Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 96. Sitzung / Seite 83

Home Seite 1 Vorherige Seite Nächste Seite

Darüber hinaus haben wir hinsichtlich der Bundessportheim-Ausgliederung bereits ein großes Stück des Weges zurückgelegt. Wir werden keine Privatisierung vornehmen. Daher ist die Kritik, daß wir hier eine Pseudoprivatisierung vornehmen, ungerechtfertigt, weil wir gar nicht vorhaben, eine Privatisierung zu machen, sondern eine Ausgliederung. Das heißt, daß wir für die Bundessportheime eine privatrechtliche Organisationsform wählen werden, wahrscheinlich die der GesmbH, und einige dieser Bundessportheime der Verwaltung der zuständigen Fachverbände übertragen werden. Damit ist gewährleistet, daß der Betrieb dieser Sportheime dem Sport erhalten bleibt und in den Fachverbänden verankert wird, die die besten Möglichkeiten für den Betrieb und die Auslastung dieser Sportvereine in Zukunft haben werden.

Den verbleibenden Rest  das heißt bis auf Spitzerberg, Kitzsteinhorn und St. Christoph  werden wir in eine GesmbH zusammenfassen. Das Ganze soll nicht dem Verkauf oder einer Privatisierung dienen, sondern im Eigentum des Bundes bleiben, aber es sollen damit die Möglichkeiten einer straffen Organisationsform innerhalb einer GesmbH mit Bilanzierung, Kostenbewußtsein und all den Vorteilen, die man aus diesen privaten Organisationsformen ziehen kann, lukriert werden.

Was die Dachverbände betrifft, möchte ich schon eines zu bedenken geben: Wir haben dort eine Organisationsstruktur für 250 000 freiwillige Mitarbeiter. Diese zu zerschlagen würde bedeuten, daß man auf einen Teil dieser freiwilligen Mitarbeiter verzichtet, und weiters würde das bedeuten, daß die Sportangebote, die es derzeit in Österreich gibt, wahrscheinlich nicht mehr in dieser Qualität und diesem Umfang aufrechtzuerhalten wären, wie es derzeit der Fall ist. (Beifall bei der SPÖ.)

Wir sind darüber hinaus mit der Bewerbung für weitere Großveranstaltungen beziehungsweise mit der Vorbereitung darauf beschäftigt. Wir haben die Weltmeisterschaft im Nordischen Schilauf für 1999 in der Ramsau gesichert und finanziert; die Umbauarbeiten dafür sind bereits abgeschlossen. Wir haben mit den Vorbereitungsmaßnahmen für die WM 2001 in St. Anton begonnen. Und wir wollen uns für die Europameisterschaft 2004 im Fußball bewerben. Auch hier sind die Vorbereitungsgespräche sehr weit gediehen, und wie Sie wissen, haben wir hier einen sehr übermächtigen Konkurrenten, nämlich Spanien, daher müssen wir uns besonders gut vorbereiten.

Wir werden uns auch hinsichtlich der Olympischen Spiele 2006 bewerben, und ich kann Ihnen versichern, daß viele Länder froh wären, wenn sie einen Bewerber hätten in der Qualität, von der wir drei haben, aus denen wir dann einen Bewerber auswählen können, der sich dann international bewähren wird.

Ich glaube, hier passiert einiges. Ich möchte auch noch darauf hinweisen, daß wir versuchen, den Schulsport mit dem Leistungs- beziehungsweise Breitensport zusammenzuführen. Hier haben wir verschiedene Ansätze, etwa "Hits for Kids". Wir haben zum Beispiel in Wiener Neustadt eine flächendeckende Untersuchung von einem Jahrgang an Schülern im Zuge dieser Veranstaltung durchgeführt. Wir haben motorische Leistungstests gemacht. Es gab ein riesiges Echo. Man hat mehr als 2 600 Jugendliche an diesen beiden Tagen untersucht, und die Ergebnisse können wir Sportvereinen, den Eltern beziehungsweise den Schulen zur Verfügung stellen, um eine qualifizierte Ausbildung beziehungsweise Förderung der Jugendlichen zu gewährleisten.

Wir versuchen auch, jene Trainer, die von uns gefördert werden, dazu zu verpflichten, daß sie hochqualifizierte Trainerstunden in den Schulen geben, um auch hier eine Wechselwirkung zwischen Schul- und Breitensport herbeizuführen.

Es ist also nicht so, daß wir hier keine Akzente setzen würden, dagegen möchte ich mich entschieden verwahren. Im Gegenteil, wir sind schon sehr weit in unserer Vorbereitung, aber auch schon in der Umsetzung.

Ein ganz großer Schwerpunkt ist bis jetzt überhaupt unter den Tisch gefallen, nämlich der Behindertensport, für den wir ganz besondere Akzente setzen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.) Wir haben für den Behindertensport heuer die entsprechenden Mittel zur


Home Seite 1 Vorherige Seite Nächste Seite