Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 122. Sitzung / Seite 135

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Neueinrichtung der Schausammlung des Technischen Museums, für die Eröffnung des Technischen Museums am 22. April 1999, für die Inangriffnahme des Studiengebäudes Albertina, für das Museumsquartier und für die Weiterentwicklung der anderen Museen zur Verfügung stellen.

Zur Frage von Frau Abgeordneter Motter bezüglich des Diebstahls, der in der Nationalbibliothek vorgekommen ist, möchte ich folgendes feststellen: Sobald uns das im Ministerium bekannt wurde, wurde sofort veranlaßt, daß Anzeige erstattet wird. Auf die Frage, warum das nicht früher geschehen sei, wurde mir berichtet, daß zuerst der Umfang des Diebstahls festgestellt worden sei, weil man nicht genau gewußt habe, um welchen Umfang es sich dabei handle. Aber es wurde sogleich, als es mir im Ministerium bekannt wurde, die Weisung gegeben, daß sofort eine Anzeige zu machen ist. Das war auch, so glaube ich, der notwendige und richtige Schritt.

Zur Frage der Ausgliederung der Museen. Meine Damen und Herren! Ich meine, es ist dies ein Weg in eine Vollrechtsfähigkeit, wobei die politische Verantwortungsübernahme nach wie vor erhalten bleibt. Das heißt, wir verabschieden uns nicht von der Verantwortung für die Milliarde, die wir in die Museen hineinstecken, für die Steuergelder, die dort investiert werden, wir tragen diese Verantwortung weiter. Wir wollen den Museen aber mit dieser Umwandlung in wissenschaftliche Anstalten größtmögliche Bewegungsfreiheit im Bereich des Budgets, im Bereich der Planung geben, und wir glauben, daß die Zielsetzung der Museen ganz klar und deutlich aus dem gesetzlich formulierten Auftrag hervorgeht.

Es wurde im Kulturausschuß vereinbart, daß eine Museumsplanung mit Zielsetzung für die Zukunft Inhalt des nächsten Kulturberichtes sein wird, den wir sehr gern wieder mit den Mitgliedern des Kulturausschusses diskutieren werden.

Meine Damen und Herren! Nun zum Bildungsbereich. Im Bildungsbereich ist auch eine Erhöhung zu verzeichnen; das ist bereits angesprochen worden. Ich möchte doch eines einmal klar und deutlich feststellen, denn das ist mir ein Anliegen: Die Zahlen zeigen uns deutlich, daß es keinen Bildungsabbau gibt. Nicht nur die Verhältniszahlen zwischen Schülern und Lehrern, sondern auch die Steigerung der Bildungsabschlüsse zeigen ganz klar, daß es mehr hohe Bildungsabschlüsse in Österreich gibt.

Ich will Ihnen nun die Vergleichszahlen zwischen 1981 und 1996 nennen. Im Jahr 1981 haben 4 Prozent der Gesamtschülerzahl einen Abschluß an einer BHS gemacht. Dieser Wert hat sich inzwischen verdoppelt, er liegt nun bei 8,8 Prozent. Im AHS-Bereich ist ein deutlicher Anstieg zu vermerken, und auch im Universitätsbereich gibt es mehr Abschlüsse. Naturgemäß ist die Gruppe, die nur einen Pflichtschulabschluß hat, stark rückläufig. Waren es 1981 noch 40,6 Prozent eines Altersjahrganges, so sind es 1995 nur noch 26,6 Prozent. Also der Wert hat sich fast schon halbiert und wird sich sicherlich noch weiter nach unten entwickeln.  Ich glaube, angesichts dieser Zahlen darf man mit Fug und Recht feststellen, daß es sehr wohl eine Steigerung der Bildungsqualität gibt.

Ich möchte auch folgendes festhalten: Man sollte hier nicht mit der Angst spekulieren, indem man sagt, 36 Schüler in einer Klasse seien der Regelfall. Ich sage klar und deutlich: 36 Schüler sind nicht der Regelfall! Sie sind eine ganz, ganz große Ausnahme, wie die durchschnittlichen Klassenschülerzahlen sehr deutlich zeigen. Im AHS-Bereich beträgt die durchschnittliche Klassenschülerzahl, wie sie schon genannt wurde, 22,6 Schüler. Also da ist man weitest entfernt von 36. Auch im BMHS-Bereich beträgt die durchschnittliche Schülerzahl 24,4. Also man ist weitest entfernt von dieser Zahl, die da immer genannt wird.

Meine Damen und Herren! Bezüglich des Lehrerleitbildes möchte ich schon eines feststellen: Wir sollten Lehrerleitbild und Arbeitsplatzbeschreibung auseinanderhalten. Ein Leitbild ist immer etwas, was gemeinsam mit den Betroffenen erstellt wird, wo man ganz klar weiß, daß auch der Weg ein Ziel ist, nämlich diese gemeinsame Arbeit an dem Lehrerleitbild. Man sollte wirklich nicht immer alles miteinander vermischen. Ich bin sehr froh, daß dieses Lehrerleitbild von der Gewerkschaft erarbeitet wurde.

Meine Damen und Herren! Noch eine grundsätzliche Aussage. Es wird immer wieder gesagt, es sei so schrecklich, daß 90 Prozent des Unterrichtsbudgets Personalkosten sind. Aber, meine


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