Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll7. Sitzung / Seite 134

HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite

führt zu langen Wartezeiten auf einen Studienplatz und hindert die Studierenden an der Weiterführung des Studiums. Rund zwei Drittel der Studierenden gehen einer Be­schäftigung nach. Einerseits um das Studium finanzieren zu können, andererseits um bereits während des Studiums Berufserfahrung sammeln zu können. Aus diesen Gründen verlängert sich oft die Studiendauer oder führt zum Abbruch des Studiums („drop-out“)

SPÖ und ÖVP haben beschlossen, das Wissenschaftsministerium dem Wirtschafts­minis­terium anzugliedern und dokumentieren somit, dass die neu angelobte Regierung die Wissenschaftspolitik nur mehr als Anhängsel der Wirtschaft betrachtet.

Um unseren Kindern eine bestmögliche tertiäre Ausbildung zu ermöglichen und den Wissenschaftsstandort Österreich zu sichern und auszubauen, sind insbesondere folgende Punkte maßgeblich:

1. Erhalt eines eigenständigen Wissenschaftsministeriums

Ein Wissenschaftsministerium, dass als „Anhängsel“ eines Wirtschaftsministeriums geführt wird, ist nicht nur für die Lehrenden und Studierenden ein fatales Signal, sondern schwächt Österreich in der internationalen sience community.

2. Festhalten am Prinzip der forschungsgeleiteten Lehre, keine „Klassenzimmer­universität“

Die Akzentuierung der Einheit von Forschung und Lehre im posthumboldtschen Zeit­alter stellt keine nostalgische Rückwendung, sondern die Grundlage für eine zeit­gemäße Form der wissenschaftlichen Ausbildung dar, die einer zunehmend verwis­senschaftlichten Berufsarbeit (auch außerhalb der Universität) in der globalen Wis­sensgesellschaft angemessen ist. Es unterscheidet der Grundsatz einer forschenden und verantwortlichen Grundhaltung bei der Vermittlung und dem Erwerb von Wissen in und durch die Lehre die universitäre Bildung von anderen Formen der Ausbildung und verleiht der Universität ihre Unverwechselbarkeit.

Das Bekenntnis zur Realisierung der Einheit von Forschung und Lehre gründet sowohl auf einem diskursiven Verständnis von Wissen und Prozessen der Wissens­gene­rierung als auch auf dem Gedanken des wechselseitigen Impetus, den die Forschung dem Fortschritt der Lehre und die Lehre der Entwicklung der Forschung bieten kann. „Die Lehre schließt unmittelbar an die Forschungsbereiche an und orientiert sich am wissenschaftlichen Diskurs. Demzufolge ist universitäre forschungsgeleitete Lehre stets in Entwicklung und für den Prozess der Wissensgenerierung von Bedeutung. In der universitären Lehre werden neue Erkenntnisse, Theorien, Modelle und Methoden fundiert vermittelt, kritisch hinterfragt und im Diskurs zwischen Studierenden und Lehrenden weiterentwickelt

Die Vermittlung einer forschenden Grundhaltung der Studierenden ist als Basis für die Gestaltung von forschungsgeleiteter Lehre aufzufassen. Daraus resultiert eine Fokus­sierung auf studentische Lernaktivitäten, die durch fragen- bzw.  problemorientierte und kooperative Lernformen sowie auch durch die Integration von Studierenden in For­schungsaktivitäten vermittelt ist. Die forschungsgeleitete Lehre prägt das Lehr-/Lern­konzept, und damit die Beziehung zwischen Lehrenden und Studierenden.

(Brigitte Kossek, Center for Teaching and Learning / CTL, April 2009)

3. Freier Hochschulzugang ohne Zugangsbeschränkungen - für ausländische Studie­rende gilt das „Herkunftslandprinzip“

Wir bedauern, dass Zugangsbeschränkungen offenbar EU-konform sind und scheinbar innerhalb der EU einen akzeptierten Weg darstellen. Die FPÖ ist die einzige Partei, die


HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite