Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 99. Sitzung / Seite 27

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Meine Damen und Herren! Wenn die Gentechnologie und die Biotechnologie im landwirtschaftlichen Bereich großflächig eingesetzt werden, dann beschleunigt das einen strukturellen Prozeß, den wir so nicht wollen, den auch Sie, Herr Kollege Schwarzböck, glaube ich, so nicht wollen, der aber jetzt bereits voll im Gange ist. Natürlich war mit der Pflanzenzüchtung, mit der Tierzüchtung ein immer stärker werdender Prozeß der Monopolisierung im Agrarbereich verbunden. Die Artenvielfalt im gesamten Getreidebereich, die Artenvielfalt im gesamten Tierbereich wurde reduziert. (Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ja, weil die Züchtung auch eine Form des Eingriffs ins genetisch-evolutionäre Programm ist.

Die Frage ist nur, meine Damen und Herren, ob Sie die Beschleunigung, die Sie herbeiführen, politisch auch tatsächlich gewollt haben. (Mehrere Salzburger Abgeordnete, mit blauen Sweatshirts bekleidet, die mit "Salzburg für Olympia!" bedruckt sind, betreten das Plenum.)   Ich glaube, gerade kommt die gesammelte blaue Mannschaft der Obstverwerter herein! (Abg. Dr. Petrovic: Nein, das ist Olympia!) Ah, das sind die Olympischen Spiele aus Salzburg. (Abg. Haigermoser: Jawohl!) Ach so, nach dem erfolgreichen Auftreten der Kärntner Mannschaft, allen voran ... (Beifall bei den Freiheitlichen.) Nicht allen voran der Herr Gaugg, Entschuldigung. (Lebhafte Heiterkeit.) Das würde ein sicheres olympisches Desaster werden. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.  Abg. Haigermoser: Wabl und Gaugg!  Weitere Zwischenrufe.  Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)

Meine Damen und Herren! Fein wäre, wenn Kollege Schwarzenberger und seine Parteikollegen das nächste Mal mit dem Bauerngwandl und mit der Sense und mit der Sichel hereinkämen, um zu demonstrieren, wie fleißig sie für die Bauern sind. (Abg. Dr. Fuhrmann: Nein, das wäre zu gefährlich!) Aber das macht er ja sowieso immer. Er kommt immer im steirischen Kampfanzug herein, so wie der Herr Abgeordnete Khol. (Abg. Dr. Khol: Andreas, die Liberalen kommen mit Sichel und Hammer!  Abg. Schwarzenberger: Sichel und Hammer passen für den Wabl besser!  Abg. Haigermoser: Aber nicht, wenn er einen Friseur mithat!)

Meine Damen und Herren! Das hat mich ein bißchen aus meinem Redekonzept gebracht. (Ruf: Ach, du hast ein Konzept gehabt?) Ich bin es nicht gewohnt, meine Damen und Herren, daß ich von so aktionistischen Einlagen unterbrochen werde in meinen Reden. (Heiterkeit.) Normalerweise wird hier aufmerksam zugehört, wird applaudiert (Beifall bei den Grünen), regen sich manche Menschen über meine Zwischenrufe auf, ich bekomme Ordnungsrufe, aber daß das passiert, daß ich so aus der Rede gebracht werde, das bin ich nicht gewohnt.

Lassen Sie mich noch einen Satz sagen ...

Präsident Dr. Heinz Fischer: Meine Damen und Herren! Am vierten Tag einer Budgetdebatte gibt es gewisse gruppendynamische Prozesse (Heiterkeit), aber wir werden auch diesen Tag zu Ende bringen.  Herr Abgeordneter Wabl, bitte.

Abgeordneter Andreas Wabl (fortsetzend): Danke schön, Herr Präsident! Nachdem Sie mich aufgefordert haben: Nun bin ich fertig. (Allgemeine Heiterkeit.  Beifall bei den Grünen.)

10.13

Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Katharina Horngacher. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 5 Minuten. (Abg. Haigermoser: Frau Kollegin, wir haben noch ein paar Leiberl! Das ist Unisex, das können Frauen und Männer tragen!)

10.13

Abgeordnete Katharina Horngacher (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Der Grüne Bericht 1996 ist nach zwei guten Jahren erwartungsgemäß nicht so gut ausgefallen; wir haben Einbußen von 4,4 Prozent. Dies ist eine Folge des Auslaufens der degressiven Ausgleichszahlungen.

Unser Herr Minister hat nun mit dem verbesserten ÖPUL-Programm 1998 darauf reagiert. Es ist das Folgeprogramm, das die Prämien für das Grünland erhöht und sie auch vom Tierbesatz abhängig macht. Durch diese Neuorientierung der Grünlandförderung kommt unseren Grünlandbauern nun doch ein Mehrbetrag von etwa 300 Millionen Schilling zugute. Ganz wesentlich aber


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