Nationalrat, XXIV.GPStenographisches Protokoll193. Sitzung / Seite 41

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55 Prozent der 14- bis 24-jährigen Mädchen gaben laut einer Umfrage des Familien­ministeriums an, gerne Hausfrau sein zu wollen und gerne selbst für die Kinder da sein zu wollen – vor allem in der wichtigen Zeit, in der die Kinder klein sind. Selbst­verständlich brauchen Frauen eine fundierte Ausbildung, aber die Politik soll sie auch ermutigen, ihrem Wunsch nach Kindern nachkommen zu können. Den Sozialdemo­kraten passen diese Lebensentwürfe nicht in den Kram. Wenn es nach der Ministerin Heinisch-Hosek geht, dann gehören Kinder in die Obhut des Staates. Kinder sollen quasi Besitz des Staates werden.

Frau Ministerin, Sie machen hier ein Familienentwöhnungsprogramm. Ihre Maßnah­men nehmen nämlich nicht auf die individuellen Lebensentwürfe vieler Frauen und Männer Rücksicht, wie Sie immer behaupten. Anstatt Möglichkeiten auszubauen, Nachteile finanzieller Art auszumerzen, wenn man einige Jahre oder auch länger die Kinder betreut, gibt es von Ihrer Seite nur eine Sichtweise, und zwar: Man soll Frauen lebenslang in den Vollerwerb zwingen. Man vergisst aber, dass sie ja bereits einen Beruf ausüben. Dadurch werden Frauen bestraft, die sich entscheiden, Mütter werden zu wollen oder Mütter zu sein. (Beifall bei der FPÖ.)

Nur keine Wahlfreiheit, stattdessen Zwang und Bevormundung! Es gibt keinerlei finan­zielle Anerkennung der Erziehungsleistung. Familien individueller oder nachhaltiger zu unterstützen oder zu begleiten, damit sie auch auf die Kinder eingehen können – und das ist besonders wichtig! –, das spielt bei den Überlegungen der Sozialdemokraten gar keine Rolle.

Ich habe nie gehört, Frau Ministerin, dass Sie einmal darüber nachgedacht hätten, wie es ganz kleinen Kindern geht, die man sofort in Krippen bringt. Ich möchte auf ein Thema eingehen, das mir besonders wichtig ist – meine Vorredner haben ja auch schon darüber gesprochen –, und zwar auf die geringeren Einkommen der Frauen.

In manchen Berufen verdient man einfach mehr. Herr Kollege Katzian, das werden Sie nicht abstreiten können. Es wird halt einfach ein Stahlarbeiter mehr verdienen als eine Frisörin, und es wird auch in Zukunft so sein, dass in einigen Berufen weniger Frauen zu finden sind. Aber abgesehen von diesen Unterschieden, die nun einmal auf ver­schiedene Neigungen, Interessen und auch körperliche Eignungen zurückgehen, gibt es wirklich eine echte Ungerechtigkeit, und zwar dann, wenn man Gehalts­erhöhun­gen ausschließlich daran misst, wie lange eine Frau in ihrem Beruf tätig ist. (Beifall bei der FPÖ.)

Damit ist jede Frau benachteiligt, die sich nun einmal entscheidet, einige Zeit bei ihren Kindern zu bleiben. So lange Gehaltserhöhungen nicht wegen zusätzlicher Leistung beziehungsweise höherer Verantwortung erfolgen, wird das Leben einer Frau in finanzieller Hinsicht immer wieder nachteilig gelebt werden müssen. Die wichtige Aufgabe, für Kinder und Alte da zu sein, muss in Zukunft in unserer Gesellschaft honoriert werden. Wir Freiheitliche fordern eine Gesellschaft, in der der Zusammenhalt nicht bedroht ist, in der das Zusammenwirken von Mann und Frau ohne Gleichheits­getue gefördert wird. (Beifall bei der FPÖ.)

Vor allem dürfen Frauen nicht überfordert werden. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Sie sollen ja immer alles gleichzeitig schaffen, und das geht nun einmal nicht! (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Und Kinder und alte Menschen sollen nicht in Betreuungseinrichtungen gezwungen werden. Wir wollen eine Gesellschaft, die diese Werte honoriert. (Beifall bei der FPÖ.)

10.01


Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Mag. Schwentner. – Bitte.

 


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