16.11

Bundesrat Marco Schreuder (Grüne, Wien): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Sehr geehrter Herr Minister! Ich kann mich gut an die Diskussionen erinnern, die wir hier noch im März, April, Mai hatten, als es geheißen hat, das ist viel zu wenig, und wir immer gesagt haben: Ja, kann sein, dann werden wir uns wieder treffen.

Man hat uns nicht geglaubt, und jetzt allerdings tun wir das in einigen Bereichen. Später haben wir zum Beispiel die Investitionsprämie, die wir erhöhen, jetzt erhöhen wir einen kleinen, aber sehr bedeuteten Topf. Ich halte es für besonders wichtig, das auch zu betonen, dass wir immer gesagt haben, wenn es zu wenig ist, dann erhöhen wir es. Das machen wir jetzt, in dem Fall von 5 Millionen auf 10 Millionen Euro, es geht um die Erhöhung des Coronahilfsfonds im Künstler-Sozialversicherungsfonds.

Wem steht dieser Topf zur Verfügung? Das ist durchaus gar keine so einfache Sache, denn es gibt ja verschiedene Hilfstöpfe, wie zum Beispiel den Notfallfonds der Wirtschaftskammer oder der SVS, aber die Künstlerinnen und Künstler sind genau die Menschen, die dazu keinen Zugang haben. Für die haben wir das eingerichtet. Wir kommen jetzt eben in die zweite Phase, einreichen konnte man schon, und jetzt erhöhen wir das.

Bei den Redebeiträgen von Herrn Kollegen Kaske und anderen ist ein bisschen dieser Wiener Wahlkampf hier hereingekommen. Natürlich sind Kunst und Kultur für jedes Bundesland Teil der hohen Lebensqualität, aber sicher auch ein ganz bedeutender Teil der hohen Lebensqualität unserer schönen Stadt Wien. Daher freue ich mich, dass wir diesen Künstlern und Künstlerinnen in der Not helfen, darum geht es ja.

Ich möchte mich an dieser Stelle auch ganz ausdrücklich bei den vielen kreativen Menschen bedanken. Wir neigen ja dazu, auch unsere Medienlogik neigt ein bisschen dazu, dass wir die Schimpfer und Schimpferinnen gerne in die Auslage stellen, die hört man immer so laut, aber diejenigen, die nicht schimpfen, sondern Chancen sehen, sich überlegen, was man machen kann, die hört man meist nicht. Das sind aber die vielleicht wirklich innovativen und spannenden Menschen dieser Gesellschaft. Ganz viele Künstler und Künstlerinnen haben sehr innovative und großartige Lösungen geboten, damit wir auch in diesem Sommer wunderbare Kunst und Kultur genießen konnten.

Ich möchte nur eine Theatergruppe als exemplarisches Beispiel herausgreifen, eine Wiener Theatergruppe namens Nesterval, die nämlich sogar von der Nähe der Menschen lebt: Sie geht mit Menschen durch Räume, man muss sich entscheiden, gehe ich mit der einen oder mit der anderen Gruppe mit, man interagiert mit den Schauspielern und Schauspielerinnen. Dieses Interagieren ist in Zeiten einer Pandemie natürlich eine sehr schwierige Sache. Was haben die gemacht? Das Stück hieß “Der Willy Brandt-Test“, denn sie wollten es in Deutschland machen, jetzt gibt es dann bald den österreichischen Ableger namens „Der Kreisky-Test“. Was haben sie gemacht? – Sie haben diese Räume im virtuellen Raum geschaffen. Man konnte sich treffen, man konnte die Schauspieler und Schauspielerinnen in verschiedene Räume begleiten, man kam sozusagen wieder zurück auf die Hauptbühne, und das Ganze via Zoom.

Das macht eine Theatergruppe, die, finde ich, mit dieser Idee zu Recht für den Nestroy-Preis nominiert ist. Ich möchte einfach weil wir sonst immer die negativen Stimmen hören – einmal sagen: Es gibt in diesem Land tolle Stimmen mit großartigen Lösungen, und die wollen wir eben mit diesem Hilfsfonds zum Beispiel unterstützen.

Da sollten wir doch alle zustimmen, denke ich mir. – Danke. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)

16.15

Vizepräsidentin Mag. Elisabeth Grossmann: Ich darf nun Frau Bundesrätin Klara Neurauter ans RednerInnenpult bitten. – Bitte.