eine Krawatte in einer ganz besonderen Farbe. (Der Redner trägt eine rosafarbene Krawatte. – Heiterkeit und Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Nun aber wirklich kurz zu diesem sehr wichtigen Frauenbericht; als sechster oder siebter Redner, noch dazu nach der Frau Ministerin, kann man sich kurz halten. Ich darf nur ein, zwei Punkte, die mir persönlich wichtig sind, ansprechen.
Ich möchte mich ebenfalls herzlich für diesen Bericht bedanken, weil er uns ermöglicht, auf der einen Seite den Istzustand der Situation der Frauen in Österreich dargestellt zu bekommen und auf der anderen Seite für die Zukunft Lehren beziehungsweise Schlüsse aus der Frauenpolitik zu ziehen. Die Frau Ministerin hat ja schon einen Ausblick in die Zukunft gewährt, und das sind natürlich Auswüchse, persönliche Überlegungen, gute Überlegungen, resultierend aus dem vorliegenden Frauenbericht.
Zwei Punkte, die mir wichtig sind; zunächst Bildung und Beruf, schon mehrmals angesprochen. – Wir können festhalten, dass sich die Ausbildung, die Bildung der Frauen in Bezug auf den Abschluss sehr gesteigert, sich enorm gesteigert hat. Die Frauen sind gebildet, ausgebildet wie nie zuvor, aber ökonomisch betrachtet können sie leider noch nicht genug davon profitieren. Das sagt uns, dass eine gute Ausbildung nicht immer Voraussetzung dafür ist, dass Frauen für die gleiche Arbeit den gleichen Lohn wie Männer bekommen. Daran ist wirklich zu arbeiten, meine geschätzten Kolleginnen und Kollegen! In Bezug auf die Einkommensschere müssen wir schneller vorankommen.
Frau Kollegin Mühlwerth, du hast in deinen Aufzählungen sehr viel von der Sozialdemokratie nahestehenden Einrichtungen – so, glaube ich, hast du sie benannt – gesprochen, sofern ich mich recht erinnere. (Bundesrätin Mühlwerth: Unternehmen, habe ich gesagt!) Ich möchte dazu nur sagen – dass ich bei den ÖBB beschäftigt bin, das werdet ihr mittlerweile schon bemerkt haben –, ich bin bei den ÖBB in einem Bereich für Aus- und Weiterbildung tätig und kenne die aktuellen Zahlen. Bei den ÖBB gibt es gerade in den letzten Jahren auch viele weibliche Anwärterinnen auf technische Berufen, die bei den ÖBB immer Männerdomäne waren; so zum Beispiel Triebfahrzeugführerinnen, Fahrdienstleiterinnen, Technikerinnen. Auch der Aspekt gleicher Lohn für gleiche Arbeit wird bei uns wahrgenommen, da gibt es bei den ÖBB keine Unterschiede. Neben deiner Kritik hätte es vielleicht nicht geschadet, wenn du auch dieses Beispiel – sofern du das weißt, aber wahrscheinlich hast du es gar nicht gewusst – über die Lippen gebracht hättest. (Zwischenruf der Bundesrätin Mühlwerth.)
Genauso ist es bei den Lehrlingen. Derzeit werden über 300 weibliche Lehrlinge bei den einzelnen Firmen der ÖBB ausgebildet, fast die Hälfte davon, nämlich 46 Prozent, in technischen Berufen. Ich denke, da sind wir wirklich auf einem guten Weg im Bereich der ÖBB. (Neuerlicher Zwischenruf der Bundesrätin Mühlwerth.)
Ich will nicht immer kritisieren, wie du das meistens machst, Kollegin Mühlwerth, aber ich möchte sagen: Auf höchster Ebene schadet es nicht, wenn man dort auch eine gewisse Quote hat. Da gebe ich dir recht! – Das zu Bildung und Beruf.
Zweiter Punkt: Vereinbarkeit von Beruf und Familie. – Dieses Thema wird wirklich sehr oft in den Mund genommen, vielleicht schon überstrapaziert, aber ich möchte doch darauf hinweisen, dass es in Bezug auf diese Vereinbarkeit wichtige Punkte gibt, die in der politischen Arbeit einen hohen Stellenwert haben müssen, um das auch umsetzen zu können. Erster wichtiger Punkt sind die Kinderbetreuungseinrichtungen, die heute schon mehrmals angesprochen worden sind.
Ich sehe es auch in der eigenen Gemeinde: Wenn man da von Kinderbetreuungseinrichtungen, vor allem von flexiblen Öffnungszeiten bei Kinderbetreuungseinrichtungen redet, dann wird immer geglaubt, da kommt man nur den Frauen entgegen. – Ich
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