk" gefallen. Für die militärische Seite man muss es als militärische Seite sehen, wenn das Bundesheer einen Helikopter hat  hat er zweifelsohne klare Vorzüge gegenüber dem Konkurrenzmodell "Cougar". Dazu zählen vor allem die besseren Transporteigenschaften, die höheren Leistungsreserven und eine umfangreiche Sicherheitsausstattung. Auslöser war, wie gesagt, Galtür.

Die Kosten des Auftrages zu Gunsten von "Black Hawk", der auch bei Evakuierungsflügen im Paznaun im Einsatz gewesen ist, belaufen sich auf 2,9 Milliarden Schilling. Die Entscheidung ist auch aus wirtschaftlicher Sicht machbar. Das Volumen der Kompensationsgeschäfte, die Sikorsky gegenüber Österreich angeboten hat, liegt bei 5,8 Milliarden Schilling. Das entspricht zumindest dem doppelten Wert des Auftragswertes für die Helikopter.

Die Auslieferung der ersten Maschinen werde in etwa 20 Wochen erfolgen. Der "Black Hawk" ist ein Mehrzweckhubschrauber mit zwei Triebwerken, die je 1940 PS leisten. Ich werde jetzt über den "Black Hawk" sprechen, weil die Entscheidung zu seinen Gunsten gefallen ist. Aber ich muss sagen, der "Puma" hat auch große Vorteile, aber ich muss mich jetzt stärker auf einen konzentrieren.

Dieser Antrieb verleiht dem Hubschrauber eine hervorragende Hochgebirgstauglichkeit mit einer gegenüber dem französisch-deutschen "Cougar" höheren Leistungsreserve. Alle sagen, die damals in Galtür dabei waren, wo sowohl der "Cougar" als auch der "Black Hawk" im Einsatz gestanden sind, dass auf jeden Fall der "Black Hawk" in der Hochgebirgslage im Schnee der effizientere gewesen ist und damit natürlich der geographischen Konstruktion Österreichs sehr entspricht.

Diese Fähigkeit kommt dem "Black Hawk" vor allem bei Einsätzen in gebirgigen Lagen zugute. Seine Transportkapazität beträgt 20 Personen oder zirka 4 Tonnen Nutzlast. Im Notfall können im "Black Hawk" 25 Leute sein, im Puma das ist ein großer Vorteil wären es 29 Leute. Aber 25 sind auch im "Black Hawk" möglich.

Der "Black Hawk", der weltweit in 24 Staaten erfolgreich eingesetzt wird, bietet seinen Insassen Schutz und Sicherheit, und das hat er sicherlich in ähnlicher Form, wie es der "Puma" hätte. Aber er hat auf jeden Fall, wie alle Experten sagen, einen geringeren Personal- und Wartungs


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