Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 122. Sitzung / Seite 98

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1. das Projekt Semmering-Basistunnel zumindest bis zum Vorliegen des Sonderberichtes des Rechnungshofes darüber nicht weiterverfolgt und

2. die Planung des Nordabschnittes der Südostspange unverzüglich in Auftrag gegeben wird."

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(Beifall bei den Freiheitlichen.)

15.38

Präsident Dr. Heinz Fischer: Der Antrag liegt vor und entspricht den Bestimmungen der Geschäftsordnung. Er steht daher mit in Verhandlung.

Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Posch. Er hat das Wort.

15.38

Abgeordneter Mag. Walter Posch (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Ich werde mich in der gebotenen Kürze noch mit dem Budget Wissenschaft beschäftigen. Der Bundesvoranschlag 1999 ist mit 28,3 Milliarden Schilling, was etwa 3,69 Prozent des Gesamthaushaltes entspricht, unverändert geblieben und ermöglicht im großen und ganzen eine gute Aufgabenerfüllung. Dabei gehen 16,6 Milliarden an die Universitäten, 1,8 Milliarden an die Kunsthochschulen und 2,9 Milliarden an hochschulische Einrichtungen wie Studentenheime, Mensen et cetera.

Ein besonders gutes Verhältnis spiegelt der Vergleich von Sachaufwand und Personalaufwand wider, nämlich 15,6 Milliarden Schilling für den Sachaufwand gegenüber 12,6 Milliarden Schilling für den Personalaufwand, was bei 20 000 Bediensteten ein ausgezeichnetes Verhältnis ist.

Ich möchte ganz kurz nur zu einem Punkt Stellung nehmen, nämlich zu den Fachhochschulen, die im Bundesvoranschlag 1999 mit 754 Millionen Schilling budgetiert sind. Das ist noch immer relativ wenig, es liegt etwa bei der Hälfte dessen, was für die Kunsthochschulen aufgewendet wird. Es ist aber doch einiges, wenn man bedenkt, daß die Fachhochschulen ein sehr junger Sektor sind.

Der Status quo ist, daß es derzeit etwa 43 Studiengänge mit 6 200 Studierenden gibt  das wurde schon gesagt , daß leider der Frauenanteil an den Fachhochschulen nach wie vor sehr gering ist, nämlich 27 Prozent im Vergleich zu den Universitäten mit über 50 Prozent, was zum Teil daran liegen mag, daß der überwiegende Teil der Studiengänge technisch orientiert ist.

Allerdings sind die Fachhochschulen sehr attraktiv für Studierende des zweiten Bildungsweges. Etwa 11 Prozent der Studierenden an Fachhochschulen haben keine Matura, an den Universitäten liegt dieser Anteil bei etwa 3 Prozent. Und auch die soziale Durchlässigkeit an den Fachhochschulen ist eine wesentlich bessere.

Was die Zukunftsaussichten anlangt, wäre es interessant zu wissen, Herr Minister, wie der weitere Ausbau nach dem Jahre 2000 ausschaut, ausgehend von den 10 000 Studienplätzen: Wie viele Studierende wird es realistischerweise dann an den Fachhochschulen geben? Ein Vergleich zeigt, daß in Deutschland der Anteil der Studierenden an Fachhochschulen bei über 30 Prozent liegt, in den Niederlanden gar bei 60 Prozent.

Die bisher vorhandenen Absolventen von Fachhochschulen haben in Österreich guten Erfolg auf dem Arbeitsmarkt gehabt. Bis auf einen Absolventen haben alle von den insgesamt etwa 180 einen Arbeitsplatz gefunden. Das heißt, das Interesse der Wirtschaft ist groß. Vor allem das vorgeschriebene Praxissemester führt zu besseren Einstiegschancen der Fachhochschüler. 85 Prozent der Betriebe, in denen Praxissemester absolviert wurden, sind auch in Zukunft an Fachhochschulstudenten interessiert.

Die Probleme, die es vor allem gibt: Es sind fast alle Fachhochschul-Studiengänge nach wie vor zu klein, weil es erst ab 1 000 Studierenden zu einer Fixkostendegression kommt, was bedeutet,


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