Dann versucht sie noch, ein Bild – ich habe es Ihnen wieder als Taferl hingestellt – lächerlich zu machen, das ein mittelständisches Vöcklabrucker, Regauer Unternehmen auf seiner Homepage hat, die Handelsfirma FAIE, die sich Sorgen macht um ihre Kunden, weil sie Kunden aus dem ländlichen Raum, aus dem Bereich Fischerei, Jagd, Reiten verliert, wenn diese Abkommen wirken. Anstatt sich darüber lächerlich zu machen und zu sagen: Ich weiß nicht, wo der Steinbichler die Taferl herhat!, einfach fragen! Man braucht sich hier heraußen nicht zu blamieren, das kann man im kollegialen Gespräch ausreden. (Beifall beim Team Stronach.)
Ich darf aber noch Folgendes sagen, und das macht ein ganz schlechtes Gefühl: Präsident Auer, die bäuerlichen Abgeordneten und ich dürfen uns beim Kanzler dafür bedanken, dass er gesagt hat, der Konsumentenschutz ist eine zentrale Frage bei diesen Freihandelsabkommen. Kommissar Hogan war in diesem Haus und hat nicht gewusst – ist ja klar, er ist ja nicht fachkompetent, er ist zwar Agrarkommissar, aber in der Versicherungswirtschaft ausgebildet –, dass dieses g.g.A.-Zeichen, das ihm anscheinend als die große österreichische Errungenschaft für die österreichische Landwirtschaft verkauft wurde, als Sicherheit, wenn die Märkte international werden, gar nichts sagt. Das ist das berühmte Tiroler Geselchte, aus Dänemark stammend, mit Buchenholz aus Tschechien oder Polen geselcht und in Tirol verarbeitet.
Er hat mir versprochen, er wird sich darum kümmern. Er war sich des Sachverhaltes nicht bewusst und wird mir schriftlich antworten. Ich habe ihm noch einmal den Sachverhalt schriftlich dargestellt. Wir haben bis jetzt dreimal interveniert – und haben nicht einmal eine Eingangsbestätigung.
Kolleginnen und Kollegen, dass man da als gestandener Bauer, als vierfacher Vater und 14-facher Großvater das schlechteste Gefühl überhaupt bekommt, das man haben kann, das liegt wohl auf der Hand – noch dazu, wenn man selber auch noch im Verkauf tätig ist. Ich würde keinen einzigen Vertrag abschließen, wenn ich so auf den Markt gehen würde.
Ich bedanke mich beim Kanzler, dass er auch die Eier noch angesprochen hat. Ich hätte das eigentlich für die Debatte zum Tourismusbericht geplant gehabt. Kolleginnen und Kollegen (eine Flasche Flüssigei in die Höhe haltend), so schaut unsere europäische Lebensmittelkennzeichnung aus! Jetzt wird es welche geben, die sagen: Wenn man sie dreimal anschaut, sind es echte Bodenhaltungseier, man muss sie nur richtig anschauen. – Nein, Kolleginnen und Kollegen, das ist Flüssigei, wie es in jeder Großküche in der Hotellerie, in der Gastronomie täglich zum Einsatz kommt! In Österreich haben wir die Gesetze, die Ware kommt im Idealfall aus Dänemark, nicht aus China – dreieinhalb Monate Haltbarkeit, fünf E-Nummern.
Ich hoffe, ich habe jetzt nicht zu vielen Bürgerinnen und Bürgern zu Hause den Appetit verdorben und sie essen gute heimische Nahrungsmittel. – Mahlzeit! (Beifall beim Team Stronach.)
12.33
Präsident Karlheinz Kopf: Zu Wort ist dazu niemand mehr gemeldet. Die Debatte ist geschlossen.
Präsident Karlheinz Kopf: Hinsichtlich der eingelangten Verhandlungsgegenstände und deren Zuweisungen verweise ich gemäß § 23 Abs. 4 der Geschäftsordnung auf die im Sitzungssaal verteilte Mitteilung.
Die schriftliche Mitteilung hat folgenden Wortlaut:
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