Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll100. Sitzung / Seite 298

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damals auch darüber diskutiert. (Abg. Walser: Du musst nur zustimmen!) – Nein, ich kann nicht zustimmen, denn es gibt einen Antrag, der ein bisschen mehr aussagt. Lie­ber Kollege Walser, du weißt, dass dein Antrag mehr aussagt als das.

Trotzdem, es sind einige Gründe hier auch genannt worden. Und ich möchte gerne auf zwei Dinge eingehen, die auch im Antrag vorkommen. Zum einen: Es wird vom Schul­schiff gesprochen, also von der Bertha-von-Suttner-Schule, die nämlich bereits im Jahr 2009, ganz offen gesprochen, diesen Schulversuch mit der modularen Oberstufe beendet hat. (Abg. Walser: Das war kein Schulversuch, sondern die Regel!)

Leider wurden pädagogische Gründe damals nicht genannt, sondern – und das ist ein großes Problem – es gab die Zweidrittelmehrheit der Lehrerinnen und Lehrer nicht, die bereit waren, dieses Modell fortzusetzen. Und das finde ich sehr, sehr schade, denn daran merkt man auch, dass Schülerinnen und Schüler nicht in der Form gehört wer­den, wie sie aus meiner Sicht gehört werden sollten, und auch nicht das entsprechen­de Gewicht haben und dass Eltern und LehrerInnen immer noch mehr Gewicht, mehr Einfluss haben als SchülerInnen.

Das ist also 2009 fortgesetzt worden mit einem Kurssystem. Laut beiden Berichten – es ist ja auch gefordert, Berichte zu legen – gab es keine Probleme, die darauf hin­weisen. Deswegen ist auch die Argumentation in Ihrem Antrag für mich ein bisschen merkwürdig.

Ich möchte gerne noch einen zweiten Punkt erwähnen: Im Antrag der Grünen wird von der Durchführung der Semesterprüfungen im Februar gesprochen. – Das sieht das Ge­setz nicht vor und das ist auch in der Form nicht zulässig, sondern die neue Oberstufe sieht vor, dass die Schülerinnen und Schüler den Termin selbst festlegen können im Zeitrahmen von den zwei Semestern, so, wie es für sie passt und wie sie für sich selbst das Gefühl haben, vorbereitet zu sein. Das wollte ich einfach auch noch klarstellen.

Abschließend: Es wird, wie gesagt, mit 2017/2018 flächendeckend die neue Oberstufe eingeführt werden. Wichtig daran ist aber – das möchte ich auch ganz, ganz vehement betonen –, dass aus allen Erfahrungen und Erlebnissen, aus den Schulversuchen, die stattgefunden haben, aus den Piloten, die seit 2012 gestartet sind und auch schon da­vor, Erfahrungen und Ergebnisse in den Umsetzungsprozess einfließen werden. Und ich finde, das ist Learning by doing. Ich halte das für einen sehr guten Ansatz.

Ganz zum Schluss noch zu dem Antrag betreffend geflüchtete Kinder und Jugendliche: Wir haben ja auch im Ausschuss über dieses Thema gesprochen, und ich muss ehrlich sagen: Eine ernsthafte Auseinandersetzung wäre für mich wirklich davor wünschens­wert gewesen. Ich habe diesen Antrag aber erst kurz davor bekommen. Eine ernst­hafte Auseinandersetzung wäre aber notwendig gewesen, um wirklich auch einen ge­scheiten Zugang zu haben, nämlich Bildung für alle Kinder zu ermöglichen. Ich hätte mir, ehrlich gesagt – ich kann mir wünschen, was ich möchte, das weiß ich schon –, ei­ne Diskussion vorab gewünscht und nicht nur den Antrag, der in der Antragsmappe liegt. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)

0.09

00.09.20

 


Präsident Karlheinz Kopf: Zu Wort ist niemand mehr gemeldet. Die Debatte ist ge­schlossen.

Wir kommen zur Abstimmung über den Antrag des Unterrichtsausschusses, seinen Be­richt 856 der Beilagen zur Kenntnis zu nehmen.

Ich bitte jene Damen und Herren, die dafür sind, um ein Zeichen. – Das ist mit Mehr­heit angenommen.

Abstimmung über den Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Walser, Kollegin­nen und Kollegen betreffend Leistungsbeurteilung bei Dyskalkulie.

 


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