Nationalrat, XXII.GPStenographisches Protokoll76. Sitzung / Seite 61

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Sie werden verstehen, dass wir nicht jetzt schon die entsprechenden Zahlen für 2005 und 2006 nennen können, aber ich darf vor allem Frau Abgeordnete Lunacek be­ruhigen: Die amtierende Außenministerin, die höchst aktiv ist und überhaupt nicht die Scheinwerfer ausgeschaltet hat, hat beide Budgets für 2005 und 2006 bereits durch­verhandelt; sie werden gerade technisch eingegeben. Sie werden diese Zahlen dann sehen – das Monterrey-Ziel von 0,33 Prozent ist darin enthalten. Es ist wiederum ein großer Erfolg unserer mutigen, umsichtigen und sehr professionell agierenden Außen­ministerin! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)

Zweitens: Ich bitte Sie, Herr Professor, nicht die gleiche Beckmesserei zu betreiben, die es schon im Juli beziehungsweise August gegeben hat, als es darum gegangen ist, wer österreichischer Kommissar, österreichische Kommissarin wird und welches Ressort vergeben wird. Ich habe mich an die Spielregeln gehalten, die da waren, dass Barroso, der neue Präsident der Kommission, das Recht hat, sein Team zusammen mit den Kompetenzen vorzuschlagen.

Heute versteht, glaube ich, jeder, warum ich gar nicht anders handeln konnte. Jeder versteht – und Sie haben es ja heute auch dankenswerterweise mit einer parteiüber­greifenden Einstimmigkeit bestätigt –, unsere Außenministerin bekommt ein großarti­ges, ganz schwieriges und unerhört wichtiges Ressort, nicht irgendeine Randfrage, nicht irgendein Orchideenthema, sondern das zentrale Ressort der Kommission, näm­lich die Außenbeziehungen der gesamten Union!

Wenn Sie, Frau Abgeordnete, meinen, das Gewicht Österreichs in der Union habe gelitten, dann – entschuldigen Sie vielmals! – schauen Sie auf die Außenministerin! Sehen Sie, welche Funktion sie bekommen hat, dann haben Sie gleich die richtige Ant­wort auf Ihre Befürchtungen dabei. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Frei­heitlichen.)

Ich sage auch sehr offen, es freut mich das persönlich sehr, denn es kann sich nie­mand von Ihnen wirklich vorstellen, wie es in den ersten Monaten des Jahres 2000, als diese Bundesregierung neu angetreten ist, wirklich gewesen ist, welcher Druck, welche Ablehnung den Repräsentanten entgegengeschlagen ist. (Abg. Mag. Lunacek: Ja, aber das war nicht unsere Verantwortung, sondern Ihre!) Das kann sich eigentlich niemand vorstellen, und ich wünsche es auch wirklich niemandem. Das haben zum großen Teil die Außenministerin und ich durchstehen müssen, und sie hat in einer unglaublichen Art und Weise für Österreich gekämpft.

Es ist mehr als nur eine Pointe der Geschichte, es ist eine wirkliche Befriedigung – auch für mich – und bedeutet Gerechtigkeit, dass diesem Land die Würde zurück­gegeben wurde in der Person Benita Ferrero-Waldners, die vor vier Jahren quasi im Schmuddeleck gestanden ist und heute für die ganze Union die Außenbeziehungen ordnet. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)

Sie sagt es nicht, weil sie dafür zu vornehm ist, und das ist auch gut so, aber lassen Sie es wenigstens mich, auch angesichts von einigen hunderttausend Fernsehzu­schauern, sagen. (Abg. Mag. Posch: Das ist aber peinlich!) – Das ist nicht peinlich. Ihr Zwischenruf ist peinlich, Herr Abgeordneter! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)

Benita Ferrero-Waldner war und ist die erste Außenministerin Österreichs und hat da­mit den Weg dafür gebahnt, dass Frauen jede Funktion in der Politik, in der Wirtschaft, in der Gesellschaft einnehmen können. Sie hat es mit einer ganz eigenartigen, ganz großartigen Mischung von Professionalität, Mut, Umsicht und Charme getan, auf die wir alle gemeinsam stolz sein können. Ich lasse dich gerne, ich lasse dich ungern gehen als Außenministerin. (Abg. Mag. Posch: Das war jetzt ein ... Versprecher!) Ich


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