und Lehrerinnen als Testadministratoren hier zum Einsatz. Mit der Einbindung der Pädagoginnen und Pädagogen in diesen Bildungsstandardprozess ist für mich auch eine klare Botschaft verbunden, nämlich: Die Schule und die Pädagogenschaft selbst zeigen damit großes Interesse an diesen Rückmeldungen. Sie selbst sind interessiert, sie selbst sind eingebunden, das ist nicht fremdbestimmt, ihnen wird nicht irgendetwas aufgepfropft, sondern sie selbst sind dabei, sie selbst sind bei dieser Prüfung dabei und zeigen Interesse für eine qualitative Weiterentwicklung ihres Unterrichts. Und das bedeutet auch – das möchte ich auch festhalten – den Beginn einer neuen Kultur, einer Feedback-Kultur an unseren Schulen, im Schulwesen, die in anderen Bildungseinrichtungen längst Einzug gehalten hat, wie zum Beispiel an den Universitäten, wo Feedback etwas Normales ist.
Vor Kurzem waren Vertreter der steirischen Schülervertretungen bei mir, die gemeint haben, die Feedback-Kultur gehöre überhaupt ausgebaut, auch die Schüler selbst müssten in dieses Rückmeldesystem stärker eingebunden werden. Ich denke, wenn ich Lehrer bin, habe ich doch selbst Interesse daran, möchte ich wissen, wie ich bei den Schülern ankomme, wie mein Unterricht bei den Schülern ankommt. Das heißt, das ist der Beginn einer Feedback-Kultur, die wahrscheinlich in Zukunft noch weiter ausgebaut wird, und zwar in Form von Überprüfung, Feedback und Bewertung.
Zum SchUG-B: Einführung des Modulsystems. – „Lifelong-Learning“ ist heute ein vielzitiertes Zauberwort. Fort- und Weiterbildung ist die beste Prophylaxe gegen Arbeitslosigkeit und der Schlüssel zum Arbeitsmarkt. Natürlich müssen, damit der Schlüssel auch sperrt, die notwendigen Rahmenbedingungen und entsprechende nutzerfreundliche Strukturen geschaffen werden. Und das geplante modulare System ermöglicht eben mehr Flexibilität, individuelle Gestaltungsmöglichkeit und vor allem eine bessere Anpassung an die Situation von bildungswilligen Berufstätigen.
Ich betrachte überhaupt das Kurssystem grundsätzlich als eine schülerfreundliche Weiterentwicklung unseres Schulsystems, und es wäre überhaupt erfreulich, dieses Kurssystem auch an den Oberstufen insgesamt, AHS, BHS, anzubieten. Nicht zuletzt entfällt auch die Wiederholung ganzer Schulstufen mit allen Gegenständen, deren pädagogische Sinnhaftigkeit – von der ökonomischen spreche ich gar nicht –, nämlich die Wiederholung der gesamten Schulstufe, mit Fug und Recht angezweifelt werden darf.
Aber worauf ich hinweisen möchte bei Weiterbildung, dem Schlüssel zum Arbeitsmarkt: Wenn Bildung wirklich der beste Schutz vor sozialer Ausgrenzung und Armut ist – alle Statistiken zeigen, dass höhere Bildung auch zu mehr Beschäftigungschancen und zu höherem Einkommen führt –, dann muss es ein gesamtgesellschaftliches Anliegen sein, ein nicht unwesentliches Problemfeld in Österreich zu bearbeiten und als solches zu beseitigen, und das sind die sogenannten Early-School-Leavers, das heißt, die frühen Schulabbrecher. Davon haben wir in Österreich nicht wenig, nämlich 10 000 pro Jahr.
10 000 Jugendliche pro Jahr verlassen unser System ohne ausreichende Minimalbildung. Die sind genau definiert: Das sind Schüler, die maximal, wenn überhaupt den Hauptschulabschluss haben, keinen Lehrabschluss haben, keinen Fachschulabschluss haben und keine Matura haben. Also eine große Bandbreite: von keinem Hauptschulabschluss bis keine Matura. Und dieses vorliegende Problem verschärft sich noch dadurch, dass bis zum Jahr 2020 die Zahl der 15- bis 19-Jährigen in Österreich gegenüber 2007 um 13 Prozent abnimmt. Das bedeutet um weitere 65 000 weniger 15- bis 19-Jährige. Das heißt, die Zahl der ersteintretenden jungen Menschen in das Beschäftigungssystem beziehungsweise in die Lehre in dieser Zeit wird weiterhin stark reduziert. Das heißt wiederum: Der Facharbeitermangel ist vorprogrammiert, wenn wir hier nicht ansetzen.
Wenn wir die Zahl der Risikoschüler und Risikoschülerinnen – PISA sagt, wir haben ungefähr 30 Prozent Risikoschüler, die zumindest in einem der Kompetenzbereiche Ma-
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