Nationalrat, XXI.GP Stenographisches Protokoll 28. Sitzung / Seite 178

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Dieser "Gag" – unter Anführungszeichen – hat den Herrn Bundeskanzler in so abgrundtiefe Verzückung versetzt, dass er es nicht verabsäumt hat, der Susi ein Büchlein über "Susi und Strolchi" zu schenken, wahrscheinlich deshalb, weil er es bedauert, dass er nie die Popularität von "Susi und Strolchi" in diesem Lande erreichen wird! – Ein trauriges Kapitel, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das nun auf der Krawatte? – Abg. Dr. Khol: Ist das der Hund mit der Knackwurst? – Abg. Haigermoser: Wau! Wau! Wuff! Wuff!) Sie lernen, denn Sie bellen schon ganz gut, Herr Haigermoser! Das ist wahr, und das ist intelligenter als so manches, was ich sonst schon von Ihnen gehört habe. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Er ist auf den Hund gekommen! – Präsident Dr. Fasslabend gibt das Glockenzeichen.)

Meine sehr verehrten Damen und Herren! Man soll manches durchaus aufmerksam lesen. Der Herr Bundeskanzler gefällt sich auch im sehr einfachen Übersetzen von schwierigen Problemen. Man muss – das hat Anneliese Rohrer in der "Presse" so vorzüglich geschrieben – "die Dinge mit den Augen der Kinder sehen", wie "Bundeskanzler Wolfgang Schüssel seit seinem Wechsel an die VP-Spitze 1995 immer wieder zu sagen" pflegt.

Weiters schreibt Frau Rohrer: "Nun denn: Betrachten wir die Aussagen von Schüssel zur aktuellen Budgetsituation so. Dann würden Kinder fragen, wo denn der Bundeskanzler als Vizekanzler in den letzten Jahren war, wenn er doch höchstpersönlich in jener Regierung saß, die das nun beklagte Budgetdesaster verursacht hat? Was denn mit der ,Sanierung‘ des Budgets passiert sei, die sich die ÖVP seit 1995 auf ihre Fahnen geheftet hat?" Zitatende. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Wo war denn der Finanzminister?)

Weiter heißt es in dem Artikel von Anneliese Rohrer: "Warum Schüssel nicht auf seinen Wirtschaftsminister Johann Farnleitner und seinen guten Parteifreund, Vorarlbergs Landeshauptmann Herbert Sausgruber, gehört hat, die doch beide um die wirkliche Lage des Budgets Bescheid gewußt haben?" (Abg. Dr. Khol: Hat der Hund jetzt die Wurscht gefressen oder nicht!) Herr Khol, ich zitiere weiter:

"Kinder haben nämlich, auch wenn sie auf Zahlenreihen so verständnislos blicken wie angeblich die schwarz-blauen Regierungsmitglieder am Freitag bei der Klausur, ein feines Gespür für Gerechtigkeit."

Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich zitiere noch immer Frau Rohrer: "Der Rest ist eine Frage des Politik-Marketings. Die neue Regierung hat sich da eine Strategie zurechtgelegt: Zuerst deutet FPÖ-Chef Haider ein schlimmes Erwachen an, dann gab sich die Regierung ,geschockt‘ – und schon ist das Terrain psychologisch für neue ,Opfer‘ aufbereitet."

Die Opfer sind die Bürger unseres Landes! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind schuld!) Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das ist die Strategie der Politik, die zu betreiben Sie in unserem Lande vorhaben!

Eine zweite Bemerkung. Ich bin in der Tat sehr stolz darauf, dass das einzige positive Blümchen, das Sie sich aufs Revers stecken, die Steuerreform ist! (Abg. Ing. Westenthaler: Wir finanzieren sie!) Diese Steuerreform trägt nämlich die sozialdemokratische Handschrift, wo Herr Khol mit Zähnen und Klauen versucht hat, dem Amtsgehilfen und Hilfsarbeiter im Jahr den Gegenwert einer Schachtel Zigaretten und dem Direktor 20 000 S zuzuschieben! Das haben wir nicht zugelassen! Das ist Ihre Politik! (Beifall und Bravo-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Nürnberger: So ist es!)

Herr Khol! Mit diesen Zahlen saßen Sie mit Peter Kostelka mit Taferln im Fernsehen. Das ist so schön! Ich sage Ihnen das für den Fall, dass Sie sich nicht mehr erinnern können, denn selektive Wahrnehmung und Verdrängung ist bei Ihnen offenbar Punkt eins! Wenn man die Beitrittserklärung für Ihre Partei unterschreibt, ist das eine wichtige Voraussetzung: Verdrängung und letztendlich ... (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt der Hass so richtig heraus!) Das kenne ich gar nicht, denn ich liebe alle Menschen, lieber Herr Westenthaler! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Vor allem die Hunde! – Abg. Schwarzenberger: Die Hunde, die die Wurst fressen!)


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