BundesratStenographisches Protokoll907. Sitzung, 907. Sitzung des Bundesrates am 4. Juni 2020 / Seite 157

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Es geht so wie überall darum, den Verkehrsverbund auszubauen. Es wäre schon recht, wenn die Leute aus dem ländlichen Bereich irgendwann einmal damit in die Stadt und zu ihrer Arbeit kommen könnten. Auch dafür gibt es Konzepte, nicht nur betreffend Tourismus, sondern auch, damit der Busverkehr funktioniert, Wanderbusse und vor al­lem Busse, die in die richtige Richtung fahren, um dafür zu sorgen, dass ich zur Arbeit komme.

Ich bin ja im ländlichen Bereich zu Hause. Der europäische Grüne Deal befasst sich vor allem mit Strategien zur Verbesserung des Wegs vom Hof auf den Tisch. Wir stellen dabei Slow Food in den Vordergrund; da gibt es schon viele Orte, die sich beteiligen. Das kommt von Frankreich über Italien zu uns, erstreckt sich über die gesamte Lebens­mittellieferkette und unterstützt die Landwirtinnen und Landwirte dabei, auf nachhaltige Weise hochwertige, erschwingliche und sichere Lebensmittel zu erzeugen. Wir haben gerade in der Coronazeit gemerkt, als wir über Wochen von der Umwelt abgeschnitten waren, wie wertvoll die Landwirtschaft, der Bauer als solches ist, wenn es frische Milch gibt, wenn es Eier gibt und wenn es Fleisch gibt.

Wir diskutieren hier schon lange über Mercosur, diesen Vertrag, der abgeschlossen wer­den sollte. Wozu brauche ich ein argentinisches Steak, wenn ich einen Kärntner Alm­ochsen habe? Das muss ich bei dieser Gelegenheit wirklich einmal fragen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei BundesrätInnen von ÖVP, FPÖ und Grünen.)

Erstens schmeckt es besser, zweitens wird es wahrscheinlich vom Preis her gar nicht so viel teurer sein, und wenn es teurer ist, dann hat sich das der Bauer oder die Bäuerin verdient, und dann ist es auch nicht – jetzt komme ich wieder dazu – mit Glyphosat und anderen Bioziden verseucht, die in diesen Ländern für das Futter der Kühe verwendet werden. Da rede ich noch gar nicht vom Käse, den wir von der Oberkärntner Molkerei bekommen – das habt ihr ja auch alle, Berglandmilch, die NÖM in Niederösterreich, im Zillertal und wo auch immer –, oder vom Honig.

Schlussendlich muss man noch feststellen: Wenn wir uns nicht darum kümmern, dann wird die gesamte Almwirtschaft irgendwann einmal verheerend enden. Bei uns im Na­tionalpark haben wir fleißige Bauern. Nicht alle sind Vollerwerbsbauern, viele sind Ne­benerwerbsbauern, die die Wiesen dort abmähen oder mittels Mutterkuhhaltung abgra­sen lassen, um in weiterer Folge diese Naturlandschaft bereitzustellen.

Das wäre es eigentlich zu den beiden Bereichen. Betreffend die Bestimmungen im Ver­kehrssektor und der fahrleistungsabhängigen Bemautung: Wir sind absolut dagegen.

Zu Covid-19 möchte ich zum Schluss noch eines feststellen: Wir haben einen mehrjähri­gen Finanzplan, der noch nicht beschlossen ist. Kann man den Herrn Bundeskanzler bitte auffordern, dass das demnächst irgendwann einmal passiert, denn die Streiterei ob 2,6 Prozent oder 3 Prozent muss ein Ende finden! Wir haben jetzt in dieser Situation ein Problem, und da braucht es eine mehrjährige Finanzierung. Dieser Finanzierungsplan soll ja über fünf bis sieben Jahre laufen. Wir wissen, dass es dazu in weiterer Folge auch einen Masterplan geben sollte.

Dann haben wir noch die Roadmap, die am 21. April vom Europäischen Rat veröffent­licht wurde. Sie haben sich darüber Gedanken gemacht, wie wir aus dieser Covid-19-Krise herauskommen, den Exit, den Ausstieg schaffen, wie wir uns in dem Bereich wie­der erholen und in weiterer Folge ein widerstandfähiges und nachhaltiges Europa schaf­fen können. Dabei geht es vor allen um den Wirtschaftsbereich, die Sozialpartnerschaft mit eingeschlossen, darum, ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Der Binnenmarkt ist einfach das Wichtigste, denn da muss diese Kreislaufwirtschaft und das alles funktio­nieren, was bis jetzt funktioniert hat, bevor wir Covid-19 gehabt haben.

Zum Schluss möchte ich noch feststellen: Vom Gesamtvolumen des Aufbaufonds in der Höhe von 750 Milliarden Euro sollten 500 Milliarden Euro direkte Zuschüsse sein und


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