Nationalrat, XXII.GP Stenographisches Protokoll 25. Sitzung / Seite 128

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Die Autonomie kann dann positiv gelebt werden, wenn es sich um engagierte, höchst motivierte Lehrer, Direktoren und Inspektoren handelt. Dann funktioniert das wunder­bar. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Unglaublich!)

Wichtig ist meiner Ansicht nach aber auch eine flächendeckende Absicherung des Bil­dungs­angebotes. (Abg. Öllinger: Von welcher Autonomie reden Sie denn?) Damit meine ich vor allem entsprechende Infrastrukturen im ländlichen Raum. Da es bei uns im ländlichen Raum auch sehr viele Kleinschulen oder Zwergschulen gibt, erwarte ich mir diesbezüglich weiterhin die Unterstützung für unsere Kinder und Jugendlichen.

Erfreulich ist für mich, dass mit der Stundenreduktion für die Schüler die Kleinschulen auf dem Land besser abgesichert sind beziehungsweise abgesichert werden, weil kei­ne Lehrer abgebaut werden, sondern sie dann mehr Zeit für die wenigen Kinder haben. Das ist für uns von der ÖVP eine ganz entscheidende Maßnahme.

Es liegt an den einzelnen Bundesländern, bei künftigen Neuverhandlungen des Finanz­ausgleichs eine noch bessere Absicherung dieser Dienstposten für Lehrer zu errei­chen.

Sehr geehrte Damen und Herren! Seit der Amtsübernahme durch Bildungsministerin Gehrer 1995 ist auch außerhalb der Pflichtschulen viel weitergegangen. Gerade die Fach­hochschulen bieten mit ihren über 30 Standorten – verteilt auf ganz Österreich – ein flächendeckendes Bildungsangebot auf höchstem Niveau. (Abg. Öllinger: Die Son­ne scheint!)

Nicht alle Standorte sind bestens abgesichert, so unter anderem jene des Technikums Kärnten. Es gilt aber die Devise, nicht Standorte zusammenzulegen, sondern neue Ideen einzubringen für Studiengänge, die gebraucht werden.

Ich hätte da eine Anregung für die Zukunft: Es gibt bereits einen Studiengang Public Management; es wäre notwendig, auch einen Studiengang Regional-Management zu entwickeln, aufzubauen. Damit würde sich der Kreis zu den Kleinschulen, zu den Zwergschulen, wie ich sie vorhin genannt habe, wieder schließen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)

Wir brauchen auch nachhaltige Projekte und Nachhaltigkeit für die Schüler, das ist von meinen Vorrednern schon erwähnt worden. Man muss der Jugend nicht nur Flügel geben, Herr Abgeordneter Öllinger, sondern auch wieder Wurzeln, indem wir ihr Werte vermitteln, an denen sie sich orientieren kann – eventuell durch ein neues Unterrichts­fach wie zum Beispiel Nachhaltigkeit. (Abg. Dr. Gabriela Moser: Wie soll denn das gehen?) Das wäre, glaube ich, für die Zukunft ganz wichtig. In diesem Punkt sollten wir uns durchaus einig sein.

Investitionen in Bildung sind insbesondere Investitionen in die Jugend und damit auch nachhaltige Investitionen in die Zukunft. (Abg. Dr. Cap: Aber ist Ihre Rede nachhaltig?) Bereits Ionesco sagte: Eines beruhigt mich: „Ich verstehe Einstein nicht, aber die heu­tigen“ Schüler „verstehen ihn.“

Damit die Schüler uns auch in Zukunft verstehen, sollten wir die zukunftsweisende Bil­dungspolitik der Frau Ministerin Gehrer unterstützen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Bitte ersparen Sie uns weitere Ausführungen!)

Auch wenn Sie schon wieder die Hände zum Gebet erheben, Herr Öllinger, erlauben Sie mir einen abschließenden Satz: Bildung zu leben und ein entsprechendes Niveau an den Tag zu legen, das gilt auch für dieses Haus. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)

16.28

 


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