Nationalrat, XXII.GP Stenographisches Protokoll 97. Sitzung / Seite 111

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Verkehrssicherheitsziele – weit verfehlt,

Klimaziele – Österreich entfernt sich statt sie einzuhalten,

Transit – desaströses Versagen,

innerstaatliche Maßnahmen gegen die LKW-Lawine – völlig halbherzig,

Pro-LKW-Maßnahmen wie die aus dem direkten Sympathisantinnenkreis von BM Gorbach angestoßene Klage Vorarlbergs gegen Tirols LKW-Fahrbeschränkungen aus Umweltgründen,

Nahverkehr – Preissteigerungen, Budgetkürzungen, Reformverweigerung.

null Maßnahmen zur Stärkung des Stellenwerts von Radfahren und Zufußgehen.

Tempo 160 entpuppt sich somit als Fortsetzung des verkehrs- und umweltpolitischen Generalversagens der Regierung, das auch durch die aktuelle Aufweichung des UVP-Gesetzes zum Ausdruck kommt.

Mehr noch: Luftblasen- und Biertischpolitik wie diese soll offensichtlich von den skan­dalösen Zuständen im Verantwortungsbereich von Vizekanzler BM Gorbach ablenken: Das BMVIT ist durch enorme Aufblähung des BMVIT-Apparats durch Mehrfach-Staats­sekretäre, zwei völlig überdimensionierte Ministerbüros sowie parteipolitische Posten­besetzungen im Ministerium geprägt, bei den Unternehmen im BMVIT-Einflussbereich grassieren hemmungsloser Postenschacher und Freunderlwirtschaft. Dazu kommen verkehrspolitische Serien-Niederlagen auf EU-Ebene, eine Scheinpolitik mit Luf­tschloss­projekten bei der Bahn und eine einseitige den Individualverkehr statt den Umweltverbund fördernde Grundlinie der Regierungspolitik.

Unter dem Strich haben sich durch dieses Versagen von ÖVP und FPÖ gewaltige Probleme in Verkehrssicherheit und Luftreinhaltung angehäuft. Es ist unzumutbar, dass die Vertreter der Regierungsparteien zu diesen Problemen nichts anderes als populistische Biertisch-Forderungen zu bieten haben: Forderungen wie Tempo 160 (BM Gorbach und die steirischen ÖVP-Vertreter), wie die Anhebung der Fein­staubgrenzwerte (wie die steirische ÖVP) oder wie das Vorantreiben von zusätzlichen Transitstraßen zulasten von Gesundheit und Natur (wie durch ÖVP und FPÖ in Niederösterreich – Stichworte Brücke Traismauer, Klosterneuburg, Nordautobahn – und in der Steiermark – Stichwort Fürstenfelder Schnellstraße)

Derartigen kontraproduktiven Maßnahmen muss angesichts von hunderten Toten und zehntausenden Verletzten pro Jahr durch Verkehrsunfälle und angesichts von tausenden Toten und zehntausenden zusätzlichen und schwereren Erkrankungen durch verkehrsbedingte Luftverschmutzung wie etwa Diesel-Feinstaub umgehend ein Riegel vorgeschoben werden.

Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher folgende

Anfrage:

1. Welche Konsequenzen ziehen Sie aus der Tatsache, dass Tempo 160 auf be­stimmten Autobahnabschnitten mindestens 50 zusätzliche Unfälle mit Personen­scha­den, mindestens 120 zusätzliche Verletzte und mindestens 5 zusätzliche Unfalltote pro Jahr verursachen würde?

2. Im aktuellen Verkehrssicherheitsprogramm  der Bundesregierung ist als Grundsatz der österreichischen Verkehrssicherheitspolitik festgehalten, dass jeder Tote und Schwerverletzte im Verkehr einer zuviel ist. Wie können Sie Ihren Vorschlag für Tempo 160 verantworten, wo dieser diametral sogar Ihren eigenen Grundsätzen widerspricht?

 


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