Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 71. Sitzung / Seite 17

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Bundeskanzler Mag. Viktor Klima: Sehr geehrter Herr Abgeordneter Grabner! Wir haben in der Vergangenheit aus gutem Grunde zwei wesentliche Richtungen gleichzeitig betrieben: Die eine ist die Förderung des Breitensports  ein ganz wesentlicher Beitrag zur Gestaltung der gesellschaftlichen Freizeit und zur Erhaltung der Gesundheit. Das funktioniert als gutes Beispiel über die Bundessportorganisation und über die Dachverbände.

Die zweite Richtung, zu der wir uns bekennen, ist die Förderung des Spitzensportes in Österreich. Aus diesem Grunde wurde der Spitzensportausschuß, der gerade neu konstituiert wurde und sich eine zielgerichtete Förderung von Spitzensportlern vorgenommen hat, neu gestaltet.

Mir persönlich ist ein zweites Anliegen in dieser Richtung sehr wichtig, nämlich die soziale Absicherung der Sportler, damit niemand nach einer langen sportlichen Tätigkeit plötzlich vor gravierenden Existenzproblemen steht. Es wird daher die weitere Entwicklung etwa im Bereich der HSNS ein wichtiger Schritt sein.

Drittens müssen wir uns dazu bekennen, internationale Großereignisse in Österreich zu veranstalten, da sie eine Werbewirkung haben, die sportliche Betätigung insgesamt stimulieren und auch die Aufmerksamkeit auf die Attraktivität unseres Landes lenken. Ich glaube daher, daß aus diesem Maßnahmenbündel heraus wesentliche Impulse  auch bei sparsamer Verwendung der Steuermittel  in Richtung Breiten- und Spitzensport gehen können.

Präsident Dr. Heinz Fischer: Danke.  Zusatzfrage: Herr Abgeordneter, bitte.

Abgeordneter Arnold Grabner (SPÖ): Herr Bundeskanzler! Wie stellen Sie sich als Sportminister die Zukunft der HSNS vor  Stichworte: gesetzliche Verankerung, Aufnahme von Frauen?

Präsident Dr. Heinz Fischer: Bitte, Herr Bundeskanzler.

Bundeskanzler Mag. Viktor Klima: Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Ich hatte schon anläßlich einer Veranstaltung des Österreichischen Olympischen Komitees Gelegenheit, mit dem dafür zuständigen Bundesminister für Landesverteidigung Gespräche zu beginnen. Ich halte es für sehr wichtig, daß wir diese effiziente Art der Unterstützung von Spitzensportlern über die HSNS nicht auf Männer beschränken, sondern daß wir auch den Frauen die Möglichkeit geben, über die HSNS Spitzensport auszuüben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie beim Liberalen Forum.)

Präsident Dr. Heinz Fischer: Danke.  Herr Kollege Kopf, bitte.

Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Bundeskanzler! Es wird allerorten die hohe gesundheits- und sozialpolitische Bedeutung des Sports betont, auch Sie haben das eingangs getan. Nun lese ich aber im "Standard" vom 15. April 1997 unter anderem, daß die Bundessportförderungsmittel für das Jahr 1997 um 12 Millionen Schilling gekürzt werden sollen. Ich nehme an, es wird sich um eine Bindung handeln.

Trotzdem stelle ich folgende Fragen: Welche Projekte sind, wenn diese Meldung stimmt, davon betroffen? Wie ist diese Kürzung mit der großen Bedeutung des Sports im Hinblick auf die Gesundheitsvorsorge und unsere Sozialpolitik vereinbar, zumal man auch noch lesen muß, daß beispielsweise das Kunstbudget von einer solchen Maßnahme nicht betroffen sein soll?

Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Bundeskanzler.

Bundeskanzler Mag. Viktor Klima: Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Ich halte es für sehr wichtig, daß sich auch der Bereich der Sportförderung den allgemeinen Entwicklungen in allen Ressorts unterordnet. Die Regierung wird sich daher die Aufgabe stellen, die allgemeine Bindung, die Sie angesprochen haben, nicht in der unmittelbaren Unterstützung der Sportler selbst, auch nicht in der unmittelbaren Unterstützung von wesentlichen laufenden Projekten, sondern nur im Bereich der Verwaltung und der Organisation des Sportwesens zur Wirkung zu bringen.

Es gibt somit konkret dort, wo es um die Unterstützung der Sportler selbst geht, keine Einsparungen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)


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