Bundesrat Stenographisches Protokoll 710. Sitzung / Seite 85

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volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, der weit über seine Bedeutung als Tourismus- und Unterhaltungsfaktor hinausgeht.“ – Konkret sprechen wir von einer Summe von 268,9 Millionen €.

Es ist, weil es eben nicht nur reine Sache des Sportes ist, daher wichtig, Kooperatio­nen mit dem Gesundheitsressort oder auch mit dem schulischen Ressort, dem Unter­richtsministerium einzugehen, denn, wie der Herr Staatssekretär schreibt, es beginnt „von Kindesbeinen an“. Ich glaube, wir alle kennen die Statistiken, wonach die 11- bis 14-Jährigen, darunter speziell die Hauptschüler, gravierende Haltungsschäden haben, vor allem deshalb, weil sie immer mehr vor dem Computer sitzen, aber auch auf Grund von Umwelteinflüssen und anderen Ursachen.

Aber ich stehe nicht hier, um zu kritisieren, sondern ist stehe hier, um noch einmal da­zu zu ermuntern, mit diesen Ministerien beziehungsweise Ressorts Kooperationen zu finden und diesen Weg zu verbessern, der sicherlich ein sehr guter ist.

Ein mir wichtiges Thema sind die Nachwuchsförderungen. Dazu möchte ich allerdings auch Kritik anbringen. Es heißt immer: Die besten Trainer zum Nachwuchs!, aber das erfolgt leider nicht in dem Ausmaß, wie ich persönlich es mir wünsche. Es gibt sehr wohl sehr gute und qualifizierte Trainer, aber nicht in dem Ausmaß, wie es für den Nachwuchs erforderlich ist.

Positiv anmerken möchte ich, dass das Budget für den Nachwuchs im Sportbereich von 523 244 € im Jahr 2001 auf 567 000 € im Jahr 2002 erhöht wurde. Was ich aller­dings nicht verstehe – Herr Staatssekretär, vielleicht könnten Sie mir darauf eine Ant­wort geben –, ist, warum die Verbandsförderungen im Nachwuchsbereich von 2001 auf 2002 um zirka 60 000 € verringert worden sind. Dies steht so im Sportbericht.

Noch kurz zwei Dinge, wie ich sie mir auch nicht wünsche – und ich denke, die öster­reichische Bevölkerung hat ein Recht darauf, sämtliche Großveranstaltungen im ORF zu sehen: Die Entwicklung, wie sie sich in der österreichischen Bundesliga derzeit er­gibt, dass ein privater Fernsehsender die Fußballspiele überträgt, ist in meinen Augen nicht im Sinne des Erfinders. Ich glaube, alle Österreicherinnen und Österreicher ha­ben ein Recht darauf, bei allen Sportveranstaltungen die Leistungen unserer österrei­chischen Sportler bewundern zu können. (Zwischenruf.) – Das ist sicherlich eine Frage des Preises, aber wir alle zahlen doch Steuern und Gebühren, oder? (Bundesrat Bie­ringer: Das ist richtig! ...!)

Ein kurzes Beispiel noch aus meiner Heimatgemeinde: Dort wurde vor zwei Jahren ein neues Sport- und Freizeitzentrum errichtet (Ruf bei der SPÖ: Aus Holz!) – aus Holz, ja! (Beifall eines Bundesrates der SPÖ) –, gefördert aus Mitteln des Landes und der Ge­meinde Bad Aussee. Vor zirka 20 Jahren war das gesamte Grundstück dem Bund ge­schenkt worden, und zwar unter der Prämisse, dass die Erhaltungskosten von der Gemeinde Bad Aussee zu tragen sind und sämtliche Vereine in Bad Aussee die Mög­lichkeit haben, dort gratis Sport zu betreiben.

Nach der Errichtung dieses Zentrums ist voriges Jahr, im Juni 2003, der Gemeinde ein Schreiben ins Haus geflattert, in dem die so genannte BIG, die Bundesimmobilienge­sellschaft, auf Grund der Erhöhung der Wertigkeit dieses Grundstückes einen Pacht­zins von jährlich 35 000 € verlangt. (Rufe bei der SPÖ: Au! Stolz!) Das ist, glaube ich, nicht der richtige Weg, um spezielle Nachwuchsförderung zu betreiben!

Die Gemeinde Bad Aussee hat sich daher nach schwierigen Verhandlungen mit der BIG dazu entschlossen, dieses Grundstück von der BIG um 183 000 € zurückzukau­fen. Dieses Grundstück ist jetzt wieder im Gemeindeeigentum. Aber ich glaube, es wäre besser gewesen, mit diesen 183 000 € die Jugend zu fördern!

 


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