BundesratStenographisches Protokoll770. Sitzung / Seite 83

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Vizepräsident Mag. Harald Himmer: Weitere Wortmeldungen hiezu liegen nicht vor. Wünscht noch jemand das Wort? (Bundesminister Mag. Darabos: Ja, schon längst!) – Der Herr Bundesminister? Das tut mir leid, ist mir nicht angezeigt worden. Bitte, Herr Bundesminister.

 


13.41.51

Bundesminister für Landesverteidigung und Sport Mag. Norbert Darabos: Da der Vorsitz gewechselt hat, nehme ich das jetzt nicht als Affront, sondern als kleinen Fehler zur Kenntnis. (Heiterkeit.)

Doch Spaß beiseite: Meine Damen und Herren, ich darf mich bedanken – und es ist wirklich auch für mich richtungsweisend –, dass alle im Haus vertretenen Parteien von einem Vierparteienantrag zu einer Fünfparteieneinigung in diesem Bereich kommen. Ich kann die Wortmeldungen nur unterstreichen. Es geht tatsächlich um mehr als um eine finanztechnische Sache, es geht um den Versuch, in Richtung eines neuen Sport­förderungsgesetzes 2011 eine Grundlage zu schaffen. Diese Änderung der Bundes-Sportförderung ist natürlich nur mit dem Hohen Haus, mit dem Nationalrat und dem Bundesrat zu erreichen. Mit dieser als Initiativantrag eingebrachten Regelung und mit Ihrer heutigen – das entnehme ich den Wortmeldungen – bestätigenden Vorgangs­weise zeigen wir, dass wir im Sport die Reform dieses Fördersystems ernst nehmen.

Worum geht es konkret? – Es geht um die Realisierung der akut vorliegenden Bedürf­nisse des organisierten Sports. Es geht im zweiten Punkt darum, die Förderung an die Arbeit und an die Bedürfnisse der erfolgreichen Verbände und Vereine sowie der er­folgreichen Sportlerinnen und Sportler anzupassen. Es geht auch darum – ich sage das auch offen –, dass wir gerade im Lichte einer Finanzkrise mit dem Abspringen von Sponsoren konfrontiert sind. Nun wird ein bisschen mehr Spielraum geschaffen, um etwas abfangen zu können.

Es geht um die Unterstützung von Spitzensportlerinnen und -sportlern, die für unser Land tatsächlich eine Visitkarte abgeben – nicht nur im Sport, sondern insgesamt. Und es geht auch darum – ich sage das an einem ganz einfachen Beispiel –, dass Ver­bände, die in den letzten Jahren explosionsartig Erfolge erzielen konnten, wie bei­spielsweise der Schwimmverband, mittlerweile nicht mehr hundertprozentig in der Lage sind, Sportlerinnen und Sportler zu Großveranstaltungen wie zur Weltmeisterschaft in Rom zu schicken. Mit diesem heutigen Beschluss machen Sie es möglich, dass der Spielraum etwas erweitert wird und dass wir in diesem Bereich nicht mehr nach dem Gießkannenprinzip vorgehen müssen, sondern durchaus auch Prioritäten setzen kön­nen.

Ich habe den Debattenbeiträgen, auch aus meiner Fraktion, entnommen, dass es sehr viele Begehrlichkeiten geben wird (Heiterkeit des Bundesrates Mag. Klug), was diese finanziellen Mittel angeht, die hier jetzt für diese Bereiche, die ich angesprochen habe, freigemacht wurden.

Ich bitte um Verständnis dafür, dass man natürlich nicht allen Wünschen entgegen­kommen kann. Man muss auch offen sagen, dass die Sportförderung in Österreich bei den Ländern sehr gut aufgehoben ist und dass wir mit einem Budget von mittlerweile ungefähr 100 Millionen € sehr viel Geld zur Verfügung haben; andererseits – man kann immer sagen, das Glas ist halbvoll oder halbleer – würde ich mir natürlich noch mehr Geld dafür wünschen.

Wir werden Sie in parlamentarische Prozesse einbinden, das verspreche ich Ihnen, wie auch beim Kampf gegen Doping, der heute ja auch mehrfach angesprochen wurde – wenn es nämlich um die Umsetzung der Richtlinien geht. Wir haben mit allen Dach- und Fachverbänden Evaluierungsgespräche konzipiert, denn ohne sie ist der österrei­chische Sport nicht denkbar; wiewohl ich auch der Meinung bin, dass gewisse finan-


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