BundesratStenographisches Protokoll794. Sitzung / Seite 119

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glaube, das ist falsch. Auch wir Männer profitieren davon im Zuge der Kindererziehung. Das ist nicht nur ein Frauenproblem, sondern auch ein Männerproblem.

Es hat sich bei den Kinderbetreuungseinrichtungen schon sehr viel getan, aber man muss auch sehen, dass das regional sehr verschieden ist. Besonders in Ober­österreich, woher ich komme, ist zwar der Gratis-Kindergarten eingeführt worden, aber von den Öffnungszeiten her sieht man leider, dass es gerade in den ländlichen Regionen, wo es umso wichtiger wäre, bei der Flexibilität schon noch sehr viele Defizite gibt.

Teilzeitarbeit ist schon angesprochen worden. – Es gibt sicher Frauen, die gerne Teil­zeit arbeiten. Es gibt Frauen, die Vollzeit arbeiten wollen. Ich glaube, das sollte man jedem selbst überlassen, aber gerade im Bezug auf Teilzeit ist zu sagen: Wenn man die Einkommenshöhen der Teilzeit arbeitenden Frauen sieht, sieht man auch die Probleme. Ich rede jetzt von meiner Region, von meinem Bezirk. Dort, wo Verkäuferin­nen arbeiten, müssen diese oft zwei Stellen haben, damit sie überhaupt ein gescheites Einkommen haben, wenn man überhaupt von einem Einkommen reden will.

Bezüglich Flexibilität wird von diesen Teilzeit beschäftigten Frauen heute verlangt, dass sie – ich will jetzt keine Namen von Geschäften nennen – schon in der Früh zwei, drei Stunden arbeiten sollen oder müssen, dann eine Pause von vier, fünf Stunden haben und dann wieder zwei, drei Stunden arbeiten sollen oder müssen.

Noch dazu – und das muss man betonen –, wo der Arbeitsplatz ja im ländlichen Raum, woher ich komme, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mehr leicht zu erreichen ist beziehungsweise die Wegstrecke zu schaffen ist. Da muss man auch in Bezug auf Kinderbetreuungseinrichtungen noch viele Defizite aufholen.

Teilzeitarbeit habe ich schon erwähnt. Die Mobilität von Frauen, die Infrastruktur im ländlichen Raum habe ich auch schon angesprochen. (Bundesrat Mag. Himmer: Du hast schon alles gesagt!) – Nein, alles nicht. Ich kann auch noch länger reden, aber da sieht man es, wenn es zu lange dauert oder wenn meine Ausführungen zu lange dauern, dann gibt es ja die Möglichkeit, dass manche einen Kaffee trinken gehen, bis wir hier fertig sind.

Aber erlaubt mir trotzdem, dass ich die zwei, drei für mich wichtigen Sätze noch sage! Ein wichtiger Punkt ist die Teilung der Erziehung beziehungsweise der Hausarbeit. Ich glaube, da sind wir uns auch alle miteinander einig, dass das nicht nur Frauensache ist, sondern auch uns Männer betrifft, dass das auch Männersache ist.

Und ich sage es als Vater: Ich bin stolz drauf, dass ich gerade bei der Erziehungs­arbeit, als meine zwei lieben Töchter groß geworden sind, vom Baby bis zu jungen Mädels und dann zu Frauen, sehr viel habe miterleben dürfen beziehungsweise sehr viel zur Erziehung beitragen durfte. Das wäre sicher ein Defizit für die Männer, die das nicht machen.

Nur muss ich auch dazusagen: Ich habe von Berufs wegen die Möglichkeit dazu gehabt. Denn: Ich habe 25 Jahre im Schichtdienst gearbeitet, da hat man halt die Möglichkeit, dass man nachmittags daheim sein kann. Das möchte ich betonen. (Bun­desrat Kneifel: Ich habe sieben Schwestern!) – Von den Schwestern habe ich eh nicht geredet.

Aber das ist wichtig, und ich glaube, wenn man das miterleben darf beziehungsweise wenn man da etwas dazu beitragen darf, dann kann man nicht nur stolz sein, sondern das sind auch positive Erfahrungen.

Was mir – mein letzter Satz zu den Frauen – gesellschaftlich so auffällt, und da muss auch eine Bewusstseinsbildung her, gerade im ländlichen Raum, wo ich das so mit-


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