BundesratStenographisches Protokoll804. Sitzung / Seite 161

HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite

haben das auch von der Finanzministerin und von vielen Personen gehört, und ich kann das nur unterstreichen –: Wir müssen alle nach unseren Möglichkeiten dazu beitragen, um die missliche Lage des Bundesbudgets zu verbessern. Und aus­schließen werden wir Bauern uns nicht können. Das ist, glaube ich, auch nicht soli­darisch.

Vielleicht noch ein paar Sachen: Natürlich hat einer, der 10 Hektar hat, nicht die Berechtigung, gleich viel zu kriegen wie einer, der 100 Hektar hat. Aber schauen wir uns die Praxis an! Wenn jemand 10 Hektar hat, kriegt er eine bestimmte Summe an Förderungen, wenn einer 20 Hektar hat, kriegt er schlagartig die doppelte Förde­rungssumme, hat aber zum Beispiel in den Betriebskosten nicht den doppelten Traktor, nicht den doppelten Ladewagen. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich.) Ja, das ist nur, weil die Bergbauern da auch sehr hoch oben sind, aber generell ist die Modulation in Österreich extrem schwach. Die greift auf das fast nicht zu. – Das dazu.

Dann hätte ich noch eine Frage, bevor ich zum Abschluss komme, Herr Bundes­minister. Wir haben vorhin gehört, dass eigentlich der Pestizideinsatz in Österreich kräftig zugenommen hat. Wie verträgt sich das mit unserem so hochgelobten Umweltprogramm? Das ist mir ein Rätsel. Vielleicht können Sie mir das erklären, denn ich möchte es draußen den Bauern erklären.

Das wäre es inhaltlich gewesen zum Grünen Bericht, aber, sehr verehrte Kolleginnen und Kollegen, nachdem das meine erste Rede hier herinnen ist, habt ihr alle ein bisschen ein Anrecht darauf, dass ich euch in ein paar Sätzen sage, wie der Zehentner Robert tickt. Ich glaube, das ist für die weitere Diskussion durchaus interessant. (Heiterkeit und allgemeiner Beifall.)

Nachdem ich im vergangenen Oktober eingetreten bin in den Klub der Sechzigjährigen und nachdem Geburtstage, besonders runde Geburtstage, es ja so an sich haben, dass man sich einmal irgendwo in ein stilles Ecklein hinstellt und denkt: Wie ist das alles gelaufen bis jetzt?, kann ich sagen: Meine Generation und all jene, die ein bisschen älter sind als ich und die jünger sind sowieso, wir müssen uns einfach einmal eingestehen: Wir sind auf die Butterseite des Lebens gefallen! Immer Frieden, immer Freiheit, immer Demokratie: Das ist nicht selbstverständlich! Da braucht man nicht weit zu fliegen. Ihr wisst ja, wo überall es noch so ist, dass Menschen heute noch ihr Leben riskieren, damit sie in einer Demokratie mit ein bisschen Freiheit leben können. Ich meine, das ist nicht so selbstverständlich.

Diese Oberbegriffe, sage ich, in unserer Politik haben ja wahnsinnig viel Energie freigesetzt. Damit haben wir es einerseits von unseren Gemeinwesenorganisationen her und andererseits jeder von sich aus doch geschafft, dass wir auch eine ganz passable Kaufkraft haben. Denn: Friede, Freiheit, Demokratie und kein Geld – na ja, ihr wisst es, das ist halt auch nicht wirklich lustig! Wir haben also doch eine ganz passable Kaufkraft zusammengebracht, aber jetzt gibt es ein Riesenproblem mit dem Nicht-mehr-besser-Werden. Ich schaue da nicht hin zu den 500 000 Armen in Österreich, die für so ein reiches Land wie Österreich ja eigentlich eine Schande sind, ich schaue da hin zu der großen Gruppe der anderen, und denen müssen wir seitens der Politik sagen: Ein Besser-Werden müssen wir einmal etwas hintenanstellen! Wir müssen uns um die ungefähr 500 000 kümmern, das ist schon klar, aber ein Besser-Werden für eine breite Gesellschaftsschicht, die Illusion soll man nicht verbreiten. Das ist einfach eine Illusion!

Ich glaube, da ist jetzt dann egal – das sage ich immer, das habe ich auch im Salzburger Landtag oft gesagt –, ob man auf der Seite sitzt oder ob man auf der Seite


HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite