Auf die Eisenbahn wird immer eingehauen, wenn sie zu viel Geld verbraucht. Auf der anderen Seite fordern wir aber Leistungen ein. Das ist so wie wenn eine Katze sich in den Schwanz beißt – so sagt man das bei uns in Kärnten. Auch ich werde etwas fordern, und das muss dann eben entsprechend den Markterfordernissen auch möglich sein oder ermöglicht werden.
Zu den einzelnen Zahlen möchte ich nichts mehr sagen. Was mir besonders gefallen hat in diesem Bericht ist, dass ihr im Bundesministerium euch trotz dieses hohen Standards auch mit den Ländervertretern zusammengesetzt und gesagt habt, dass man weiterarbeiten muss. Wir müssen weiter an der Qualität arbeiten und schauen, dass wir in Zukunft den Angebotsstandard noch weiter erhöhen können. Es ist auch schon gesagt worden, dass man versuchen wird, Lücken auszubessern und zu füllen. Natürlich muss das dann auch so gemacht werden, dass es marktwirtschaftlich vertretbar ist.
Ihr wisst aus all meinen Reden, die ich hier im Bundesrat gehalten habe, dass ich immer die ländlichen Regionen vertreten habe. Da, wo ich zuhause bin, sind wir auch eine ländliche Region. Und da gibt es schon ein paar Bereiche, in denen eigentlich doch noch etwas getan werden sollte, denn die Tagesrandzeiten gerade auf der Westbahn Richtung Salzburg über Klagenfurt und Mallnitz sind bei uns ausgedünnt worden, vor allem in der Früh. Das hat sich leider Gottes innerhalb von zehn Jahren massiv verschlechtert.
Unser Tal, das Mölltal, ist relativ lang, reicht bis zum Großglockner. Die Menschen hätten vielleicht die Möglichkeit, auf der anderen Seite der Berge, der Hohen Tauern Arbeit zu finden, im Gasteinertal, wo über 10 000 Betten den Gästen zur Verfügung stehen. Sie könnten also im Tourismusbereich arbeiten. Es ist aber sehr schwer, dorthin zu kommen. Es gibt ja keine Straße, also hat die Eisenbahn ein Transportmonopol. Man müsste versuchen, dieses Problem irgendwie zu lösen. Es gibt dort beispielsweise auch eine Hotelfachschule, zu der die Kinder und Jugendlichen fahren können sollten, denn sonst ist ein Schulbesuch nur schwer möglich, da mit massiven Kosten verbunden, weil der Jugendliche drüben bleiben und dort einchecken muss, weil er eben nicht über den Berg kommt.
Ein bisschen kurios ist auch, und das wirst du als Bundesminister vielleicht nicht wissen – ich sage jetzt du, weil der Minister schon oft in Mallnitz war zu einer Zeit, als ich noch ein bisschen jünger war (Bundesminister Stöger: Ich auch! – allgemeine Heiterkeit) –, dass wir in Kärnten sozusagen einen Geisterzug haben. Da fährt am Abend ein ICE von Salzburg nach Klagenfurt und dann wieder zurück. Dieser Zug hat dann aber keinen Menschen mehr an Bord. Man versucht da also zu sparen und bringt den Zug wahrscheinlich am nächsten Tag wieder von Salzburg aus zum Einsatz. Wir hätten eigentlich Bedarf, dass man nicht nur Schüler, sondern auch Arbeitende und Reisende von Klagenfurt über das Gasteinertal Richtung Salzburg bringt. Es geht also darum, abzuklären, ob dieser Zug nicht über Nacht in Klagenfurt bleiben könnte. Dann würden wir den in der Früh einsetzen. Das sind Einzelheiten, aber das ist eben auch die Westbahn, eine wichtige Bahnverbindung, sodass man auch in aller Früh nach allen Richtungen aufbrechen können sollte, nicht nur nach Wien, sondern auch nach Deutschland, Belgien oder Holland. Das betrifft auch den Flughafen, mit dem wir derzeit in Kärnten ja bekanntlich ein bisschen Probleme haben. Von uns auf der Scheitelstrecke aus ist es in beide Richtungen im Grunde genommen gleich weit.
Es ist absolut begrüßenswert, dass es Bemühungen gibt, den öffentlichen Verkehr noch attraktiver, noch kundenfreundlicher zu gestalten. Dabei bleibt zu hoffen, dass wir im ländlichen Raum nicht übrig bleiben und nur der Zentralraum bevorzugt wird. Natürlich muss das marktwirtschaftlich orientiert und ausgerichtet sein. Herr Minister! Ich bitte Sie, dass Sie in Zukunft nicht auf die ländlichen Randregionen vergessen. Selbstverständlich werden wir dem Bericht zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
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