BundesratStenographisches Protokoll821. Sitzung / Seite 163

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ländlichen Situation nicht unbedingt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf das Hauptargument für die Eltern ist, Ganztagsbetreuung in Anspruch zu nehmen, sondern das anerkannte und geschätzte Angebot für die Schülerinnen und Schüler, der Wohl­fühlcharakter und die Entlastung der Eltern von Schularbeit.

In einer Phase des Umbruchs, in der das Betreuungsteam überlegte, bis zu welcher Anzahl von teilnehmenden Schülerinnen und Schülern es noch möglich ist, attraktive Angebote zu schaffen, bemühte ich mich damals mit engagierten Kolleginnen und Kol­legen, die den großen pädagogischen und sozialen Wert unserer Einrichtung erkannt hatten, einen neuen Weg in der Ganztagsbetreuung zu beschreiten.

Wir arbeiteten ein neues Konzept aus, öffneten uns für außerschulische Einrichtungen wie Jugendorganisationen, Naturschutzgruppen, die Pfarre, Sportvereine, die örtliche Wirtschaft und die Gemeinde und banden die Eltern noch mehr ein. Es gab Vorschlä­ge, Wunschlisten, Frage- und Feedbackbögen, viel Engagement und Bewusstseinsbil­dung. Auch mit der Unterstützung des Schulerhalters – die Gemeinde übernahm die Kosten für die Mittagsaufsicht für die Schülerinnen und Schüler und stützt die schul­eigene Küche jedes Jahr mit einer beträchtlichen Summe – konnten wir die Eltern fi­nanziell entlasten.

In den letzten Jahren – und das ist unsere Erfolgsgeschichte – haben wir über 99 Pro­zent freiwillige Teilnahme. 100 Schülerinnen und Schüler von 101 nutzen unser Ange­bot und wir können seit Jahren eine verschränkte, pädagogisch wertvollere Betreuung anbieten.

Wir sind sehr stolz darauf, dass wir von dir, Frau Ministerin, schon zum zweiten Mal mit dem Gütesiegel für qualitätsvolle Tagesbetreuung ausgezeichnet und mit zusätzlichen Stundenressourcen ausgestattet worden sind, die uns die Chance und die Mittel ge­ben, noch individualisierender und schülerbezogener zu arbeiten.

Wir hoffen und wünschen, liebe Frau Ministerin, dass uns diese finanziellen Ressour­cen auch weiterhin zur Verfügung stehen. Wir brauchen sie unbedingt. Ich danke im Voraus für deine Unterstützung.

Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Frau Ministerin! Gestatten Sie mir zum Schluss meiner Ausführungen, dass ich die Fakten des Bildungsberichtes noch einmal mit meinen persönlichen Erfahrungen zusammenführe. Was im Bericht als theoretisch be­gründete Argumente und Ziele angeführt wird, kann ich nur durch die praktischen Er­fahrungen unterstreichen:

Unsere Schülerinnen und Schüler haben mehr soziale Kompetenz. Soziales Lernen ist uns ein Bedürfnis und eine Wochenstunde wert. Wir haben ein gutes Lernklima, kaum negative Schulleistungen und seit Jahren keine Repetenten. Wir haben eine große Leistungsbereitschaft und Lernmotivation. Wir hatten bei der ersten Überprüfung der Bildungsstandards in Mathematik ausgezeichnete Ergebnisse, lagen weit über dem österreichischen Durchschnitt, und unsere Mädchen sind – gegen den Trend – auch in Mathematik mindestens so gut wie die Knaben.

Wir machen es durch die Unterstützung des Schulerhalters beim Mittagstisch und in der Betreuung, aber auch bei der Benutzung der Räumlichkeiten, allen Familien mög­lich, das günstige Angebot in Anspruch zu nehmen.

Unsere Lehrerinnen und Lehrer sind von der Bedeutung der Tagesbetreuung für das Wohl der Kinder überzeugt und engagieren sich auch dafür. Wir errichten unser neues Schulgebäude nach unserem pädagogischen Konzept, das auf den ganztägigen Auf­enthalt aufgebaut ist.

Wir haben ein positives Schulklima, ein partnerschaftliches Verhältnis zu allen Schul­partnern, und Schülerinnen und Schüler bestätigen uns, dass sie sich bei uns wohl­fühlen.

 


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