dass das solidarische Krankenversicherungssystem aufbricht und diejenigen, die viel Geld verdienen, sagen: Ich habe überhaupt keine Lust, in ein System einzubezahlen, wo ich viel Geld einbezahle und wenig herausbekomme und andere, die wenig einbezahlen, möglicherweise mehr herausbekommen.
Das heißt, Versicherungsleistungen sind für uns unabhängig von jeglichen Gehaltsklassen zu sehen. Das ist nicht Umverteilung, das ist das Prinzip der solidarischen Krankenversicherung. Die, die gesund sind, zahlen für die, die krank sind. Und die, die mehr haben, zahlen, eh nur bis zu einem Deckel, für die, die weniger haben. Also das hat mit Umverteilung relativ wenig zu tun.
Sie haben gefragt, wie das mit dem Ansturm sein wird. Wir rechnen damit, dass einige oder viele Eltern vielleicht darauf gewartet haben, in den Genuss zu kommen, wenn ihre Kinder unter einer schweren Zahnfehlstellung leiden, dass sie diese Leistung gratis, das heißt ohne zusätzliche Selbstbehaltskosten, bekommen. Das heißt, es ist durchaus möglich, dass am Anfang ein Ansturm auf Zahnärztinnen und Zahnärzte passiert. Allerdings wissen wir, dass es auch mit dem Zahnstatus zusammenhängt, ob man gleich beginnen kann mit einer Zahnspangenbehandlung oder nicht. Das heißt, es werden viele multifaktorielle Dinge geschehen und auch mehr oder weniger vonnöten sein, um zu schauen: Wie bewältige ich diesen Ansturm?
Sie haben gefragt zu den Ausschreibungskriterien und zu den Qualitätskriterien. Es stimmt, die Qualitätskriterien sind von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich angelegt. Zu Ihrer Frage mit diesen 70 Prozent: Das ist klar geregelt, dass man das nachweisen muss. So viel auch zu dem Kollegen, der am Montag das Schreiben bekommen hat, dass er mehr oder weniger ausgewählt wurde: Er hat sich ja auch unter gewissen Qualitätskriterien und Ausschreibungskriterien beworben. Dass er überrascht war, dass er erstgereiht ist, das glaube ich ihm schon, nichtsdestotrotz muss ich mir, wenn ich mich für etwas bewerbe, auch im Klaren darüber sein, dass ich die Qualitätskriterien erfüllen muss.
Das ist in Wien so, dass Sie an 20 Modellen nachweisen müssen – Eltern, deren Kinder Zahnspangen haben, wissen, was das ist; man fertigt ein Modell vorher und ein Modell nachher an –, dass eine 70-prozentige bis 100-prozentige Besserung des Zahnstatus gegeben ist. Man kann natürlich Fotos von den Modellen schicken, aber gerade die Zahnärzte sind oft technisch sehr gut ausgestattet und können den Nachweis dieser 20 Fälle auch elektronisch übermitteln.
Wir wissen, dass zum Beispiel Vorarlberg nur fünf Fälle verlangt; ich glaube, Vorarlberg – oder Tirol. Das heißt, das ist unterschiedlich. Nichtsdestotrotz muss ein Zahnarzt nachweisen können, dass er diese Behandlung beherrscht.
Was war noch an Fragen? – Es war die Frage der Wahlarztkostenerstattung: Ja, das stimmt, wir haben einen Korridor, und da geht es auch um die Frage, was eine Zahnspangenbehandlung die soziale Krankenversicherung kostet: Das variiert von Fall zu Fall. Diese 80 Millionen, die wir hineingegeben haben, werden verteilt. Sollte es zu Mehrkosten kommen, sind diese von den Krankenkassen zu tragen. Das ist auch klar vereinbart. Und es ist auch klar vereinbart, dass es zu keiner Reduktion von anderen Leistungen in der Frage kommen kann. Der Korridor, den wir haben, ist von 3 500 bis 4 900 €, je nachdem, wie viele Fälle an Zahnspangenbehandlung vonnöten sein werden.
Sie haben gefragt – und das war das, was ich nachgefragt habe, denn die Antwort darauf konnte ich auch nicht wissen –: Wie ist das bei den Wahlärzten? Bei den Wahlärzten gibt es 80 Prozent Erstattung vom jeweiligen Tarif, aber auch nur dann, wenn sie die Qualitätskriterien erfüllen. Das heißt, auch in der Wahlarztabrechnung
HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite