Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 85. Sitzung / Seite 92

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Spät, aber doch hat die SPÖ gemeinsam mit der ÖVP eine freiheitliche Kritik an der Führung der Bundessportheime, die ich schon im Jahr 1991 hier artikuliert habe, zur Kenntnis genommen. Endlich wurden die "Privaturlauber" in der Form hinausgeworfen, daß, wenn sie jetzt kommen wollen, auch ein anständiger Preis bezahlt werden muß. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das Ganze wurde nach freiheitlichem Vorschlag spät, aber doch privatisiert. Es werden also, wenn ÖVP-Kollegen aus dem Vorarlbergischen wieder in die Bundessportheime kommen wollen, entsprechende Preise verlangt werden, auch von Herrn Jäger, der Ihrer Fraktion angehört, auch von Kollegen Bruckmann und wie all jene geheißen haben, die diese Einrichtungen damals zum Billigtarif zum Urlaubmachen in Anspruch genommen und womöglich Spitzensportlern den Platz dort versessen haben.  Nun gibt es einen späten Erfolg für eine freiheitliche Initiative. Das freut mich!

Deshalb komme ich gleich zum nächsten Thema: Ich trete schon sehr lange für eine Aufwertung des Schulsports ein. Auf diesem Gebiet sind wir noch nicht sehr weit. Herr Präsident Löschnak! Speziell wenn ich den heute zur Diskussion stehenden Sportbericht betrachte, muß ich feststellen, daß kein einziger Satz im ganzen Sportbericht dem Schulsport gewidmet ist. Wir sind uns zwar darüber im klaren und auch gleicher Meinung, daß der Schulsport das Fundament für viele Fachverbände und für den österreichischen Spitzensport liefert, dennoch führt er ein Schattendasein, das jeglicher Beschreibung spottet. (Beifall bei den Freiheitlichen.)

Es muß in der künftigen Sportpolitik zu einer Aufwertung des Schulsports kommen. Es geht nicht an, daß schon im Grundschulalter Schüler von Lehrern unterrichtet werden, die überhaupt keine diesbezügliche Ausbildung haben. Es geht auch nicht an, daß die Bewegungsstunden in allen übrigen Schulen von Mal zu Mal gekürzt werden, daß zum Beispiel an den HTL, an welchen Schüler über 40 Wochenstunden haben, nur eine einzige Stunde für den Sport zur Verfügung steht.

Auf der anderen Seite fordert nämlich die Öffentlichkeit immer mehr Erfolge auch im Schulsport. Man hat Schüler-Ligen eingeführt, und man hat sie zu hervorragenden Werbeträgern gemacht. Das Geschäft mit den Schüler-Ligen blüht. Man will es auf ein immer höheres Niveau bringen, aber tatsächlich getan wird wenig. Die Rahmenbedingungen für den Schulsport sind weiter schlecht.

Es gibt mehr als 20 Bundessportwettkämpfe im Schulsport, die mit Schülern beschickt werden sollen. Was dahinter steckt, ist, daß die Schüler auf ein entsprechendes Niveau gebracht werden, sodaß es tatsächlich Sinn macht, daran teilzunehmen und in weiterer Folge auch international zu bestehen, das sehe ich am Beispiel meiner eigenen Tochter, die bis zu viermal in der Woche mit sehr engagierten Lehrern trainiert: Sie hatte zuletzt bei den ISF-Spielen in Italien im Orientierungslauf einen entsprechenden Erfolg, sie konnte den zweiten Platz für Österreich erringen.

Was bedeutet das aber für den Lehrer ohne jegliche Unterstützung?  Es wurde zum Beispiel Volleyball genannt: Was das an Arbeit bedeutet, bis man im Volleyball überhaupt wirklich System spielen kann, das weiß wirklich nur jemand, der sich damit beschäftigt hat.

Meine lieben Sportlerfreunde in allen Fraktionen! Ich habe mit Kollegen Kopf heute über einen Antrag zum Schulsport gesprochen. Er hat mir signalisiert: Reden wir noch einmal darüber, machen wir keinen Schnellschuß!  Ich bringe heute, Kollege Kopf, keinen Antrag ein, weil ich dieses Angebot wirklich ernst nehme und aufnehme. Reden wir darüber, wie wir dem Schulsport in Zukunft gemeinsam helfen können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)

14.55

Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu Wort gemeldet ist der Herr Staatssekretär.  Bitte.

14.55

Staatssekretär im Bundeskanzleramt Dr. Peter Wittmann: Herr Präsident! Hohes Haus! Eines der Hauptthemen all der Redner, die heute hier gesprochen haben, war die Valorisie


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