ganhandel, das heißt, wo man Kinder als lebende Schlachtbanken nimmt –, Vernachlässigung, und natürlich sind Kinder, die keine Eltern haben, die auf der Straße leben – diese Straßen sind nicht geteert und asphaltiert –, Opfer der organisierten Kriminalität.
Insofern ist es zu Recht, dass Österreich einen seiner zwei Sozialattachés, die das Land ausgesandt hat, nach Moldawien geschickt hat. Moldawien ist das letzte verbliebene Land innerhalb Europas, wo Österreich Entwicklungszusammenarbeit leistet, und das ist richtig!
Wenn heute in Moldawien 32 Prozent der Kinder zwischen 5 und 14 Jahren arbeiten, aber nicht ein bisschen mitarbeiten, sondern arbeiten full, kommt jetzt die nächste Zahl, die mich immer wieder erschüttert – und ich kenne das Land wirklich sehr gut –: Fast 20 Prozent der Kinder sind verheiratet worden! Es geht hier um Mädchen, nicht um Knaben. Erst jüngst hat man rund um den Besuch der Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel erhoben, dass zum Beispiel 25 Prozent der Kinder aufgrund dieses Gewaltpotenzials, das in der Gesellschaft aufgrund von Armut und Verwahrlosung vorhanden ist, es völlig in Ordnung finden, dass Männer in der Ehe mit Gewalt gegenüber Frauen und Kindern regieren.
In diesem Zusammenhang finde ich es auch richtig, dass Österreich im Rahmen der Donauraumstrategie der EU entschieden hat, die Human Capacity, das Humankapital in Moldawien zu stärken. Auch EU-Kommissionspräsident Barroso war jetzt dort. Es ist nicht das Ende Europas, sondern wenn wir nichts tun, dann hat Europa dort ein Ende gefunden. Die Verschärfung kam natürlich – Kollege Köberl hat es gesagt: es ist ein relativer Wohlstand gewesen in Zeiten der Sowjetunion, ein stolzes Fürstentum, das auch in der Sowjetunion eine klare Zuordnung hatte – mit dem EU-Beitritt der Rumänen, da ist alles zugegangen an Grenzen. Und die, die sich als wirkliche Rumänen empfinden, sind dort quasi die Südtiroler, das sind die christlichen Türken, genannt Gagausen, die nahezu einen Südtirol-Status an Autonomie und Unabhängigkeit haben.
Ansonsten ist in einer Gesellschaft, in der es auch tatsächliche Flutkatastrophen gibt – daran möchte ich schon erinnern, dass es zum Beispiel im Jahre 2010 ganz extreme Überschwemmungen gab –, durch diese Überschwemmungen kaum Trinkwasser da.
Es gibt einen Österreicher, den ich in dem Zusammenhang natürlich auch hervorheben möchte – Sie kennen den Namen alle –: Pater Sporschill, der versucht, diese Kinder, diese marodierenden Kinder – die dazu ja gezwungen werden – eben irgendwie in Kinderzentren unterzubringen, was aber sehr schwer ist. Aber da wiederum der Dank an den Sozialattaché, der die Hälfte seiner Zeit nicht im Büro verbringt, sondern hier wirklich mitarbeitet!
Ein Dank geht jetzt aber auch zum Beispiel an das SMZ-Ost, das Wiener Spital. Das SMZ-Ost übergab vor Kurzem Betten für eine Intensivstation – denn dort gibt es nicht Betten, sondern es liegt nur Stroh auf dem Boden –, es gab Untersuchungsliegen, Inkubatoren für Babys, Ultraschallgerät, Bekleidung für medizinisches Personal. Aber jetzt kommt es: Wenn einmal ein Mediziner in Moldawien war, dann wird er einen Eindruck nicht mehr los, nämlich den, dass die medizinische Wäsche, das Verbandszeug irgendwie in einem Pott außen gewaschen wird. Das SMZ-Ost übergab eine industrielle Waschanlage! Es ist nicht notwendig für ein Wiener Spital, das zu tun, aber es zeigt, dass das etwas ist, was von unermesslichem Wert ist.
Deshalb sage ich nur: ja, für Naturkatastrophen – wir hoffen, dass Moldawien lange keine Naturkatastrophe hat –, aber die Katastrophe ist täglich in diesem Land, und es ist gut, dass wir das unterzeichnen und dass wir Moldawien im europäischen Einigungsprozess nicht vergessen. – Danke. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
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