Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll7. Sitzung / Seite 107

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Mehr an Ausbildungsplätzen für Polizistinnen und Polizisten schaffen, denen wir zu gro­ßem Dank verpflichtet sind, denn sie sind diejenigen, die dann den Kopf noch draußen haben, wenn ihn alle anderen längst eingezogen haben, nämlich in ganz schwierigen Situationen, gerade in den Ballungsräumen, meine Damen und Herren.

Wir brauchen ein europäisches Asylsystem – das ist keine Frage –, wenn es darum geht, die europäischen Außengrenzen zu schützen. Das ist der richtige Weg, den wir eingeschlagen haben, damit wir sicherstellen, dass Asyl im Sinne der Genfer Flücht­lingskonvention für jene gewährleistet und sichergestellt werden kann, die es tatsäch­lich brauchen, und nicht für jene, die sich aus irgendwelchen Gründen anderer Art halt eine andere Heimat suchen wollen. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)

14.20


Präsidentin Anneliese Kitzmüller: Danke, Herr Abgeordneter.

Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Feichtinger. – Bitte schön.

 


14.21.08

Abgeordnete Elisabeth Feichtinger, BEd BEd (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsiden­tin! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Geschätzte Damen und Herren vor den Fernsehapparaten und auf der Galerie! Eines ist sicher, wenn wir uns die Bildungspolitik der neuen Regierung ansehen: Die schwarz-blaue Zukunft liegt wohl im letzten Jahrhundert. (Abg. Zanger: Waren Sie im vorigen Jahrhundert schon auf der Welt?) Anstatt der internationalen Entwicklung im Bildungsbereich zu folgen und alle Kinder frühzeitig zu integrieren, setzt die Regierung auf Ausgrenzung von Men­schen mit Behinderung. Sie weist damit den Menschen schon im Kindergartenalter schablonenhaft einen Platz in unserer Gesellschaft zu und beraubt sie so frühzeitig wichtiger Entfaltungsmöglichkeiten und sozialer Kontakte.

Sie widersprechen damit auch Ihrem eigenen Programm, denn darin fordern Sie schließlich für Menschen mit Behinderung die gleichberechtigte Teilhabe an der Ge­sellschaft. Wie soll diese Teilhabe möglich werden, wenn Sie die Menschen frühzeitig aussortieren?

Mit Ihrer Politik machen Sie einen Rückschritt: Wir haben in Österreich in den vergan­genen Jahren durchwegs positive Erfahrungen mit inklusiver Bildung gemacht. Die po­sitive Wirkung für die Kinder konnte eindeutig wissenschaftlich bewiesen werden. In­klusiv unterrichtete Kinder haben signifikant höhere Kompetenzwerte beim Lesen, Rech­nen und Zuhören erreicht als Schülerinnen und Schüler aus Sonderschulen. Sie haben auch bessere Chancen bei der Ausbildungssuche und beim Aufbau wichtiger sozialer Netzwerke. (Beifall bei der SPÖ.)

Inklusive Bildung ist die Voraussetzung für eine inklusive Gesellschaft, für eine starke Gemeinschaft, in der man zusammenhält und sich gegenseitig hilft. Das ist doch die Zukunft, die wir uns alle vorstellen! (Beifall bei der SPÖ.)

Auf diesem Weg haben wir schon sehr viel erreicht. Im Österreich von heute werden 80 Prozent der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf bereits inklusiv und nicht mehr an Sonderschulen unterrichtet. Warum wollen Sie von diesem Weg abge­hen? Fragen Sie doch Ihre Kollegen in Tirol und in der Steiermark, die haben bereits gut funktionierende Inklusive Modellregionen.

Wenn Sie dem Erfolg im eigenen Land nicht trauen, schauen Sie zu Ihren konserva­tiven Kolleginnen und Kollegen nach Südtirol! Dort wird diese Weiterentwicklung seit vielen, vielen Jahren erfolgreich gelebt. Die Fakten sprechen eine eindeutige Sprache für die Inklusion.

Mir als Pädagogin ist daher wichtig, dass wir weiterhin diesen richtigen Bildungsweg einschlagen, denn nur mit ihm können wir allen ein selbstbestimmtes Leben in einer


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