Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll100. Sitzung / Seite 297

HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite

sen sich an eine neue Klassengemeinschaft, neue Lerninhalte, aber auch an neue Lehr­kräfte gewöhnen. Und gerade in dieser Übergangsphase von den Schülerinnen und Schülern zu verlangen, dass sie gleichzeitig ihren eigenen Lernprozess selbst gestal­ten, würde den Umstieg in die neue Schule zusätzlich erschweren.

Aufgrund der soeben angeführten Punkte lehnen wir den Antrag ab. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)

0.02


Präsident Karlheinz Kopf: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Gu­senbauer-Jäger. – Bitte.

 


0.02.51

Abgeordnete Marianne Gusenbauer-Jäger (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesminister! Hohes Haus! In der vergangenen Legislaturperiode wurde die neue Oberstufe beschlossen, ab der zehnten Schulstufe. Herr Hauser, es wird immer wieder etwas im Bildungsbereich beschlossen. Der wesentliche Teil sind die Modularisierung, in Semester geteilt, und für sich abgeschlossene Semester. Es gibt Semesterzeugnis­se anstatt der Schulnachrichten im Semester. Gegenstände werden in Module einge­teilt, und diese Module müssen positiv abgeschlossen werden.

Bevor dann die Abschlussprüfungen der jeweiligen Schule stattfinden, muss jedes Mo­dul positiv abgeschlossen sein. Lern- und Beurteilungszeiträume werden kürzer. Und das alles bringt – man könnte da noch einiges aufzählen – natürlich Vorteile für die Schülerinnen und Schüler, allerdings bringt es auch eine Verdichtung der Lernaktivi­täten, sowohl im Winter- als auch im Sommersemester müssen positive Leistungen er­bracht werden aufgrund des Semesterzeugnisses. Es bedarf einer kontinuierlichen Leistungserbringung. Ein Durchhängen, wie es früher einmal vielleicht möglich war – oder in Zukunft nur noch bis zur neunten Schulstufe – bis Ostern, und dann plötzlich muss man ja das Jahr noch schaffen, das ist in diesem System nicht mehr möglich.

Diese Arbeitsweise, die ab der zehnten Schulstufe, also nach der Pflichtschule, gefor­dert wird und meines Erachtens auch verlangt werden kann, bedarf einer bestimmten Reife und einer bestimmten Eigenverantwortlichkeit der Schüler.

Seit Jahren wird die Modularisierung ab der zehnten Schulstufe bereits erprobt. Ab dem Schuljahr 2017/2018 werden alle mittleren und höheren Schulen von der neuen Oberstufe profitieren.

Ein scharfer Semesterschnitt schon in der neunten Schulstufe, wie es die Grünen for­dern, ist einfach abzulehnen. Diese abrupte Umstellung hätte, wie auch meine Kollegin schon gesagt hat, negative Auswirkungen auf die Schüler. – Ich danke für Ihre Auf­merksamkeit. (Beifall bei der SPÖ.)

0.05


Präsident Karlheinz Kopf: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Ku­charowits. – Bitte.

 


0.05.43

Abgeordnete Katharina Kucharowits (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr ge­ehrte Frau Ministerin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich darf zu später Stunde auf der Galerie noch Herrn Josef Gritz und Herrn Franz Struzl begrüßen. Herzlich willkom­men bei uns im Hohen Haus!

Nun zum Antrag: Wir haben ohnehin schon mehrmals gehört, im Jahr 2012 ist die neue Oberstufe, die modulare Oberstufe hier im Haus nach langer Diskussion mit ExpertIn­nen und Beteiligten beschlossen worden. Jetzt kann man fragen: Warum nicht ab der neunten Schulstufe? – Ich persönlich hätte mir das auch so gedacht, und wir haben


HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite