nationalen Zeiten leben. Diesbezüglich komme ich beim nächsten Tagesordnungspunkt zu TTIP und zur Frau Kollegin Köstinger – sehr köstlich zum heutigen Zeitpunkt.
Ich darf Folgendes sagen: Wenn du davon ablenken willst, wofür wir in Österreich neun Landwirtschaftskammerpräsidenten brauchen, wofür wir in Österreich neun Pflanzenbaudirektoren brauchen, wofür wir in Österreich neun Agrarabteilungen brauchen und dann noch zwei Ministerien zuständig sind, dann wissen wir, warum bei einer Neubestellung des Bundesratspräsidenten die Säulenhalle mit Ehrengästen voll ist. (Beifall beim Team Stronach.)
Herr Präsident Kneifel kann als Vorsitzender des Bundesrates seine Objektivität in Bezug auf diese Thematik dem Bundesrat unter Beweis stellen.
Ich habe heute noch ein dementsprechendes Bild mit. (Der Redner verweist auf die von ihm vor dem Rednerpult aufgestellte Tafel, auf der unter anderem ein Glas Nutella abgebildet ist.)
Wenn nun in Zukunft die Zulassung Bundeskompetenz ist und die Anwendung Länderkompetenz – was soll das ergeben? Ich glaube, da müssen wir einmal die Kirche im Dorf lassen! Ich kann mich nur dem anschließen, was bereits Kollege Jannach ausgeführt hat, und darf nur Folgendes dazu sagen: Wenn du, Herr Minister, in Zeiten, in denen wir in der EU 30 Millionen Hektar gepachtet haben in Übersee und Dritt-ländern und asiatischen Staaten, von einer Vorreiterrolle Österreichs sprichst, dann möchte ich dich fragen: Wie hältst du das mit der Kontrolle in der Futtermittelindustrie? Wie hältst du das mit der Kontrolle in der Lebensmittelindustrie? – Die Konsumenten werden ja verarscht, und wir reden von einer „Musterregion“! (Heiterkeit bei der FPÖ.) Warum gibt es dann das österreichische Gütesiegel – das AMA-Gütesiegel für Schweinehaltung mit einem brasilianischen Soja, mit einem gentechnisch veränderten Soja? (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Prinz: aber schon lächerlich!)
Ich darf an dieser Stelle einen der großen Vorreiter bei der Gentechnikfreiheit zitieren, Herrn Kommerzialrat Pilstl. Kommerzialrat Pilstl hat Professor Don Huber von der Purdue University eingeladen, und der hat aufgezeigt, welche Problematik sich durch den Einsatz von Glyphosphat und Gentechnik tatsächlich im Gesundheitssektor ergeben. Man sollte das endlich ernst nehmen (Zwischenruf des Abg. Wöginger), bevor die WHO diese Sache entscheidet, denn dann könnte es sein, dass die Vorreiterrolle Österreichs zur Behäbigkeit verkommt.
Ich habe – neben der aktuellen Nutella-Diskussion (der Redner verweist auf die zuvor erwähnte Tafel mit der Abbildung eines Nutella-Glases und der Aufschrift: „Ungefähre Zusammensetzung des Inhalts: Palmöl – Magermilchpulver – fettarmer Kakao – Haselnüsse – Zucker“) über die Frage, wie viel Regenwald da auf das gesunde tägliche Brot geschmiert wird, wie viel Gentechnik, wie viel Stabilisatoren, wie viel Haltbarmacher da drinnen sind, Herr Minister – noch ein kleines Beispiel mitgenommen. (Der Redner hält zwei Sandwich-Packungen der Marke „Spar enjoy“ in die Höhe.) Das ist ganz aktuell, weil ich im Stall immer die Werbung höre, wenn ich in der Früh aus dem Kuhstall gehe: „nur von ausgewählten heimischen Lieferanten.“
Ja, wunderbar! Wenn das eine Lebensmittelkennzeichnung ist, was da drauf ist, dann empfehle ich jedem Konsumenten, mit der Lupe einkaufen zu gehen! (Zwischenruf der Abg. Fekter.) Das einzig Lesbare darauf ist die Zahl 175. (Abg. Fekter: Ich hab’ eine Brille auf, du musst dir halt auch eine aufsetzen!) – Frau Kollegin Fekter, das kannst du dir auf den Golfplatz mitnehmen!
Da sind 175 Gramm drinnen, sorgfältig hergestellt in Österreich. Und was glaubt ihr, ist das erste? – Ein Shrimps-Sandwich! Ein Shrimps-Sandwich, sorgfältig hergestellt in Österreich – überhaupt keine Gentechnik, keine Emulgatoren, keine Geschmacksstoffe,
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