Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 62. Sitzung / Seite 51

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Meine Damen und Herren! Die 3 Milliarden Schilling aus dem CA-Privatisierungserlös müssen tatsächlich gezielt für die Forschung und Entwicklung unserer Produkte und Produktzweige eingesetzt werden  das möchte ich hier sehr deutlich und klar festhalten  und dürfen nicht einfach zur versteckten Aufstockung von Universitätsfinanzen dienen.

Die Wirtschaft verlangt nicht nur vom Staat bessere und finanzielle Rahmenbedingungen für die Exportoffensive, sondern sie hat selbst Initiativen ergriffen, damit vor allem kleine und mittlere Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen leichter im Ausland anbieten können. Die vielen österreichischen Industriebetriebe, die auch in weit entfernten Ländern tätig sind, müssen durch eine Vielzahl von kleinen und mittleren Betrieben im Export Unterstützung erfahren. Dann werden wir auch hinsichtlich der Arbeitsplatzentwicklung Positives feststellen können. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Reitsamer. )

Direkte Kontakte, Beratungen und konkrete Hilfen, Stützpunkte in praktisch allen Ländern der Erde stehen heute jedem Unternehmer zur Verfügung, der den Schritt über die Grenzen unseres Landes machen will.

In Gesprächen, Diskussionen mit Unternehmern habe ich erfahren, was gerade den Inhabern von kleinen und mittleren Betrieben besonders am Herzen liegt. Demgemäß werden wir die Exportberatung vor allem für den Bereich der Klein- und Mittelbetriebe weiter ausbauen und verstärken. Wir werden die Fremdsprachenschulung weiter intensivieren, und die Zahl der Kurse für Exportfachleute wird verdoppelt werden.

Ich verlange deshalb auch ganz gezielt die Gründung und die Einrichtung von Export-Fachhochschulen, weil ich meine, daß wir mehr Fachleute ausbilden müssen. (Beifall bei der ÖVP.)

Meine Damen und Herren! Die österreichische Exportentwicklung ist nicht so schlecht, wie sie oft dargestellt wird. Wir haben heute von unserem Vizekanzler Schüssel schon gehört, daß der Export im Jahre 1996 und das ist eine sehr deutliche Zahl um 13 Prozent gestiegen ist. Das bedeutet, umgelegt auf die Exportquote, eine Steigerung von etwa 2,9 Prozentpunkten, was etwa 28 000 Arbeitsplätzen entspricht. Das bedeutet weiters: Hätten wir diese Steigerung nicht, wären unsere Arbeitslosenzahlen noch höher. Es wurden also im Jahr 1996 allein durch den zusätzlichen Export 28 000 Arbeitsplätze gesichert.

Daß  das muß man hier auch sagen und zugeben  der Import noch mehr zugenommen hat, führte zur Verschlechterung der Handelsbilanz. Wir haben daher alles zu tun, um Produkte und Dienstleistungen im eigenen Land zu fördern: durch entsprechende Forschung und Entwicklung.

Wenn der Import stärker zunimmt als der Export, bedeutet dies, daß die Österreicher im großen und ganzen relativ gut verdienen, da sie sich die Importwaren leisten können; auch das muß man klar und deutlich sagen. Aber noch einmal: Wir sollten alles tun, um die Exporte zu sichern und Forschung und Entwicklung im eigenen Land zu fördern.

Die Internationalisierung ist, ob wir es wollen oder nicht, Realität geworden und nimmt immer mehr Gestalt an. Wir müssen das zur Kenntnis nehmen, uns danach richten und für uns geeignete Wege suchen.

Die Internationalisierung ist, meine Damen und Herren, keine Naturgewalt, der wir hilflos gegenüberstehen, sondern wir müssen eben entsprechende Schritte setzen. Wir können und müssen selbst Einfluß nehmen auf internationaler und nationaler Ebene, denn die Globalisierung beginnt im eigenen Land und endet sozusagen auch im eigenen Betrieb. Verlierer werden jene sein, die sich isolieren, auf Bestehendem beharren und glauben, ihren Besitzstand bis zuletzt nur verteidigen zu müssen, auch wenn dieser längst nicht mehr so interessant oder finanzierbar ist.

Meine Damen und Herren! Die Wirtschaft hat schon bisher hohe Flexibilität bewiesen, denn immerhin konnten die österreichischen Betriebe von den rund 100 000 Arbeitsplätzen, die jährlich verlorengegangen sind, jeweils wieder 90 000 neu schaffen. Das ist in absoluten Zahlen sehr viel, in der Summe aber sicher noch immer zuwenig. Wir haben also in diesem Bereich durchaus etwas zu tun. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)


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