17.23.31

Abgeordneter Dr. Harald Troch (SPÖ)|: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Eine Welt ohne Atomwaffen ist einerseits eine wunderbare, menschliche Vision, andererseits aber eine absolute Notwendigkeit. Die meisten Freun­de einer atomwaffenfreien Welt findet man in Japan – und das aus gutem Grund: Japan hat die bittere Erfahrung einer atomaren Attacke erlebt – einer nuklearen Katastrophe im eigenen Land, einer Katastrophe in humanitärer, sozialer und ökolo­gischer Hinsicht.

Dazu kommt noch das Leiden von Hunderttausenden Menschen, die die Katastrophe selbst überlebt hatten, in Japan als Hibakusha bekannt. In den Sechzigerjahren ist bei uns in Österreich ein bekannter Roman erschienen, „Sadako will leben“. Viele Öster­reicher sind damals geprägt worden von diesem Roman über das Leben und Sterben eines jungen Mädchens aus Hiroshima, das dann den Kampf gegen die atomare Verseuchung letztlich nicht gewinnt.

Die Welt ist allerdings in den letzten 25 Jahren nicht sicherer, sondern im Gegenteil unsicherer geworden. Die Atommächte modernisieren ihre Arsenale. Derzeit ist es so, dass wir circa 15 000 Atomsprengköpfe in den Arsenalen lagernd haben. Die Droh­gebärden werden stärker. Man braucht nur zu schauen, was sich im pazifischen Raum zwischen Nordkorea und den USA abspielt. Besonders bedenklich ist: Der Rüstungs­wettlauf – dabei haben wir schon geglaubt, mit dem Mittelstreckenraketenabkommen hier eindämmend wirken zu können – hat sich verstärkt.

Daher glaube ich, dass der vorliegende Vertrag ein nützlicher, ein richtungsweisender ist. Das wird von der SPÖ voll mitgetragen, denn wir leben in einer Welt mit einem gigantischen Risiko. Das Risiko ist nicht nur der bewusst herbeigeführte Atomkrieg – ein falscher Alarm, ein falscher Knopfdruck, und ganze Landstriche der Erde sind entvölkert. Es geht letztlich um das Überleben der Menschheit selbst. Daher ist dieser Vertrag ein Schritt in die richtige Richtung, gemeinsam getragen von 122 Staaten.

Ich glaube, Österreich hat durch die Präsidentschaft, aber auch durch die Einbindung in diverse Nato-Partnerschaften und strukturierte Zusammenarbeiten eine gute Brücke, um für die Idee von kernwaffenfreien Zonen beziehungsweise letztlich einer atom­waffenfreien Welt auch wirklich positiv zu wirken. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Haider.)

17.26

Präsident Mag. Wolfgang Sobotka|: Zu Wort gemeldet ist Abgeordneter Josef Lettenbichler. – Bitte.