BundesratStenographisches Protokoll777. Sitzung / Seite 57

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Staatspräsident, der österreichische Staatspräsident. Im Schloss Esterhazy waren vie­le Vertreter der ungarischen Bundesregierung, der österreichischen Bundesregierung anwesend.

Ich glaube, dass das vor allem auch der Jugend gesagt werden muss. Wenn manche 20-, 25-Jährige heute nicht mehr wissen, was der Eiserne Vorhang war, dann ist es wichtig, dass man auch das immer wieder in Erinnerung ruft, denn gerade wir Burgen­länder waren davon sehr, ja hautnah betroffen. Ich selbst komme aus dem Seewinkel. In einer Luftlinie von vier, fünf Kilometern war eben Stacheldraht, waren die Wach­türme, und damit haben wir sehr direkten Kontakt gehabt.

Wir sind natürlich jetzt gefordert, dass wir diese Zusammenarbeit mit unseren Nach­barn weiter intensivieren, dass wir mit den Nachbarn zusammenarbeiten, dass wir die­se Region stärken. Das sind natürlich viele Herausforderungen, die zu lösen sind – ich sage das auch ganz offen –, ob das die Herausforderungen im Bereich der Sicherheit, des Verkehrs oder des Zugangs zum Arbeitsmarkts sind. Auf der anderen Seite gibt es aber natürlich auch sehr, sehr viele Chancen im Bereich der Wirtschaft, im Bereich der Arbeitsplätze.

Ich kann auch sagen, dass wir zum Beispiel in unserem großen Einkaufszentrum in Parndorf mit 3,5 Millionen Besuchern fast 40 Prozent Kunden aus Ungarn, der Slowa­kei und aus den neuen EU-Ländern haben, und von der St. Martins Lodge, die nächste Woche eröffnet wird, erwarten wir uns einen ähnlichen Prozentsatz an Gästen aus dem Ausland, sodass diese ganze Region natürlich auch mitprofitieren soll von diesem neu­en europäischen Raum.

Ich möchte in diesem Zusammenhang auch Konrad Adenauer zitieren. Von ihm stammt der wichtige Satz: Die Einheit Europas war ein Traum weniger, wurde die Hoff­nung vieler und ist heute eine Notwendigkeit für alle. – Zitatende.

Ich glaube, dass dieser Satz sehr, sehr viel aussagt. Dass wir einerseits natürlich das Positive sehen müssen, ist klar, dass wir aber auch auf die Herausforderungen in ent­sprechender Form reagieren müssen und entsprechende Rahmenbedingungen in vie­len Bereichen setzen müssen, ist auch klar.

Das Burgenland hat davon profitiert. Ich habe gesagt, wir haben eine 400 Kilometer lange Stacheldraht- und verminte Grenze im Burgenland gehabt. Wir haben erst seit dem Jahr 1989 die gleichen Voraussetzungen wie die meisten österreichischen Bun­desländer. Wir haben auch durch die Ziel-1-Förderung, die seit dem Jahr 1995 in das Burgenland geflossen ist, massiv davon profitiert. Ich denke, wir haben diese Gelder gut angelegt. Mit Unterstützung des Bundes und mit Landesfinanzen konnten wir sehr hohe Beträge vonseiten der Europäischen Union auslösen und konnten damit wichtige Impulse nicht nur im Bereich des Tourismus, nicht nur im Bereich des Gewerbes, son­dern natürlich auch im Sozialbereich, bei der Qualifizierung, bei der Ansiedlung neuer Industriebetriebe im Burgenland setzen, und das hat wesentlich dazu beigetragen, dass sich das Burgenland in vielen Bereichen so gut entwickeln konnte.

Wir befinden uns heute in einer Zeit der weltweiten Krise, in einer relativ schwierigen Zeit. Es gibt vereinzelt Ansätze, dass diese Krise dem Ende zugeht. Es gibt vereinzelt Tendenzen, dass sich die Wirtschaft erholt, dass es wieder aufwärtsgeht. Diese Zeit er­fordert mehr denn je Zusammenhalt und Stärke durch ein Miteinander.

Die österreichischen Bundesländer stehen für dieses Miteinander. Die österreichi­schen Bundesländer haben in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder gezeigt, dass dieser Zusammenhalt, dieses Miteinander möglich ist, und der Bundesrat und auch die Landeshauptleute stehen für Stärke durch Miteinander.

 


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