Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 66. Sitzung / Seite 27

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Die andere zentrale Herausforderung, die es zu bewältigen gilt, ist, den Menschen Mut zu machen, ihnen Selbstvertrauen zu geben, daß gemeinsam die Herausforderungen einer dynamischen Wirtschaftsentwicklung mehr noch , einer überaus dynamischen Entwicklung gesellschaftlicher Veränderungen aktiv und gestaltend bewältigt werden können.

Da liegen wesentliche Aufgaben im Bereich der Ausbildung, insbesondere der universitären Ausbildung, vor uns. Dabei geht es um den Ausbau von Ausbildungsinhalten, um die Öffnung der Universitäten für gesellschaftliche und wirtschaftliche Fragestellungen. Es geht um die Vernetzung der Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen untereinander und auch im Übergang zur angewandten Technologiepolitik um die Vernetzung der Forschungseinrichtungen mit den Abnehmern, mit den Anwendern, mit den Unternehmern, die aus den Forschungsergebnissen marktfähige Produkte und Dienstleistungen entwickeln.

Eine der bisherigen Schwächen Österreichs auf diesen Gebieten ist die oft mangelnde Fähigkeit oder Bereitschaft zu dieser notwendigen Vernetzung einzelner Bereiche. Da setzen erste Programmelemente unserer Technologiepolitik an: Es geht einerseits darum, sicherzustellen, daß die Fachhochschulen in der jeweiligen Region, in der sie tätig sind, aktiv dazu beitragen, ihr Know-how auch zu den Klein- und Mittelbetrieben der jeweiligen Region zu transferieren. Hauptaufgabe ist es, die Vermittlung dieser Lehr- und zum Teil auch Forschungseinrichtungen an die Unternehmen zu bewerkstelligen, Übersetzer, Dolmetscher zu finden, die in der Lage sind, die Gesprächsfähigkeit zwischen den Einrichtungen der Lehre und den potentiellen Abnehmern und Anwendern der Erkenntnisse aus diesen Bildungseinrichtungen zu schaffen.

Weiters geht es um ein Programm, das wir Post-Doc-Programm genannt haben, das den Transfer von Know-how von den Universitäten zu Betrieben garantieren soll. Dabei handelt es sich um die Bewältigung der Aufgabe, Gesprächsfähigkeit zwischen dem Bereich Wissenschaft und dem Bereich Anwendung dieses wissenschaftlichen Know-hows, zwischen Wissenschaft und Praktikern des betrieblichen Alltags zu schaffen.

Darüber hinaus geht es nicht nur um den Transfer von Wissen, von technologischem Know-how von den Hochschulen an die Betriebe, sondern auch darum, das Risiko der Anwendung neuer Technologien, das Risiko des Einsatzes von Geld für Forschung und Entwicklung möglichst gering zu halten. Das ist zugleich der Grund dafür, warum wir im Rahmen der Technologieförderung ein Programm für Stipendien von Absolventen der Hochschulen in Klein- und Mittelbetrieben eingerichtet haben beziehungsweise einrichten werden. Es ist aber auch ein Grund dafür, daß etwa in dem gestern von der Bundesregierung beschlossenen Jahresprogramm des ERP-Fonds ein neuer Schwerpunkt in Richtung Technologieförderung und Refinanzierung dieser Förderung beziehungsweise der Kredite, die dabei aufgenommen werden, über die Börse vorgesehen ist.

Auch bei diesem neuen ERP-Programm geht es im wesentlichen darum, den Klein- und Mittelbetrieben die Angst vor oder die Zurückhaltung gegenüber neuen Technologien, gegenüber dem eigenen Einsatz im Bereich Forschung und Entwicklung zu nehmen und zugleich auch die Sorge zu nehmen, die vielfach darin besteht, Geld von der Börse zu holen. Diese Maßnahmen sollen nicht ausschließlich auf dem Wege der Fremdfinanzierung betrieben werden.

Schließlich dreht es sich um die schon zitierte Schwäche in der Kooperation sowohl der Forschungseinrichtungen untereinander als auch insbesondere zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen oder Unternehmen, die an ähnlichen Produkten oder ähnlichen Technologien interessiert sind und daran arbeiten, die Kooperation zwischen diesen Einrichtungen zu fördern und zu unterstützen. Auch dafür haben wir im Rahmen der Neukonzeption eines Programms des ERP-Fonds dafür gesorgt, daß diese Kooperationen künftig sehr gut gefördert werden. (Beifall bei der SPÖ.)

Hohes Haus! Erlauben Sie mir noch einige Anmerkungen zu den konkreten Absichten im engeren Bereich der Technologiepolitik und Technologieförderung.

Wir beabsichtigen, im Rahmen der Schwerpunktsetzungen, die wir jetzt bei der Planung für die Verausgabung der sogenannten Technologiemilliarden vorhaben, in erster Linie die Stärken der


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