Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 133. Sitzung / Seite 107

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Dann steht der Familienminister von der ÖVP auf, schüttet eine halbe Rede lang nur die Freiheitlichen an und bringt nicht ein einziges Mal über seine Lippen, daß ihm das nicht recht ist, daß die Bundesregierung Pornovereine fördert, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)

Der Herr Bundesminister hat ja erklärt, in seinem Ministerium werde  wie übrigens auch in seinem eigenen Parlamentsklub  permanent in den Pornokanälen des Internets herumgesurft. Mich würde interessieren, wer das bei der ÖVP ist. Die ist nämlich einer der zahlreichsten Surfer  nicht das Ministerium, sondern der ÖVP-Klub führt die Hitliste mit insgesamt 382 Zugriffen zu Beginn des Monats Juni an. 382! Forschen Sie einmal nach, Frau Kollegin Moser, wer bei Ihnen herumsurft! Das wird nicht derjenige sein, der im Familienministerium berufsmäßig für den Herrn Bartenstein herauszufinden versucht  nur findet er es nicht heraus! , ob der Herr Wittmann Pornovereine im Internet fördert. Nein, das werden schon jene sein, die ganz gut mit den Dingen umgehen können, Frau Moser!

Da braucht mir die Frau Fekter auch nichts zu erzählen von wegen, man hätte sich im Kanal vergriffen. Dann hätten sich alle Schwarzen bei der Niederösterreichischen Landesregierung, die die Hitliste hinter dem Magistrat der Stadt Wien anführen, vergriffen. Die Beamten der Vorarlberger Landesregierung: 887 Zugriffe, die Tiroler Landesregierung, Frau Kollegin Moser, Ihre eigene Landesregierung  den Herrn Landeshauptmann kennen Sie ja gut : 446 Zugriffe, meine Damen und Herren! Alles Anfang Juni. Nicht von mir erfunden, von einer ÖVP-Zeitung aus der Steiermark zum besten gegeben! Und daher müßten Sie wissen, was sich hier abspielt.

Keiner bringt ein Wort des Bedauerns über die Lippen. Nein, man versucht, so wie Frau Petrovic, irgendeine Ehebettgeschichte beim ÖKM mit Kindesmißbrauch zu vergleichen. Da sieht man, welche Denkart hier dahintersteckt: Es geht nicht um die Kinder. Nein! Wenn wir versuchen, Kinder zu schützen, dann werden irgendwelche ÖKM-Geschichten erzählt, meine Damen und Herren! Das zeigt, wie abgrundtief diese Menschen die Kinder in diesem Lande verachten! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Abgrundtiefe Verachtung für die Kinder dieses Landes  das ist die Politik, die heute zum besten gegeben wurde!

Dann haben Sie, Frau Kollegin Moser, noch den Papst zitiert. Das hat der Papst nicht verdient, daß Sie ihn in diesem Zusammenhang zitieren. Ihre Frau Bundesminister Gehrer ist dafür verantwortlich  das ist Ihre Parteifreundin, falls Sie das vergessen haben , nebst den Surfern Ihres Klubs, daß derartige Dinge in den Museen dieses Landes hängen. (Der Redner hält Reproduktionen von Werken Otto Mühls in die Höhe.) Derartige Dinge hängen in den Museen dieses Landes! Glauben Sie, daß ich das erfunden habe, Frau Moser? Erkennen Sie das wieder?  Das ist Ministerverantwortlichkeit der ÖVP. Frau Gehrer trägt die Verantwortung dafür!

Meine Damen und Herren! Damit nicht genug! (Der Redner zeigt eine weitere Reproduktion eines Werks von Otto Mühl und legt sie vor sich auf das Rednerpult.) Das ist Ihre Bundesregierung, Frau Moser  wenn Sie schon den Papst zitieren , die Mutter Teresa in der Sezession verhöhnt. Meine Damen und Herren! Ich weiß nicht, ob Sie sich das Bild schon einmal vergegenwärtigt haben, ob Sie vielleicht hin und wieder auch eine andere Zeitung als die "Tiroler Tageszeitung" lesen, Frau Moser. Ihre Bundesminister sind das! Diese Schweinereien sind gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für auswärtige Angelegenheiten. Ihr eigener Parteichef fördert das. Meine Damen und Herren! Frau Moser! Wäre es nicht an der Zeit, statt sich auf den Papst zu berufen, einmal mit Ihrem Parteivorsitzenden zu reden, damit er derartige Dinge abstellt? (Beifall bei den Freiheitlichen.)

Der Herr Kardinal dient nicht nur der Frau Petrovic zur Verhöhnung, sondern dieser dient natürlich auch dem Herrn Mühl, dem so sehr geförderten Herrn Mühl, zur Verhöhnung. Diese Bilder, meine Damen und Herren, und speziell diese Bilder (der Redner zeigt weitere Reproduktionen von Werken Otto Mühls), auf denen Kinder dargestellt werden  übrigens mit einem Mitglied Ihres Parlamentsklubs, da hinten sitzt er , dienen dazu, der Öffentlichkeit zu suggerieren, der Herr Mühl gehöre wieder zu uns, zur guten Gesellschaft, und die Opfer, die er mißbraucht hat  lesen Sie einmal die Gerichtsakten! , sind die Dummen dieses Landes. Da ist Ihre Politik, Ihre


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