Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 175. Sitzung / 245

ständigen Neubausituation ist, weil das mit Arbeitsplätzen verbunden ist, was in der heutigen Zeit ein ganz wichtiger Faktor ist.

Eine weitere wichtige Sache scheint mir die Unternehmensübergabe zu sein, die als sehr positiv betrachtet wird. Es ist eine gute Sache, daß viele Betriebe, die früher allein durch die Nachfolge  sei es im familiären Bereich oder anderswo  in Schwierigkeiten gekommen sind, heute in dieser Hinsicht ganz gute Ergebnisse aufweisen können.

Ich möchte auch da einen Appell vor allen Dingen an die Steuerberater richten. Es kommt sehr oft vor, daß Steuerberater einfach nur von einer Bilanz zur nächsten Bilanz hin agieren und nicht über den betrieblichen Tellerrand hinausschauen. Es wäre wichtig, daß sie sich fünf, acht oder zehn Jahre vor der Betriebsübergabe mit dem Klienten mehr beschäftigen, vor allem damit, wie denn dieser die Betriebsübergabe vorantreibt, um ihn auch dabei nicht alleinzulassen. Das wäre für so manchen Betrieb eine große Hilfe und eine große Erleichterung. Abgeordneter Fink hat heute früh sehr gut gesagt, daß bei einer Summe von 8 Millionen Schilling durch diese Steuerreform eine Ersparnis von 500 000 S wirksam wird. Ich glaube, das sollte man auch nicht so einfach unter den Tisch kehren.

Meine Damen und Herren! Vor allen Dingen  das hat Herr Minister Farnleitner auch schon gesagt  ist die Aufwärtsentwicklung bei den Selbständigen, bei den Betrieben und in Verbindung damit natürlich auch bei den Arbeitskräften sehr interessant. Diese Erwähnung wird aber von der Opposition sehr oft als ständige Lobhudelei bezeichnet, und daher möchte ich gar nicht näher darauf eingehen.

Meine Damen und Herren! Ich möchte aber, weil dies der letzte Bericht in dieser Gesetzgebungsperiode ist, noch ein paar grundsätzliche Dinge feststellen. Die Berichte, die heute hier zur Behandlung vorliegen, sind nicht zuletzt ein Erfolgsbericht der Sozialpartnerschaft, um das einmal sehr deutlich zu sagen. All das wäre nicht möglich gewesen, wenn die Sozialpartnerschaft in diesem Land nicht so gut funktionierte. Das sehen oft auch die Kollegen aus Parlamenten anderer Länder bei uns sehr deutlich, einige Gruppierungen unseres Landes sehen das jedoch nicht so. Ich glaube, das sollte man einmal sagen!

Meine Damen und Herren! Ich möchte bei dieser Gelegenheit noch etwas sagen: Jeder, der mich kennt, weiß, daß ich Parteivorsitzender meines Bezirkes und nebenbei auch Präsident des Freien Wirtschaftsverbandes Niederösterreich bin. Als ich hier in den Nationalrat gekommen bin, war mein Sitznachbar ein Arbeiterkämmerer. Ich sage das jetzt ganz offen und ehrlich. Am Anfang hatten wir einige Differenzen. Aber wissen Sie, was in diesem Land so bezeichnend ist?  Daß man eine menschliche Beziehung entwickeln kann! Heute verstehen wir einander sehr gut. Er versteht mich, und ich verstehe ihn. Ich habe von ihm gelernt, und er hat von mir gelernt. Das ist nur ein kleines Beispiel von zwei Abgeordneten hier in diesem Hause.

Ich denke aber, daß das kennzeichnend für unser ganzes Land ist: Wenn wir miteinander reden und miteinander unsere Probleme diskutieren, dann werden wir den Erfolg, den wir bis heute in diesem Land durchgesetzt haben, auch in Zukunft bewältigen können  auch wenn es noch so sehr kritisiert wird! Die anderen wissen, was wir hier bewegen, und ich meine, wir werden uns nicht beirren lassen. Ich kann nur an alle vernünftigen Kräfte dieses Landes appellieren, diesen Weg fortzusetzen, den wir gemeinsam zu gehen begonnen haben!  Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)

23.07

Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Ing. Nußbaumer mit einer freiwilligen Redezeitbeschränkung von 4 Minuten.  Bitte.

23.07

Abgeordneter Ing. Wolfgang Nußbaumer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Abgeordneter Kiermaier, Sie haben die Sozialpartnerschaft beschworen. Wissen Sie: Ein Betrieb funktioniert dann, wenn der Eigentümer oder Geschäftsführer oder Vorstand  wer auch immer  mit seinen Mitarbeitern ein Team aufbaut und dieses Team zum Erfolg führt! (Beifall bei den Freiheitlichen.)


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