BundesratStenographisches Protokoll794. Sitzung / Seite 121

HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite

in Oberösterreich 80 Prozent Frauen und 20 Prozent Männer. In den Direktionen haben wir 28 Prozent Frauen und 72 Prozent Männer.

Sorge macht mir als Bezirksschulinspektorin die nächste Zahl, das muss ich wirklich sagen. Deswegen brauchen wir Vorbilder, die männlichen Vorbilder: angehende Lehrerinnen und Lehrer im Pflichtschulbereich 88 Prozent Frauen, 12 Prozent Männer. (Ruf bei der FPÖ: Da brauchen wir Quotenmänner! – Bundesministerin Heinisch-Hosek: Woher nehmen?)

Das Lehramt ist also weiblich, kann man sagen. Das spiegelt sich nicht in den Direktionen wider, das habe ich gerade gesagt. Nur jede vierte Schule ist von Frauen geführt. Ob da eine Quote nützt, das weiß ich nicht, das möchte ich auch momentan nicht beurteilen. Und von den 20 Bezirksschulinspektoren und -inspektorinnen in Oberösterreich sind wir gerade einmal sechs Frauen.

Jetzt fragt man sich natürlich auch: Wo könnten die Gründe dafür liegen? – Einerseits liegt sicher ein Grund darin, dass Männer meist durchgehend vollbeschäftigt sind – das wurde auch schon gesagt – und sich so in bessere Startpositionen beim Auswahl­ver­fahren bringen können.

Aus Gesprächen weiß ich aber, gerade auch als Schulaufsichtsbeamtin, warum sich manche Frauen nicht für Führungspositionen melden. Das ist heute auch schon kurz erwähnt worden. Ich bekomme das auch manchmal in Gesprächen als Feedback: Frauen trauen sich oft diese Führungsfunktionen nicht zu. Und da gilt es, Frauen zu stärken, ihnen Mut zu machen und sie zu unterstützen, sogenannte Netzwerke auf­bauen zu können.

Darüber hinaus finde ich es – auch darauf möchte ich noch kurz eingehen – notwendig, so nach dem Motto „Was Gretchen nicht lernt, lernt Grete nicht mehr“ schon früh die Mädchen, aber – zu dem, was ich vorhin gesagt habe – natürlich auch die Burschen für atypische Berufe zu motivieren und zu begeistern. Ansätze dazu gibt es bereits in den Volksschulen mit früh einsetzender Berufsorientierung, mit Realbegegnungen. Und das in guter Zusammenarbeit mit der Wirtschaft halte ich für unumgänglich.

Wichtig ist, dass wir, wie gesagt, Frauen und besonders auch Mädchen frühzeitig stärken, sich auch in Berufe zu trauen, die eben nicht gerade die klassischen weib­lichen Berufe sind.

Dafür müssen wir – das ist schon erwähnt worden – von politischer Seite die Rah­menbedingungen schaffen, beispielsweise durch Beratung, Hilfestellung bei der Berufswahl, Einkommenstransparenz, worüber wir das letzte Mal gesprochen haben, Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen und ganztägigen Schulformen. Auch das ist ein wichtiger Bereich gerade im ländlichen Raum – diesem Bereich widmet sich der Bericht ja auch –, und die Erhöhung der Zahl von Frauen in Führungspositionen ist ein zentrales Anliegen.

Frau Ministerin, Sie haben schon selber gesagt: Der Frauenbericht liefert Daten und Fakten. Gemeinsam müssen wir jetzt Taten und Maßnahmen folgen lassen – alle gemeinsam! – Danke schön. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.)

16.11


Vizepräsidentin Mag. Susanne Neuwirth: Weitere Wortmeldungen liegen nicht vor.

Wünscht noch jemand das Wort? – Das ist nicht der Fall.

Die Debatte ist geschlossen.

Wir gelangen nun zur Abstimmung.

 


HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite