Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 164. Sitzung / 211

nicht nur ... (Abg. Dr. Khol: Cap, du bist fad!) Noch ein Wort, und Sie kommen selbst ins Museum, das sage ich Ihnen, Herr Abgeordneter Klubobmann Khol! Wir müssen die Museen auch von dieser Seite her behandeln. (Abg. Dr. Khol: Du bist fad! Du bist Motter zwei! Krüger war lustiger als du!) Es geht hier nicht um Kabarett, es geht um Museen, Herr Klubobmann Khol, und die sollte man einmal gründlich aufarbeiten.

Daher meine ich, daß man diese Vergleiche anstellen sollte. (Abg. Dr. Khol: You have to live up to your standard!) Ich denke an das Palais de la Découverte in Paris; dort kann man wirklich vermitteln, daß Kinder mit Technik konfrontiert werden. Im Parc de La Villette haben sie die Möglichkeit, mit moderner Technik konfrontiert zu werden. Da werden die Etrich-Taube oder das LD-Stahlverfahren allein nicht ausreichen.

Man sollte meiner Ansicht nach sehr weit über den Tellerrand hinaus überlegen und konzipieren, und das berührt das Selbstverständnis. Es geht nicht nur darum, daß wir schöne und vermittelbare Museen haben, sondern es geht auch darum, was diese Museen vermitteln sollen, was darin geschehen soll und in welcher Aufteilung sie sich mit den anderen Museen abstimmen. Das halte ich für die in Wirklichkeit wichtigere Fragestellung. Ich halte das für wichtiger, als jetzt auf irgendwelchen Tabellen anzuführen, wo es im Endeffekt vielleicht den einen oder anderen Mangel gibt.

An der Diskussion hat mich gestört, daß gesagt worden ist, daß nur diejenigen Museen gute Museen sind, in welche die Museumsbesucher massenweise hineinlaufen. Das allein ist kein Kriterium! Es ist zwar ein wichtiges Kriterium, denn das Museum muß, wenn es jetzt noch selbständiger wird, auf dem Markt bestehen, aber man kann das nicht zu einer solchen Vorgabe machen, daß es schlecht wäre, wenn es Museen gibt, die auch für bestimmte qualitative Minderheiten Ausstellungen organisieren. Das muß deswegen keine minderwertige Ausstellung sein. Es steckt eine gewisse ideologische Überlegung dahinter, Herr Abgeordneter Krüger, daß Sie das hier in dieser Form eingebracht haben. Ich möchte an Sie appellieren, daß Sie hier nicht versuchen, auf diese Art Ihre politischen Vorstellungen in die Museumskonzeptionen oder in das, was die einzelnen Museumsdirektoren und -direktorinnen umsetzen wollen, einzubringen.

Summa summarum ist es ein interessanter, gut gemachter Kulturbericht, der wirklich übersichtlich darstellt, was im Kulturbereich getan wird, wonach darin geforscht wird, welche Initiativen es da gegeben hat, wie die Entwicklung im baulichen, im rechtlichen, im finanziellen Bereich sowie im Besuchsbereich zu bewerten ist. Ich kann nur sagen, daß das ein wirklich gut gemachter Bericht ist, auf dessen Grundlage man eine gute Debatte führen kann. (Beifall bei der SPÖ.)

22.25

Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Kurzmann. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 5 Minuten.  Bitte.

22.25

Abgeordneter Dr. Gerhard Kurzmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Wir diskutieren heute  vor fast leerem Haus  den sogenannten Kulturbericht 1997. "Sogenannt" deshalb, weil der Titel richtigerweise "Bundesmuseenbericht" oder "Denkmalschutzbericht" lauten müßte.

An dieser Stelle setzt die Hauptkritik von uns Freiheitlichen ein: In dieser Bundesregierung sind sogar Kunst und Kultur proporzmäßig aufgeteilt. Ein Teil der kulturellen Institutionen, wie Museen, Nationalbibliothek, Bundesdenkmalamt, ist bei Frau Bundesminister Gehrer angesiedelt, ein anderer Teil beim Bundeskanzler. Sie alle kennen das Schlagwort: Kunst und Kultur sind Chefsache!  Das ist ein hoher Anspruch. Wir wissen aber, daß diesem Anspruch keine Taten gefolgt sind. (Beifall bei den Freiheitlichen.)

Sehr geehrte Damen und Herren! Tatsache ist, daß die österreichische Kulturpolitik in einer finanziellen, inhaltlichen und organisatorischen Krise steckt. Für eine Kulturpolitik der direkten Finanzierung durch den Staat ist nicht mehr genug Geld vorhanden. Zukunftsorientierte oder zukunftsweisende Strategien fehlen weitgehend. Dabei müßten zur Belebung des kulturellen


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